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Bilder: Lloyd LT 600

Lloyd LT 600
Mit dem LT hat Lloyd Deutschlands ersten Kompaktvan erfunden. Zumindest würden wir das Fracht- und Freizeitauto heute so nennen. Damals warb der Bremer Autobauer noch für den "Großraum-Personenwagen". Los geht es 1952 mit dem LT 500, den es als Sechssitzer, Pritschen- und Kastenwagen mit 13 PS gibt.
Lloyd LT 600
1955 wird ein Upgrade vorgestellt: Der LT 600 zaubert sagenhafte 19 PS aus seinem Zweizylinder-Viertaktmotörchen mit (Nomen est Hubraum) 600 Kubik. Ästheten werfen dem LT seinen Boxerblick und ...
Lloyd LT 600
... sein Schachtelheck vor. Eleganz hatten seine Konstrukteure nicht vorgesehen, nur Zweckmäßigkeit zählte. So basiert die Karosserie auf einem mit Blech beplankten Holzrahmen. Das machte den LT einerseits preiswert und leichtgewichtig, aber seine Haltbarkeit litt erheblich darunter: Besonders strapazierte Exemplare waren schon nach fünf Jahren am Ende.
Lloyd LT 600
Bitte vorne rechts einsteigen und dann nach hinten durchkrabbeln! Das ist zwar furchtbar umständlich, aber sind erst einmal alle drin, sitzen bis zu sechs Fahrgäste im Lloyd LT sehr bequem. Den erwähnten Holzrahmen ...
Lloyd LT 600
... sieht man hier sehr schön, er gibt dem Fahrgastraum beinahe einen Fachwerk-Charakter.
Lloyd LT 600
Die Innenausstattung des LT ist schlicht, schlicht und nochmals schlicht! Deshalb hat sich der Erstbesitzer unseres Foto-Fahrzeugs ein bisschen Luxus-Extras in Form von Kristallglas-Ascher und -Vase gegönnt. Völlig original ist dagegen das dunkle Holzarmaturenbrett.
Lloyd LT 600
Ein Lenk-Schloss im Sinne des Wortes! Heute wirkt diese Diebstahlssicherung des LT wie ein Spielzeug. In den 50er-Jahren war sie völlig normal und niemand hätte sich darüber lustig gemacht.
Lloyd LT 600
Nein, hier handelt es sich nicht um eine Heimwerker-Bastelei, das gehört so! Lloyd schraubte in den LT, was der Normteile-Katalog hergab. Selbst das hässliche Holzklötzchen, das die Schließfalle festhält, ist original.
Lloyd LT 600
Er versteckt sich im Souterrain, dabei war der Zweizylinder des LT 600 ein modernes Motörchen mit oben liegender Nockenwelle und bis zu 25 PS, die er aber nur im Lloyd-Luxus-Kleinwagen Alexander TS leisten durfte. Der normale LT mit 19 PS bringt es auf eine bescheidene Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Zum Ausgleich ist er sparsam im Verbrauch: Bei 6,5 Litern pro 100 Kilometern kann man nun wirklich nicht meckern!
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Bis 1961 wurde der Lloyd LT 500/600 insgesamt 24.668-mal gebaut, darunter befanden sich 19.937 Sechssitzer. 1956 lag der Neupreis für einen LT 600 bei günstigen 4660 Mark – nicht viel mehr als ein Käfer. Einen verlängerten Radstand gab es für gerade mal 100 Mark mehr. Das passte schon!
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Heute ist der Lloyd LT in Deutschland extrem rar, es gibt weniger als 50 Exemplare. Ein guter LT 600 wird daher mit mindestens 10.000 Euro gehandelt, kann aber auch bis zu 20.000 Euro kosten. Restaurierungsbedürftige Exemplare, an denen sich das Schrauben überhaupt noch lohnt, sollten unter 5000 Euro liegen.