1985: Den Nachfolger der klassischen Giulia und keilförmigen Giulietta nennt Alfa "75", wegen des Firmenjubiläums. Seitdem wird nummeriert: von 155 über 156 bis zuletzt 159. 2011, so hört man, soll's wieder eine Giulia geben.
Die ersten Turbos des 75 leisteten aus 1,8 Liter Hubraum zwar 155 PS, wurden in Deutschland aber wegen der Versicherungsklassen bloß mit 150 PS zugelassen. Der Neupreis 1985: 34.900 Mark.
Selten ist der aufdringliche 75 Turbo Evoluzione, am alltagstauglichsten der Quadrifoglio Verde von 1991–92. Gefragt sind besonders die mit Luke und Klima. Am Ende wurde noch eine "Limited Edition" von 1000 Stück mit Recaros und Alurädern aufgelegt.
Komplizierter 1,8-Liter-Turbo-Motor mit 155 PS. Die Alfa-Motoren an sich sind sehr robust, sofern man sie immer warm fährt. Turbos gehen aber schon mal kaputt. Wichtig nach eiliger Fahrt: abkühlen lassen, erst dann abstellen.
Als Modell America bekam der 75 ab 1988 die US-Stoßstange.
Rost gibt's an der Wagenheberaufnahme, den Radläufen und am Abschlepphaken. Das zäh schaltbare Getriebe verabschiedet sich früh von der Synchronisation im zweiten Gang. Auch die Getriebeaufhängung geht gern kaputt, der Auspuff ist zu dicht dran.
Bei der Elektrik ist die ARC, die Check-Control, chronisch verwirrt und zeigt Systemprobleme an, wo keine sind. Die Anzeigeinstrumente gelten als Schätzeisen, so verfügt der Drehzahlmesser oft über reichlich Fantasie.
Alfa kümmert sich leider nicht gerade ausgesprochen engagiert um seine 75er. Die meisten Elemente der Innenausstattung sowie Zierteile sind ebenfalls nur schwer zu beschaffen. Vergleichsweise problemlos dagegen sind Blechteile, Lampen, Spiegel, Getriebe- und Motorteile zu bekommen.
Die Fünfgangschaltung wirkt nach hinten aufs Transaxle-Getriebe.
Origami-Design: Italiens kantige Antwort auf den BMW 325. Der letzte wahre Alfa liegt prächtig und läuft 210 km/h. Turbo-Boost-Anzeige und meist rasch abtauchender Tank-Zeiger.
Der 75 Turbo ist in Deutschland zwar eine Rarität, in Italien aber relativ leicht zu bekommen. Vorteil: Dort gibt es auch meist weniger Rostprobleme, dafür allerdings oft echte Pflegefälle wegen Vernachlässigung. Gute 75er finden sich häufig auch in der Schweiz.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.