Zur Homepage

40 Jahre Mercedes S-Klasse

Mercedes S-Klasse W 116
Der Mercedes W 116 feiert im Herbst 2012 seinen 40. Geburtstag – und mit ihm ein Schlagwort, das schnell und bis heute anhaltend weltweit zum Synonym für innovative Luxus-Limousinen gereift ist: die S-Klasse.
Bild: Conrad Piepenburg
Mercedes 300 SE
Freilich gab es schon zuvor Limousinen der Spitzenklasse aus dem Hause Mercedes-Benz. In der Ära der Heckflossen beispielsweise grenzte das "S" in der Typenbezeichnung (im Bild der 300 SE W 111) sowie eine Extraportion Chrom die Topmodelle von den optisch fast gleichen Mittelklasse-Typen ab. Eine eigene Identität und damit auch ein höherer Prestige-Wert erlangten die teuren Wagen so natürlich nicht.
Bild: Christian Bittmann
Mercedes-Benz 280 SE W116
Die S-Modelle der Generation W 108/109 (von 1965 bis 1972) machten das besser: Sie besaßen eine gegenüber der Mittelklasse eigenständige, deutlich größere Karosserie. Die erfolgreiche Reihe wird daher in der Rückschau Mercedes-Benz-intern als die wirklich erste S-Klasse betrachtet, wenn auch dieser Begriff damals noch nicht verwendet wurde. In der Fan-Szene spricht man schlicht von der "alten S-Klasse".
Bild: Conrad Piepenburg
Mercedes-Benz 280 SE W116
Die Modelle der Baureihe W 116 betraten 1972 als erste S-Klasse die Bühne und wurden sofort zu Stars. Diese Modelle trugen viel dazu bei, dass der Begriff S-Klassse bald zum Synonym für kompromisslose Nobel-Limousinen wurde. Fast nebenbei prägten die 116er mit Breitbandscheinwerfern und einem breiten, niedrigen Kühlergrill ein neues Markengesicht, das für Jahrzehnte gültig bleiben sollte.
Bild: Sven Krieger
Mercedes-Benz 280 SE W116
Der Fortschritt des W116 gegenüber dem Vorgänger ist auf den ersten Blick sichtbar. Optisch wirkt er massiver, breiter und flacher als sein Vorgänger W 108 (rechts). Die Fensterflächen wuchsen, A- und B-Säule waren stärker geneigt. Bei der Konstruktion dieser Reihe half erstmals ein Computer. Der Cw-Wert von 0,44 war Anfang der 70er ordentlich.
Mercedes-Benz 280 SE W116
Liebe zum Detail: Im Vergleich zum Vorgänger waren die Heckleuchten erheblich gewachsen sowie seitlich herumgezogen. Ihre Rippen (eingeführt im R 107) sind kein Design-Gag: Durch sie wird die Leuchtkraft auch bei starker Verschmutzung nur minimal gemindert.
Mercedes-Benz 280 SE W116
Koloss aus Sindelfingen: 1975 implantierten sie "beim Daimler" in den 450 SEL den monströsen Sechsliter-Achtzylinder aus dem Mercedes 600, aufgebohrt auf 6,9 Liter und 286 PS (550 Newtonmeter). So entstand die zu dieser Zeit schnellste (dabei optisch unveränderte, also unauffällige) Limousine überhaupt. Die Fachpresse nannte den 450 SEL 6.9 schlicht das "beste Auto der Welt".
Bild: Goetz von Sternenfels
Mercedes S-Klasse W 116
S wie souverän: Der W 116 liegt auch nach heutigen Maßstäben so satt und sicher auf der Straße, dass man sich fragt: Gab es nach diesem Auto überhaupt noch einen technischen Fortschritt?

Bild: Holger Schaper
Mercedes-Benz 280 SE W116
Doch, den gab es: in der nachfolgenden S-Klasse der Reihe W 126. Das Meisterwerk des Mercedes-Design-Chefs Bruno Sacco bot ab 1979 ein modernes, dennoch sehr zeitloses und dezentes Outfit. Und natürlich den neuesten Stand der Technik sowie reichlich Komfort, von ABS bis Zentralverriegelung.
Bild: Werk
Mercedes-Benz 280 SE W126
W 126 – das Reihen-Kürzel stand für Luxuslimousinen, deren Formensprache die souveräne Überlegenheit nur zu flüstern brauchte, die es nicht nötig hatten, per Mimik und Stilistik "Platz da!" zu brüllen. Selbst das Basismodell 280 S ist eine Limousine, die heute noch, in Ehren ergraut, gefällt und die man gefühlsmäßig siezen möchte.
Bild: Ronald Sassen
http://i.auto-bild.de/ir_img/1/0/2/4/7/3/9/Mercedes-S-Klasse-W-126-729x486-b9bf802f1dcd30a8.jpg
Noch ein paar Eckdaten zum W 126: Letztmalig fand ein Vergaser in die S-Klasse (Basismodell 280S, 156 PS), Topmodell war ab 1987 der 560 SE bzw. SEL (279 PS mit G-Kat). Erster Offset-Crash-bewährter Mercedes, Fahrerairbag ab Modelljahr 1981 (der Beifahrer überlebte ab 1985), dazu Gurtstraffer, ferner Anti-Schlupf-Regelung ASR. Über 800.000 (!) Exemplare in zwölf (!) Jahren Bauzeit.
Bild: Werk
http://i.auto-bild.de/ir_img/1/0/2/4/7/3/9/Mercedes-S-Klasse-W-140-729x486-358c8da2e7b1a096.jpg
Zu groß, zu schwer, zu kastig, einfach unzeitgemäß: Die Kritik der Fachleute war hart beim Debüt der elefantösen Reihe W 140. Anfangs, 1991, sicherten sich entsetzte S-Klasse-Käufer noch schnell die Restposten des Vorgängers. Dabei  hatten die Schwaben die modernste und kompromissloseste Luxus-Limousine aller Zeiten gebaut.
Bild: Werk
http://i.auto-bild.de/ir_img/1/0/2/4/7/3/9/Mercedes-S-Klasse-W-140-729x486-618604eec19a3c41.jpg
Ein Automobil wie eine Burg. Noch heute beindruckt die stattliche Erscheinung einer W 140-Limousine (Länge 5,11 Meter, Gewicht ab 1900 kg). Und sie gefällt den Fans als Ausdruck einer selbstbewussten Zeit, die Blankoscheck-Konstruktion fasziniert auch Mercedes-Hasser. Die meisten Exemplare des Mega-Youngtimers warten indes noch auf ihren Ruhestand, sie arbeiten als Repräsentationslimousinen neureicher Osteuropäer.
Bild: Christian Bittmann
http://i.auto-bild.de/ir_img/1/0/2/4/7/3/9/Mercedes-S-Klasse-W-140-729x486-ed389cff814c9ead.jpg
W 140, war das nicht auch der mit den Peilstäben? Ja, genau, zumindest in den Jahren bis 1995. Obwohl eine elektronische Einparkhilfe (wie bei der Konkurrenz) die elegantere Lösung gewesen wäre. Hier zeigten ausgefahrene Stäbchen dem Fahrer, wo die endlosen Weiten der Karosserie ein Ende haben.
Bild: Thomas Ruddies
http://i.auto-bild.de/ir_img/1/0/2/4/7/3/9/Mercedes-S-Klasse-W-220-729x486-c53493b45a80adba.jpg
Kleiner, leichter, eleganter: Die S-Klasse W 220 bewies ab 1998, dass weniger mehr ist. Vom sparsamen CDI-Diesel bis zum bulligen 6,3-Liter-Zwölfzylinder gab's für jeden Wunsch die passende S-Klasse, serienmäßig mit Luftfederung. Als Neuheit hatten die W 220er optional den ersten Abstandsregel-Tempomat (Distronic) und diversen Spielkram wie Keyless Go an Bord.
http://i.auto-bild.de/ir_img/1/0/2/4/7/3/9/Mercedes-S-Klasse-W-220-729x486-f55c03d778dd242b.jpg
Für vielfältige Bedürfnisse lieferte Mercedes neun Benzin- und drei Diesel-Motorvarianten mit sechs, acht und zwölf Zylindern, vom S 320 CDI (198 PS) bis zum S 65 AMG (612 PS, 1000 Newtonmeter). Lohn der Mühen: Die W-220-Reihe verkaufte sich mit 485.000 Fahrzeugen deutlich besser als ihre Vorgänger. Wenn bloß die Rostprobleme nicht wären!
http://i.auto-bild.de/ir_img/1/0/2/4/7/3/9/40-Jahre-Mercedes-S-Klasse-W-221-729x486-65e1890c67e6efc3.jpg
Das jüngste Kind der S-Familie kam 2005 zur Welt und läuft seither bestens. Optisch treten die Limousinen der Reihe W 221 wieder etwas forscher auf, technologisch setzen sie wie gewohnt Maßstäbe. Neuheiten sind unter anderem der Nachtsichtassistent, adaptives Brems- und Fernlicht, das Notbremssystem Pre-Safe oder das radargesteuerte Distronic-plus.
Bild: Sven Krieger
http://i.auto-bild.de/ir_img/1/0/2/4/7/3/9/Mercedes-S-Klasse-W-221-729x486-bf75a4ba8c3f1d43.jpg
Gespart wird beim W 221 nur an der richtigen Stelle: beim Verbrauch. So lancierten die Schwaben mit dem S 250 CDI erstmals in der S-Geschichte einen Vierzylinder, der mit 204 PS und 500 Newtonmeter durchaus zu den ganz Flotten auf der linken Spur zählt, bei einem Normverbrauch unter sechs Litern Diesel. Dieser CDI sowie der S 400 Hybrid und die BlueEfficiency-Technik tragen ein wenig Umweltbewusstsein in die Welt der Dickschiffe.
Bild: Sven Krieger
http://i.auto-bild.de/ir_img/1/0/2/4/7/3/9/Mercedes-S-Klasse-V-221-Pullman-Guard-729x486-899057065db2b842.jpg
Bei dieser Version interessiert der Verbrauch dagegen gar nicht: Der exklusive S 600 Pullman Guard ist als 6,38 Meter lange, voll gepanzerte Stretch-Limousine das ideale und standesgemäße Fortbewegungsmittel für Staatschefs und damit ein seltener Anblick. Die normale S-Klasse W 221 gilt dagagen heute mit über einer halben Millionen Fahrzeugen als weltweit erfolgreichste Oberklasse-Limousine.
Bild: Werk