Gegenüber seinem Vorgänger gradliniger und weniger amerikanisch gestaltet, punktet der Nachfolger des P1 1960 mit zeitloser Eleganz. Ältere Semester erinnern sich gut an den
Opel Rekord P2, der kein Käfer war und trotzdem lief und lief.
Der Rekord P2 verkörpert europäisches Design im Trapezstil der frühen 1960er. Der Wegfall der Panoramascheibe erleichtert den Einstieg, die hohen Kotflügel das Rangieren.
Die Lenkung arbeitet präzise. Zu schnelle Drehs erwiedert die weich gefederte Karosserie jedoch mit schaukeligen Lowrider-Hüben. Beim Bremsen sollte man fast 80 Meter aus 100 km/h berücksichtigen.
Einfacher und effizienter geht es nicht: Frischluftzufuhr per stufenlos von innen einstellbarer großer Lüftungsklappe.
Etwas eng ist der Durchstieg zu den konturlosen Rücksitzen beim Zweitürer, doch der Viertürer kostete stolze 490 Mark Aufpreis. Die Polster konnten auch zweifarbig geordert werden.
Der klassischer Bandtacho war damals schon fast veraltet. Bis Tempo 50 zeigt die Walze Grün, danach Gelb, und ab 100 km/h warnt sie mit Rot. Wie beim Vorgänger schmückt der Schriftzug "Olympia" die Klappe vom Handschuhfach.
Der Beifahrer kommt in den Genuss einer Sitzsperre – sie soll beim Bremsen die Lehne sichern.
Typisches P2-Erkennungsmerkmal: Die Knubbel-Rückleuchten hießen an deutschen Biertischen "Jungfrauen-Brüste".
Das war ein wichtiges Opel- Argument der 50er und 60er: riesiger Kofferraum mit großer Öffnung. Statt Gasfeder: Eine pfiffige Kinematik hält die Motorhaube auch ohne Stütze in der Schwebe.
Der Vierzylinder hat viel Platz, auf dem Ventildeckel die Entlüftung – so was wäre heute verboten. Schon bei leichten Steigungen beginnt der 50-PS-Rekord zu ächzen.
Vielfahrer griffen zum 1,7-Liter, der zwar nur wenig mehr PS lieferte, aber mehr Drehmoment entwickelte. Opel löste den Rekord P2 schon 1963 wieder ab, der Rekord A wirkte zwei Generationen moderner.
Im
Test der Mittelklasse-Limousinen der 60er-Jahre tritt der Opel Rekord P2 gegen den
Ford 17M P3 und
VW 1500 S Typ an.
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