Der kleine Libero war die Antwort auf asiatische Megacitys mit Platz-Problem, wo auf der Grundfläche eines
VW T3 Doppelhäuser gebaut werden. Gefühlt passt der Libero in den Laderaum eines T3-Transporters. Aber: sechs flexible Sitzplätze, dazu eine Liegefläche von 2,22 Meter – das ist zeitlos clever.
Der 1,43 Meter schmale Libero bietet auf 4,9 Quadratmetern Platz für sechs Personen. Und Allradantrieb dazu!
22.442 Libero hat
Subaru von 1984 bis 1999 in Deutschland verkauft. Davon sind nur noch rund 2300 Fahrzeuge übrig. Die modernisierten FA-Modelle (ab 1993) sind noch zahlreich im Angebot, gute Exemplare kosten rund 4000 Euro. Schwieriger wird es mit den älteren KJ8-Modellen (Bild), denn die meisten der bis 1993 verkauften KJ8 sind schlicht weggerostet.
Sonnenbrille ist Pflicht: Schiebetüren, Schiebedach, Dach-Fensterchen – der Libero ist eine Sonnenbank auf 13-Zoll-Rädern.
Sonnenseite des Libero: Nur das Sondermodell Special gab es ab Werk mit einem riesigen Schiebedach, das für die Serien-Libero nicht lieferbar war. Windig ist übrigens nicht nur der Luftzug im Libero, sondern auch das Fahrverhalten bei Spurrillen oder Seitenwind.
Wer bietet mehr auf 4,9 Quadratmetern? Die japanischen Minibusse Daihatsu Hijet oder der Suzuki Super-Carry boten ähnliche Platzverhältnisse bei nahezu identischen Maßen, sind heute in Deutschland jedoch noch seltener als der Libero.
Als Subaru den Libero entwickelte, waren Interieur-Designer noch echte Handwerker. Für die große Urlaubstour nach Spanien ist der Libero mit seinem 52-PS-Dreizylinder mit Sicherheit das falsche Auto. Doch wer hauptsächlich in der Stadt oder auf Landstraßen unterwegs ist, für den ist der handliche Minibus durchaus eine Alternative.
"Vertrauen in eine Warnlampe ist gut, Kontrolle am Ausgleichsbehälter ist besser." Das muss man sich bei
Subaru gedacht haben, als der Ausgleichsbehälter für die Bremsflüssigkeit direkt im Cockpit untergebracht wurde.
Der rote Knopf im Schalthebel bindet die Vorderräder knarzend in die Vortriebsarbeit ein. Aber bitte nur auf losem oder rutschigen Untergrund, denn der Libero hat kein drehzahlausgleichendes Mittendifferential. Wer auf Asphalt mit Allrad eine Kurve fährt, erntet ein lautes Knarzen aus dem Antriebsstrang – und radierende Vorderräder.
Der Dreizylinder mit 52 PS hüstelt unter der Ladefläche des KJ8-Libero um Aufmerksamkeit. Der rund 1200 ccm große Dreizylinder gilt als zuverlässig, ist aber leider miserabel zugänglich. "Man kann den Kraftstofffilter zwar sehen, aber nicht berühren", witzeln Libero-Kenner. Schlanke Schrauberhände sind hier klar im Vorteil.
Die erste Generation des Libero (KJ8) kam 1984 nach Deutschland. Doch die Wurzeln des Libero liegen im Subaru Sambar, dem ersten Van der japanischen Kei-Car-Klasse. Der KJ8 ist schon die vierte Sambar-Generation. In Deutschland wurde offiziell nur die Hochdach-Version verkauft, den flachen KJ6 gibt es als Grauimport.
1993 kam der neue und letzte Libero (Typ FA): rundere Optik, bewährte Technik. Ende 1999 Stellte Subaru den Deutschland-Import ein.
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