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Bilder: Mercedes-Benz Unimog 411 U30

Mercedes-Benz Unimog 411 U30
Das Auto vom anderen Stern – mit Stern. Wo alle anderen scheitern – der Unimog kommt durch. Sein Gelände ist die ganze Welt, und doch ist er immer bodenständig geblieben, dieser mittlerweile gut 60 Jahre alte Allzwecktraktor. Ein Unimog, das ist komfortbefreiter Nutzwert in aller Konsequenz.
Bild: Angelika Emmerling
Mercedes-Benz Unimog 411 U30
Der Unimog ist der Auto gewordene Diener des Menschen. Lebensretter, Ackergerät, Lokomotive, man nenne eine Aufgabe, der Unimog hat die Lösung. Daher hat er auch in Uniform Karriere gemacht. Diverse Heere der Welt vertrauen auf ihn. Globetrotter natürlich auch: Durchs Okavango-Delta zwischen den Krokodilen durch – bitte sehr.
Bild: Angelika Emmerling
Mercedes-Benz Unimog 411 U30
Die Unimog-Geschichte begann 1946 in Schwäbisch-Gmünd bei Erhard & Söhne mit der Konstruktion eines genialen Universaltraktors: Spurbreite wie zwei Kartoffelreihen, vier gleich große Räder, Schraubenfedern, Allradantrieb. Die ersten 600 Exemplare wurden bei Boehringer in Göppingen gebaut – ein Betrieb, den Mercedes 1951 aufkaufte.
Bild: Angelika Emmerling
Mercedes-Benz Unimog 411 U30
Da kaum Unimogs entsorgt werden, sind viele verfügbar, aber auch die Nachfrage ist hoch. 411er und der 406er sind als Cabrio gesucht und kosten bis 15.000 bzw. 25.000 Euro (Note 2). Fürs Militär (mit 62.000 Stück meistgebautes Modell) arbeiteten die schluckfreudigen Benziner (25–45 Liter/100 km) der S-Modelle.
Bild: Angelika Emmerling
Mercedes-Benz Unimog 411 U30
Warum er so geländegängig ist? Das liegt an seinem Ur-Konzept. Kurzer Radstand, kurze Überhänge, große Räder, viel Bodenfreiheit, starrer Durchtrieb zwischen vorn und hinten, Quersperren an den Achsen, eine enorme Verschränkung dank des massiven Zentralrohrs zur Hinterachse, das alle Kräfte aufnimmt, sodass die Achsen frei pendeln können.
Bild: Angelika Emmerling
Mercedes-Benz Unimog 411 U30
Der Unimog ist nicht bocksteif, sondern intelligent elastisch. Fährt der Unimog über grobe Brocken, dann schwabbelt er einschließlich Lenksäule wie ein Wackelpudding. Beängstigend, aber sicher! Bis in alle Ewigkeit.
Bild: Angelika Emmerling
Mercedes-Benz Unimog 411 U30
In der Kabine herrscht das Sauna-Prinzip, weil der heiße Kühlerausgleichsbehälter dort steht, wo sich in richtigen Autos die Mittelkonsole befindet. Auch der Motor mit dem Charakter einer Rüttelplatte sucht die Nähe zum Menschen: Er sitzt zwischen dem rechten Knie des Fahrers und dem linken des Beifahrers und strahlt Hitze ab wie ein Gartengrill.
Bild: Angelika Emmerling
Mercedes-Benz Unimog 411 U30
Das Armaturenbrett ist nacktes Blech, in das Schalter, Instrumente und Warnleuchten nach dem Gießkannenprinzip eingestreut wurden. Einem Fahrzeug solcher Komplexität würde man heute iDrive spendieren.
Bild: Angelika Emmerling
Mercedes-Benz Unimog 411 U30
So wachsen die Hebel wie die Tulpen rund um den Fahrer: der fürs Sechsganggetriebe, für Allrad, Rückwärtsgang (ja, ein extra Hebel), Differenzialsperren, Zapfwellen, Handgas sowie Hydrauliken vorn (Frontlader) und hinten (Kraftheber). Eine Handbremse, die eine Verwandte der Wasserpumpenzange sein muss, stakst auch noch aus dem ganzen Chaos.
Bild: Angelika Emmerling
Mercedes-Benz Unimog 411 U30
Der Geradeauslauf entspricht dem einer läufigen Hündin im Park, und frühe Unimogs hatten eine Bremse, die für den Tritt eines usbekischen Ringers ausgelegt war.
Bild: Angelika Emmerling
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Große Räder sorgen für reichlich Abstand zwischen Bodenblech und Untergrund. Angetrieben werden sie im 411er von ...
Bild: Angelika Emmerling
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... einem Vierzylinder-Diesel mit 30 PS. Wer mehr braucht, greift zum 406er. Dessen Motor entwickelt 65 PS und eignet sich damit eher für längere Strecken.
Bild: Angelika Emmerling
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Wer aber Haus und Hof besitzt und immer irgendetwas baut, für den sind schon die 411er perfekte Universal-Werkzeuge. Rollende Schweizer Messer mit der Kraft der zwei Zapfwellen, an die man externe Geräte anschließen kann – Kreissägen, Holzspalter, Schneefräsen. Hier gilt es nur, den Karosserie-Rost in Schach zu halten.
Bild: Angelika Emmerling
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Von normalen Autos sind nach 50 Jahren so circa 99 Prozent in den ewigen Jagdgründen, vom Unimog rattern noch gut die Hälfte herum. Er ist einfach nicht kleinzukriegen. Die Unimog-Szene sorgt daher für ein gutes Angebot an Ersatzteilen, und der Mutterkonzern Daimler selbst liefert auch tapfer welche.
Bild: Angelika Emmerling
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Kauf-Tipp: Als Reisemobil ein Modell der SBU-Baureihe, als Heimtrecker und für kurze Wege der klassische 411er oder der 406 mit Sechszylinder-Diesel bis 110 PS.
Bild: Angelika Emmerling