Man soll's nicht glauben, auch der
Alfa Romeo 164 ist schon zum Klassiker gereift. Das weiß allerdings noch nicht jeder. 1988 stand der neue 164 mit 45.200 Mark in der Preisliste. 2012 ist das Fahrzeugangebot ...
... noch immer groß und entsprechend günstig: Hier geht schon viel rund um 1800 Euro. Da kann man wählerisch sein und nach Top-Exemplaren suchen.
Schon zu seiner Zeit, Ende der 80er-Jahre, war der 164 eine große Nummer. Endlich hatte Alfa ein Topmodell am Start, das die schlechten Erfahrungen mit seinen rostenden Vorgängern
Alfasud und dem scheußlichen Alfa Arna vergessen machte. 185 PS und 1260 Kilo Leergewicht sind eine schöne Kombination, auch mit Frontantrieb.
Mit dem Alfa Romeo 164 gelang
Pininfarina ein großer Wurf. Der Rundumschutz ist selbstverständlich nicht lackiert, sondern in Kunststoff natur grau gehalten, ist Achtziger-Jahre-Zeitgeist pur.
Hinten betont das schmale Band der Rückleuchten unter der umlaufenden Sicke das strenge Design.
Die 16-Zoll-Räder sind nicht ganz original, sie stammen aus der zweiten Serie. Aber derlei Mäkeleien will sowieso niemand hören, außerdem stehen sie dem 164 richtig gut.
Der Kofferraum beherbergt nicht nur die links unter einer Abdeckung steckende Batterie, sondern bei Bedarf auch Gepäck mit bis zu 504 Liter Volumen.
Schlicht und übersichtlich angeordnet: Der Innenraum lässt jede italienische Verspieltheit vermissen. Das hat doch auch mal was!
Viel Beinfreiheit im Fond – das trägt zum Charakter der idealen Reiselimousine bei.
Formale Strenge auch im Motorraum: Die glänzenden Ansaugrohre des Arese-V6 stehen in Reih' und Glied wie auf dem Kasernenhof, aber sie erfreuen das Auge.
Der Sportauspuff unseres Foto-Alfas ist zeitgenössisch und verstärkt den wunderbaren V6-Sound. Lust auf Italien? Wenn Sie nun auch einen Alfa Romeo 164 haben möchten, finden Sie ihn bestimmt in unserem
AUTOBILD-Klassikmarkt.
Und hier ist die liebe Verwandschaft: Der von 1984 bis 1987 gebaute, auf der Alfetta basierende Alfa Romeo 90 ist der glücklose Vorgänger des Alfa Romeo 164. Bei den Kunden kam der 90 nicht gut an, so dass Alfa Romeo davon nur rund 56.000 Stück verkaufen konnte.
Das änderte sich gewaltig, als der Alfa Romeo 90 im Jahr 1987 vom 164 abgelöst wurde. Insgesamt 269.894-mal bringt Alfa Romeo bis 1997 sein Topmodell an den Mann.
1992 wird der 164 kräftig überarbeitet: Alfa Romeo präsentiert den
164 Super , der an Ellipsoid-Scheinwerfern und wuchtigeren Stoßfängern zu erkennen ist. Zudem gibt es den Sechszylinder jetzt auch als Vierventiler mit 211 und 232 PS im Topmodell QV.
1998 tritt der
Alfa Romeo 166 die Nachfolge des 164 an. Der kann nicht an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen. Mit rund 96.000 produzierten Fahrzeugen (in 10 Jahren!) kann man in ruhig als Totalflop bezeichnen. Auf einen Nachfolger verzichtete Alfa Romeo.
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