Das Chrysler Stratus Cabriolet ist ein Auto mit uramerikanischen Tugenden: viel Platz, große Ausstattung, kleiner Preis. Wo bitte schön gibt es ein gepflegtes Fünfmeter-Cabrio mit Platz für vier Personen und V6 schon ab 3500 Euro?
Beim Stratus sind immer Schnäppchen-Wochen, mehr Cabrio gibt es nirgendwo.
Trotz moderner Optik und Technik – kein V8, aber Frontantrieb und Einzelradaufhängung – ist der Stratus ein Ami klassischer Prägung. Er ist ein Cabrio zum mühelosen Genießen.
Der Chrysler will gleiten, nicht wedeln. Seine Abmessungen von über 4,90 Metern, das Gewicht von fast zwei Tonnen bei voller Beladung und ein Wendekreis von über 12,5 Metern sprechen gegen jede Eile.
Schnittig wie eine Fregatte, mit großen Seiten-Luken zum bequemen Entern. Das Verdeck öffnet oder schließt elektrohydraulisch auf Knopfdruck. Die einfacher ausgestattete Version LE 2.0 kam mit Vinyldach, erst die Top-Ausstattung LX hatte ein edleres Stoffverdeck.
Der elektrische Verdeckmechanismus gilt als Schwachpunkt. Kaufinteressenten sollten diese Funktion mehrfach prüfen.
Vorübergehend geschlossen: Obwohl das Stratus Cabrio ein unschlagbares Preis-/Leistungsverhältnis bietet, ziehen sich sogar US-Car-Fans zurück. Dabei braucht man keine Vorliebe für Country-Musik oder Fransenjacke haben: Die Stratus-Form im zeitgenössischen "Cab-Forward"-Design ist ansehnlich geblieben – glatt, ausgewogen und schnörkellos.
Auf Knopfdruck geht im Stratus die Sonne auf: Das Verdeck öffnet oder schließt wie von Zauberhand – serienmäßig.
Glasklare Sache: Die Heckscheibe ist beim Stratus Cabrio aus Glas, wird somit nicht milchig und ist auch beheizbar.
Runde Sache: "Bio-Design" war Mitte der 90er-Jahre schwer in Mode.
Lederpolster, Klimaanlage, Automatik, elektrohydraulisches Verdeck, elektrisch einstellbarer Fahrersitz, Tempomat und Bordcomputer gehörten 1996 beim LX 2.5 zur Serienausstattung. Ebenso wie billiges Hartplastik und lieblose Verarbeitung.
Hochstapler: Bis 240 km/h reicht die Tachoskala, doch bei 198 km/h geht dem 163 PS starken V6 die Puste aus. Gut so, denn für die eilige Autobahnhatz sind weder Fahrwerk noch Bremsen des Stratus gerüstet.
Jede Menge Platz und weiches Leder sind beim Topmodell LX 2.5 an Bord. Die Gurtführung in den Sitzen ist ein clever gelöstes Detail.
Die elektronisch gesteuerte Vierstufenautomatik lässt sich mit dem "Autostick" bei Bedarf auch mit der Hand schalten. Viel besser passt es jedoch, das Sortieren der vier Gänge der gelassen agierenden Automatik zu überlassen. Denn cruisen, das kann man mit dem Stratus Cabriolet.
Selbstverständlich bei einem US-Auto: elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung. Vor dem Kauf alle Funktionen prüfen!
Der V6 mit 2,5 Liter Hubraum ist eine Gemeinschaftsentwicklung mit Mitsubishi und vom Naturell her eher ein sanfter Typ denn ein Sportwagentriebwerk. Wer regelmäßig den Zahnriemen wechselt, hat mit dem V6 keine Probleme.
Das
Chrysler LeBaron Cabriolet erschien im Herbst 1986 und kam im April 1988 als 2,5-Liter mit 101 PS und 2,2-Liter-Turbo mit 148 PS auf den deutschen Markt.
Die Frontscheibe möglichst weit vorne: Der Chrysler Stratus verkörpert die Mittelklasse im Cab-Forward-Styling.
Stratus-Nachfolger: Chrysler Sebring (2000-2007).
Nur für den US-Markt: Chrysler Sebring Coupé.
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