Zender Vision IS

Zender Vision IS

— 11.10.2010

Wie mit Flügeln: eine Fahrt im Vision IS

AUTO BILD Archiv-Artikel 47/1986: Er wollte einmal ein eigenes Auto bauen – nicht nur bekannte veredeln. Tuner Hans Albert Zender steckte ein Jahr Arbeit und eine halbe Million Mark in seine Vision.

Er reicht mir gerade bis zum Bauchnabel, und der befindet sich nur 115 Zentimeter über dem Erdboden. Eng schmiegt er sich an den Asphalt. Ein Sprinter vor dem Start, der im Stand schon so aussieht, als ob er sich von Tempolimits kaum bremsen ließe. Zender Vision IS heißt der Stoff, aus dem die Träume sind. AUTO BILD fuhr ihn. Ein Druck auf den Blip – und die beiden Flügeltüren öffnen fast lautlos den Weg ins Innere. Sie schwingen nicht zur Seite wie beim berühmten Mercedes 300 SL Gullwing und auch nicht nach vorn wie beim fast so berühmten Lamborghini Countach, sondern schräg nach vorn. Das hat der Zender‑eigenen Entwicklung die ungestüme, aber treffende Bezeichnung "Schrägschwing‑Flügeltüren" eingetragen.

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Sie sind mehr als ein stilistischer Gag, denn ich kann mich überraschend einfach hinter dem Lenkrad des flachen Traums einfädeln. Die breiten Seitenschweller, in denen sich ein zusätzlicher Stahlrohrrahmen verbirgt, der der kohlenstoffverstärkten Glasfiberkarosserie höhere Festigkeit verleiht, lassen sich so leicht überwinden. Meine Hand, die den Innenspiegel justieren will, greift ins Leere. Es gibt keinen. Er wäre auch sinnlos. Das einzige, was mir der Vision nach hinten gewährt, ist ein Blick auf sein sanft ansteigendes Heck mit dem ausgeklügelten Windleitwerk, das den Anpressdruck an der Hinterachse erhöht. Ich suche die elektrische Verstellung der Außenspiegel – Fehlanzeige.

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Die zwei kleinen Elektromotoren wären überflüssiges Gewicht für die Türhydraulik gewesen. Also fahre ich die Fenster runter, und die bleiben auf halber Strecke stecken. Die Wölbung der Tür versperrt den weiteren Weg. Durch den Spalt fummele ich mir die Spiegel zurecht und drehe den Zündschlüssel. Blubbernd erwacht der Audi-­Fünfzylinder unter der langen Schnauze. Der technische Unterbau der Zenderschen Vision stammt komplett vom Audi quattro – Motor, Fahrwerk und Allradantrieb – und wurde nur leicht modifiziert. Mit einer anderen Nockenwelle und vergrößerten Ein- und Auslaßkanälen leistet der 2,2-Liter-­Turbomotor satte 240 PS (Serie: 200 PS). Das Fahrwerk bekam eine spezielle Feder­dämpfer-Abstimmung von Koni, die ihm auch den letzten Rest von Komfort erfolgreich ausgetrieben hat.

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