Zum 40. Geburtstag des kleinen Freundes hat AUTO BILD KLASSIK einfach mal die ganze Familie Fünf eingeladen, um das Jubiläum gebührend zu feiern.
Das Original: 1972 verzückte dieser kubisch-sanfte Entwurf die Kleinwagenwelt. Heute wissen wir, dass er ein ganz Großer unter den Kleinen war.
Krückstock-Schaltung war Standard, ebenso das häßliche Cockpit. Spezialisten erkennen an den seitlichen Blinkern, dass dieser quietschgelbe Renault 5 TL von 1976 ein niederländisches Modell ist.
Plötzlich ist er 40. Ultramodern war er, und todchic. Und plötzlich ist dieser immerjunge Playboy 40. Aber man sieht ihm das Alter nicht wirklich an.
Jeder hat sein Päckchen zu tragen, der R5 sogar einen Rucksack: Zwischen 1976 und 1984 gab es diesen kruden Stufenheck-R5. Der wurde allerdings nur in Spanien gebaut und – Strafe muss sein – an die Spanier verkauft. R7 oder "Siete" hieß das iberische Pendant zum VW Derby.
Kurios sind nicht nur Heck und Leuchten, sondern eigentlich das ganze Auto. Vor allem das für den R7 von FASA komplett neu entworfene Cockpit.
Bourgeoises Chrom am R5? – das gab es ebenfalls nur beim R7 mit Stufenheck, denn eigentlich gab es den kleinen Freund ja nur glitterfrei.
Zurück zum R5, aber was für einem! "WROOOARR!" und "VROOOM!" tönte es 1981 lautstark aus den dicken Frischluft-Backen des Renault 5 Turbo 2. Der brauchte kein Hinterhof-Tuning, der kam schon ab Werk richtig fett daher.
Mit Mittelmotor, Hinterradantrieb und 160 bis 250 PS ist der R5 Turbo 2 immer noch ein kleiner Freund, wenn auch ein völlig anderer. Lenkrad-Virtuosen parkten ihn bevorzugt im Drift ein.
Original ist dieser silberne Alpine Turbo von 1983 nicht, dafür ein Zeitdokument: Die 1980er-Jahre waren auch für die stärkeren R5 die sündige Ära des individuellen Tunings.
Mit Glas-Sonnendach, Schalensitzen, Überrollbügel und in Wagenfarbe lackierten Kunststoff-Stoßfängern ist diesem R5 Alpine Turbo fast nichts erspart geblieben.
Gleiches Modell, gleiches Baujahr, aber eine Wohltat. Dieser herrlich originale R5 Alpine Turbo glänzt im zeitgeistigen Blaumetallic und gefällt mit seiner glatten Dachhaut und den typischen gelben Cibié-Nebelscheinwerfern. Keine Luke, kein Bügel, keine Kriegsbemalung – so ist's authentisch.
Schwächlich ist der blaue Alpine-Turbo aber nicht: Sein 108-PS-Motor bringt es dank Garrett-Lader auf 145 Newtonmeter Drehmoment.
Kompakter Kraftprotz, Phase 2: 1984 übernimmt die zweite R5-Generation das Erbe und den Erfolg der ersten Auflage. Topmodell wird der R5 GT Turbo.
115 PS, 165 Newtonmeter und 201 km/h Spitze sind Mitte der Achtziger eine echte Ansage an alle GTI. Dann verdarb der Katalysator-Trend den Spaß am Brennen.
Funktionalität vor Design, Kasettenschieber statt iPod-Dock. Spaß gemacht hat's trotzdem (oder gerade deswegen?), vor allem dann, wenn vorn "GT turbo" drauf stand.
Die Rallye-Piste war die zweite Heimat des Renault 5, wenn er nicht gerade Atomkraft-Gegner oder Abrüstungs-Demonstranten zur Demo beförderte.
Satte 160 PS lässt die heiße Replika eines Renault R5 Rallye GT Turbo frei, der 1989 auf der Rallye Monte Carlo Furore machte.
Die steilen Zähne vier starker Freunde nagen am Asphalt des ATP-Testgeländes in Papenburg. Alle Kraftversionen des Fünf vereint – das sieht man selten.
Ein guter Freund hat immer ein warmes Plätzchen – auch dann, wenn man mal gerade kein Dach über dem Kopf hat. Vom ohnehin raren R5 Cabrio haben nur wenige Exemplare überlebt.
Die belgische Firma EBS verwirklichte die nicht in Produktion gegangene, bügellose R5-Cabrio-Studie in Form einer exklusiven Kleinserie.
Einfach mal die Sonne hereinlassen – das geht kaum besser als im R5 Cabrio.
Design-Genie Marcello Gandini übertrug die R5-Linie 1984 gekonnt in die Gegenwart – größer, breiter, flächiger. Erst jetzt gab es auch einen Fünftürer.
Unverschämt chic, sündhaft teuer: 21.000 Mark verlangte Renault 1988 für das Sondermodell "Exclusiv" mit Vollleder-Ausstattung. Das war schön und gut, aber meilenweit entfernt von der jugendlichen Askese der frühen Jahre.
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