VW Polo Diesel

VW Polo Diesel

— 19.10.2010

Die Spardose

AUTO BILD Archiv-Artikel 47/1986: Die Leuchttafel im Hamburger Volksparkstadion zeigt es: Der Polo kommt jetzt auch als Diesel daher. In Deutschland beginnt der Verkauf im Februar 1987, sagt VW.

An der Selbstbedie­nungstankstelle kam der Kassierer in heller Aufregung aus seinem Häuschen geflitzt. Ich stand mit dem zierlichen Testwagen VW Polo CL zwischen wuchtigen Schnelltransportern an der Dieselsäule. "Sie müssen rüber zur Benzin-Insel", rief er. Vom kleinsten Volkswagen mit einem Selbstzünder unter der Haube hatte er noch nie etwas gehört. Als er auf der elektronischen Anzeige an der Kasse die Treibstoffmenge ablas, rümpfte er die Nase: 7,62 Liter für 6,47 Mark. Als ich ihm sagte, damit bin ich 200 Kilometer weit gefahren, schüttelte er den Kopf. Zweieinhalb Stunden war ich ohne Bleifuß unterwegs gewesen. Ich hatte das Gaspedal des Polo Diesel nur ge­streichelt.

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Das Ergebnis: ein Verbrauch von 3,8 Liter/100 km. Kein Wert, den man immer im Alltag erreichen kann. Der jedoch zeigt, welche Möglichkeiten im Polo D (1300 ccm/45 PS) stecken. Das Sparauto stammte nicht aus Wolfsburg, wo die Bänder schon laufen. Ich hatte es mir bei einem Großfuhrpark unter der Hand entliehen, wo das Auto auf Probe läuft. Zur Zeit gehen die Diesel-Polo noch in die Diesel-gierigen Nachbarländer. Ab Frühjahr ist er auch bei uns zu kaufen. Das wichtigste gleich vorweg: Der Kleindiesel ist ein neues Kabinett-Stück der VW-Entwicklungsmannschaft. Eine Perle. Der Diesel beschleunigt besser als der Benziner. Wie beim Golf hat man einen schon vorhandenen Motorblock aus dem Ben­ziner-Programm zum Diesel umfunktio­niert.

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Das Ergebnis ist fabelhaft. Der Diesel-Polo ist ebenso spritzig wie der Benzin-Polo. Die Messwerte sind eher noch eine Idee besser. Aus dem Stand ist er in 18,4 Sekunden auf Tempo 100 (zum Vergleich: Der 40 PS-Polo Fox Benziner braucht 19,3 Sekunden). Auch in der Höchstgeschwindigkeit liegen bei­de dicht auf. Mit dem Diesel war ich 141 km/h schnell (Polo Fox 142 km/h). Die berühmten Unarten, die den Komfort eines Diesel-Personenwagens einschränken, sind beim Polo bis auf ei­nen winzigen Rest verschwunden. Der Kaltstart am Morgen ist zwar immer noch reichlich laut und störend. Nach etwa drei Kilometern Fahrt wird der Polo D jedoch vorbildlich leise. Auch für fein geschulte Ohren ist dann kein akustischer Unter­schied zum Benziner mehr zu hören.

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