VW Käfer: Produktionsende

Alles Originale, oder?

VW Käfer: Ende der Produktion

— 25.10.2002

Alles Originale, oder?

Von Mexiko bis München: das Ende des Käfers und die verzweifelten Bemühungen zweier Einzelkämpfer, ihn zu retten.

Jetzt haben sie es also auch mitgekriegt, was AUTO BILD schon vor gut einem Jahr vermeldet hatte: Das Ende für den Käfer ist in Sicht, berichtet ein kluger Kopf der FAZ. Spätestens mit Ablauf des Jahres 2004 soll endgültig Schluss sein mit der letzten verbliebenen Produktion in Puebla/Mexiko. Falls sich die Nachfrage der Gauchos nach dem "Vocho", dem Volkswägelchen, weiter so im Rückwärtsgang bewegt, werden die Bänder noch früher auf Beetle umgestellt.Der dort eh schon gebaut wird und den kein vernünftiger Käferfreak für einen Käfer halten wird. Deshalb ist es mir auch egal, habe sowieso stets ein gespaltenes Verhältnis zu den Mexikanern gehabt, die im Laufe ihrer Modellpflegejahre immer mieser wurden. Ständig wurde was weggezwackt, sogar die Zierleisten, stattdessen mischte man munter einen Stil-Cocktail aus Polo-, Golo-, Golf- und sonst wie gearteten Teilen unter, bei dem es einen schüttelt. Nee, ein Käfer muss Käfer sein, also originalbelassen und möglichst vor 1978 gebaut, denn damit trägt er den Stempel made in Germany. 

Blaues Wunder: Herbert Kaes (89) ist ein Neffe von Ferdinand Porsche und gehörte zum Konstrukteursteam.

Doch wo sind sie geblieben, die schönsten und schiersten aller Käfer, die 61er und 62er Jahrgänge, die man schon von weitem auf den ersten Blick am kleinen Dreiecksfenster, an Rundkappen, Haubennase und (hoffentlich) Faltschiebedach erkennen konnte? Oder gar die echten Ovali, mit funktionierendem Winker, Einkammerrückleuchten an der richtigen Stelle der Kotflügel und originalem, hohl klingendem Auspuff, jenem Rundtopf, der tatsächlich "Abgasanlage" hieß und ungefiltert 30 unverwüstliche PS hinter sich ließ? Tja, aus, vorbei. Heute sind Multikulti-Käfer angesagt, soll ja sogar schon eine Sammlerszene um den 78– 85er Vocho geben.

Retter aus München

Karl Auto schreibt über Typen, Trends und Termine aus der Auto-Szene.

Das Jahr 85 ist wichtig, weil zu dem Zeitpunkt der Import aus Mexiko nach Deutschland offiziell eingestellt wurde. Heute erledigt das mit viel Idealismus und wenig Ertrag die Firma Omnicar aus München (NR-Automobile). Wirklich gute Jungs, die beiden Rosenow-"Vorstände". Die jagen unverzagt jeder Zierleiste einzeln hinterher und mühen sich klassisch um den Erhalt des Käfers im Mutterland. Dazu haben sie in den letzten 15 Jahren mehr beigetragen als alle VW-Vorstände zusammen. Und daran ändert auch die Wiederentdeckung des Käfer-Ursprungs VW 30 nichts, der als Feigenblatt neuerdings das Wolfsburger Automuseum an der Dieselstraße ziert. Der Hauptjob dieser Münchner Käfer-Kämpfer besteht darin, administrative Widerstände zu überwinden. Gemacht von Zeitgenossen, die beim Thema VW an Schröder und Phaeton denken. Trotzdem haben es die pfiffigen Rosenows auf wundersame Weise geschafft, dem alten Luft-Boxer Euro 3 anzuerziehen. Sauber! Noch also ist Nachschub da für den Käfer-Kult der coolen Art. Selbst wenn er so aussieht wie der Mexikaner im Ovali-Trimm aus der aktuellen "VW Scene". Nicht mein Ding, aber irgendwie auch voll geil.

Früher haben wir einfach nur die Räder umgedreht und breitspurige Runden gedreht (nicht zu lange), TT-Endrohre reingehauen und die Siebe rausgezogen (super Sound). Heute würde ich mit diesem Killer-Käfer gern mal die linke Spur abräumen, wenn sie nicht grad wieder durch Kattrin im Ka blockiert wird. "Freies Käferblasen" hieß das tatsächlich auch schon in den Siebzigern, und Waltraud Variomatik nervte links voraus im DAF. Hat sich im Prinzip also nicht viel geändert. In diesem Sinne, Euer Karl Auto

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