Wechselkennzeichen ade? Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (r.) fürchtet um Milliarden aus der Kfz-Steuer. Dabei kündigte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (l., mit AUTO BILD-Redakteur Claudius Maintz) noch im Mai 2010 an, ...
... das W-Kennzeichen so schnell wie möglich einzuführen. Nach internen Informationen, die AUTO BILD vorliegen, gilt es als sicher, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble auf der vollen Kfz-Steuer für jedes einzelne Fahrzeug bestehen wird – auch für die mit W-Kennzeichen.
Stehen in jeder Hinsicht hinter dem Wechselkennzeichen, wie AUTO BILD es vorgeschlagen hat: Johann Grill (ADAC), Ursula Zelenka, Kirsten Lühmann (SPD), Dr. Andreas Scheuer (CSU), Werner Kaessmann, AUTO BILD-Reporter Claudius Maintz (v.l.).
Andreas Scheuer (l.), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, kündigte am 20. Mai 2010 auf einer ADAC-Veranstaltung in Berlin an: Das von AUTO BILD erfundene W-Kennzeichen kommt "zum Jahreswechsel" 2010/2011.
Auch der ADAC ist vom Wechselkennzeichen überzeugt. Präsident Peter Meyer: "Der Gesetzgeber würde einen Anreiz schaffen, sich einen sparsamen und emissionsarmen Kleinwagen als Zweitfahrzeug anzuschaffen." Mit seiner Zustimmung ist der ADAC in bester Gesellschaft.
Auch der Verband der Internationalen Kfz-Hersteller ist für das von AUTO BILD initiierte Wechselkennzeichen. "Mobilität lässt sich damit bedarfsgerecht gestalten, es fördert zudem die Verbreitung von Elektroautos", so Präsident Volker Lange.
Per Brief und über autobild.de haben sich auch mehr als 10.000 Leser von AUTO BILD für das Wechselkennzeichen ausgesprochen. 50 Prozent wollen laut Online-Umfrage zwei Fahrzeuge betreiben, 34 Prozent drei und 16 Prozent vier oder mehr. Die meisten möchten Youngtimer und Alltagsauto kombinieren.
Mehrere Autos in der Garage und ein Kennzeichen, das für alle gilt? Super Sache! Deutschlands Autofahrer sind mehrheitlich begeistert von der AUTO BILD-Idee des mehrfach nutzbaren
Wechselkennzeichens. Gerhard Püttmann (76), pensionierter Ingenieur aus Königstein (Hessen), ...
... sagt: "Mindestens eines unserer drei Fahrzeuge steht immer herum – meistens das Wohnmobil. Drei- bis viermal pro Jahr fahren wir damit in den Urlaub, zum Beispiel nach Frankreich, Italien, Schottland oder Irland. Aber auch in die Schweiz. Dort sehen wir ...
... immer wieder andere Wohnmobile in den Vorgärten stehen – ohne Kennzeichen. Die Nummernschilder fahren außerhalb der Urlaubszeiten an den Alltagsautos durch die Gegend. So etwas wünsche ich mir auch in Deutschland. Unser Reisemobil ist acht Jahre alt und hat nur 65.000 Kilometer hinter sich, trotzdem ist es von März bis Oktober dauerhaft angemeldet.
Wir zahlen dann, ohne viel zu fahren. Das
W-Kennzeichen wäre viel flexibler, wir könnten an einem schönen Tag einfach losfahren. Viele scheuen wegen des Unterhalts die Anschaffung eines Reisemobils – das W-Kennzeichen würde sicher viele dazu bewegen, sich eins zu kaufen. Davon würde die gesamte Branche profitieren."
Lennart Henning (25) aus Bonn, Inhaber einer Agentur für Elektromobilität (
www.greenadvertising.de) und Teilnehmer einer Weltumrundung mit E-Autos: "Das
W-Kennzeichen wird Hemmschwellen abbauen, sich ein Elektroauto anzuschaffen. Viele wollen zwar ...
... umweltfreundlich fahren, scheuen aber die Versicherungskosten oder trauen den neuen Techniken noch nicht hundertprozentig. Wenn E-Autos durch das W-Kennzeichen richtig in Fahrt kommen, könnte es für den Staat eine preiswerte und clevere Ergänzung zu millionenschweren Subventionen für ökologische Antriebsarten sein. Die meisten E-Modelle ...
... eignen sich wegen der noch begrenzten Reichweite leider noch nicht für alle Einsatzbereiche, sind aber auf den Kurzstrecken wie zum Beispiel in der Stadt sehr umweltfreundlich. Wer auf Langstrecken lieber auf einen Verbrennungsmotor zurückgreifen möchte, ...
... kann mit dem Wechselnummernschild beide Antriebsarten ideal kombinieren – zugunsten von Umwelt und eigenem Geldbeutel. Mit meinem Audi A4 kann ich etwa in den Skiurlaub fahren, mit meinem Tesla Roadster zum Beispiel in der Stadt Alltagsfahrten bewältigen."
Stefan Thiele (45), Nebenerwerbs-Bestatter aus Marsberg (Nordrhein-Westfalen): "Seit 1948 befördern wir Menschen, meine Firma ist seit drei Generationen im Familienbesitz. Meistens sind unsere Kunden gesund und munter, andere krank. Einige sind leider gestorben. Im Sauerland erwarten die Leute ...
... Fürsorge von der Wiege bis zur Bahre. Wenn jemand tot ist, will keiner lange einen Bestatter suchen. Deshalb haben wir außer Kranken- und Mietfahrzeugen auch einen Leichenwagen, der aber nur sehr selten zum Einsatz kommt. In dieser Gegend ist das ein Muss, das allerdings ...
... viel Geld kostet. Der Mercedes Vito hat in zehn Jahren gerade mal 49.000 Kilometer hinter sich gebracht. Trotzdem ist er dauerhaft zugelassen, er kann ja jederzeit einen Einsatz bekommen. Gäbe es das W-Kennzeichen, ...
... würde ich das entweder an meinen privaten Mercedes ML oder den Leichenwagen schrauben. Ein solches Nummernschild würde mir helfen, die hohen Unterhaltskosten für meinen Fuhrpark zu reduzieren."
Ute Grützmacher (52), Informatik-Assistentin aus Köln: "Ich wünsche mir das W-Kennzeichen sehr! Immer wenn ich in die Schweiz reise, bin ich ganz neidisch auf das dortige Wechselnummernschild. Viele Schweizer leisten sich neben ihrem Alltagsauto ...
... noch ein Motorrad. Zwar könnte ich mir für meine Honda CBF 600 auch ein Saisonkennzeichen besorgen, ich will aber auch an sonnigen Wintertagen auf zwei Rädern mobil sein. Ein Bekannter wollte sich neulich ein Motorrad kaufen, hat es aber aus Angst vor den Unterhaltskosten ...
... nicht getan. Wenn ich mit dem Motorrad in die zugeparkte Kölner Innenstadt fahre, finde ich viel leichter einen Stellplatz als mit meinem Fiesta. Ich verstehe nicht, warum die Versicherer dagegen sind: Ich kann ja nicht mit dem Ford und der Honda gleichzeitig fahren."
Claudius Maintz (36), Reporter bei AUTO BILD: "Ich musste wegen des harten Winters lange warten, bis ich wieder mit meinem BMW 628 CSI unterwegs sein konnte.Habe trotz Saisonkennzeichens ...
... für zweieinhalb Monate Steuern und Versicherung bezahlt, ohne einen Meter zu fahren. Zum H-Kennzeichen fehlen meinem Youngtimer noch fünf Jahre. Für mich ist der Sechszylinder mit lediglich 47.000 Kilometern aber schon jetzt automobiles Kulturgut. An schönen Tagen ...
... könnte ich mein Alltagsauto einfach stehen lassen und auf den BMW umsteigen. Das W-Kennzeichen würde auch helfen, Klassiker in der Familie zu halten. Man wäre nicht mehr gezwungen, diese wegen des Unterhalts beim Kauf eines Neuwagens loszuwerden."
Und jetzt droht also das Aus für das Wechselkennzeichen in seiner ursprünglichen Form? Mehr zu den einflussreichen Befürwortern
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