VW T1 Transporter

VW T1 Transporter

— 23.01.2012

Damals schon die Nummer eins

Der VW T1 lässt ab 1950 die gesamte Konkurrenz hinter sich. Was ist das Geheimnis seines Erfolgs? Die Marke? Die Nähe zum Käfer? Das Werkstattnetz? Dieser 57er hilft bei der Spurensuche.

Wenn der Motor im Heck heiser hechelt, wenn die Schaltung schon ab Werk ausgeleiert wirkt, sich aber doch stets der richtige Gang findet, wenn die Heizung im Winter ölig in den Fahrgastraum haucht, dann freut sich der erfahrene Fuhrmann: willkommen daheim. Willkommen im erfolgreichsten Transporter der Welt. Willkommen im VW Bulli der ersten Serie. Sitzriesen müssen zwar kauern, um unter der Scheibenoberkante durchpeilen zu können, die Verrenkungen beim Ein- und Ausstieg hielten Vati und Opa beweglich. Aber mit dem wertstabilen Transporter waren sie damals ganz weit vorn – auch in der Firmenbilanz. Natürlich lässt sich das Ur-Modell nicht mehr mit heutigen Bullis vergleichen. Aber der Wegbereiter der Kleintransporter-Klasse bekam liebevollere Entwicklungs-Hilfe als sein Teilelieferant, der Käfer.

Die Ladefläche des T1 trägt zweckmäßige Spriegel für die Plane.

©U. Sonntag

So trimmte das Institut für Strömungsmechanik der TH Braunschweig den Transporter anno 1949 per 1:10-Holzmodell auf Windschnittigkeit. Ursprünglich war eine billig herzustellende, senkrechte Front geplant. Doch die besaß einen cW-Wert von 0,75. Die dann gebaute gerundete Schnauze kam auf 0,44. Die Herstellung verteuerte sich zwar, dafür sank der Verbrauch von 11,8 auf 8,8 Liter, und die mit dem 24-PS-Motor erreichbare Höchstgeschwindigkeit stieg beim Kastenwagen von knapp 70 auf über 90 km/h. Die Typ 2/T1 genannte Baureihe ist von Anbeginn robust und wartungsarm konstruiert. Der Heckantrieb bringt konkurrenzlosen Geräusch- und Fahrkomfort. Große 16-Zoll-Räder, drei Insassen vorn, die Ladung in Wagenmitte – komfortabler ging es kaum über die damals hundsmiserablen Straßen.

Rückblick: Autos der 50er-Jahre

Das war’s dann aber auch. Die heute so wichtige passive Sicherheit erschöpft sich in Stoßstange, dünnem Frontblech und einem Knieschutz-Gummi an der oberen Lenksäulen-Halterung. Unser 57er "Testwagen" wurde gründlich restauriert, aber auch sichtbar modifiziert. Sehr selten: Winker und Original-Rückleuchten blieben erhalten. Auch von innen atmet der Rotschwarze wie damals den öligen Duft des Wirtschaftswunders. Und nicht nur das: Die geniale Einfachheit des Bulli wirkt gar nicht gestrig.
Fahrzeugdaten VW T1
Motor Vierzylinder, Boxer
Hubraum 1192 ccm
Bohrung x Hub 77,0 x 64,0 mm
kW (PS) bei U/min 22 (30)/3400
Nm bei U/min 76/2000
Höchstgeschwindigkeit 80 km/h
Getriebe Viergang manuell
Antrieb Hinterrad
Bremsen vorn/hinten Trommel/Trommel
Testwagenbereifung 175/65 - 195/60 R 16
Verbrauch (Werksangabe) 10,0 l
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 40 l/Normal
zulässiges Gesamtgewicht 1820 kg
Achslast vorn/hinten 1000/1000 kg
Neupreis 5975 Mark (1957)
Messwerte
Leergewicht/Zuladung 1115/705 kg
Wendekreis (links/rechts) 11,2/12,0 m
Innengeräusch bei 50 km/h 72 dB (A)
Testverbrauch 10,5 l
Reichweite 380 km
Kosten
Steuern pro Jahr 112 Euro
Versicherung (HPF/100 %) 68 Euro
Werkstattintervalle 4.000 km
Kosten Ölwechsel/Inspektion 120/340 Euro
Zeitwert* (Zustand 2, Stand 01/2012) circa 18.000 Euro
* Schätzwert der Experten von "Historischer Kraftverkehr"


Autor: Diether Rodatz

Fotos: U. Sonntag

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