Polo Coupé G 40

VW Polo G 40: Fahrbericht

— 04.01.2011

Der ist ganz schön G-laden

AUTO BILD-Archiv-Artikel 32/1986: VW verordnet seinem Kleinsten ein starkes Aufbauprogramm. Der G-Lader weckt im Polo Coupé G 40 nun satte 115 PS – und im Testfahrer ganz große Gefühle.

Der Super-Polo mit 115 PS hat mich so richtig angemacht. Ich bin verliebt in ihn. Einen Tag lang war ich mit der Mini-Rakete aus Wolfsburg unterwegs. Im dichten Stadtverkehr, über holprige Landstraßen und auf der Autobahn. Und jetzt geht mir der Kraftzwerg nicht mehr aus dem Kopf. G 40 heißt der schnellste Polo. Und wie schnell er tatsächlich ist, hat er mir auf der Autobahn eindrucksvoll gezeigt. Da hatte sogar der 16-Ventil-Golf Mühe, mitzuhalten. Gestoppt habe ich phantastische 194 km/h. Damit rennt der pechschwarze Polo jedem normalen GTI auf und davon. Aber dieser Polo hat nicht etwa den großen GTI-Motor unter der Haube.

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Seine Kraftquelle ist der normale VW 1300er Motor. Aber mit einem besonderen Pfiff. Die Wolfsburger Techniker haben einen ganz neuen Lader entwickelt, der mehr Frischluft in den Motor pustet – G-Lader genannt. Er sorgt für explosionsartige Kraftentfaltung. So groß wie ein Fußball, sitzt er vorne vor dem Motor und wird durch zwei parallel laufende Keilriemen angetrieben. Die Wirkung ist ähnlich wie beim Turbolader: Ein kleiner, hubraumschwacher Motor bekommt plötzlich ganz dicke Muskeln, hat Kraft wie sonst nur ein ganz großer Motor. Der neue G-Lader übertrumpft mühelos jeden Turbolader: Er spricht ganz fein an, wird nicht so heiß und verschleißt praktisch überhaupt nicht.

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Der kleine Polo ist mit dem neuen Lader nicht wieder zu erkennen. Er rennt wie der Teufel, ich muss höllisch aufpassen, nicht dauernd viel zu schnell zu fahren. Und der Fahrspaß mit dem rasenden Polo ist wirklich grenzenlos. Nach außen verraten nur die zwei kleinen roten Schilder vorne und hinten, wie stark er wirklich ist. Und mit diesem Polo kann ich auch total schaltfaul fahren. Eigentlich brauche ich nur den vierten Gang. Egal, ob der Drehzahlmesser 2000 oder 5000 Touren meldet, der Polo-Motor zieht immer wie am Schnürchen gezogen ab. Damit der aufgepustete Polo bei hohen Geschwindigkeiten satt auf der Straße liegt, haben ihn die Techniker sehr straff abgestimmt.

Mehr Kraft, weniger Komfort

Er liegt gegenüber dem normalen Coupé um 20 Millimeter tiefer. Viel Komfort ist nicht übrig geblieben. Ich spürte auf der Autobahn jede Querrille, und auf der holprigen Landstraße schüttelte er mich ganz schön durch. Aber dafür lässt es sich so flott um die Kurven pfeifen wie mit kaum einem anderen Auto. 500 Exemplare werden zurzeit in Wolfsburg gebaut. Und die sind längst verkauft. Die nächsten 500 gehen nach Frankreich (dort ist man in schwarze GTI vernarrt), und hoffentlich gibt's dann bald eine neue Serie für Deutschland. Wenn ich dann bloß nicht auch schwach werde ...

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Autor: Jürgen von Gosen

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