Der Peugeot 306, ein Youngtimer? Pöh, Plastikeimer, voll mit elektronischem Teufelszeug. Moment! Feine, glatte Linien von Pininfarina und ein schlankes Heck machen das Peugeot 306 Cabrio eleganter und zeitloser als alle plumpen Nachfolger mit Blechklappdach zusammen.
Nach dem Peugeot 306 Cabriolet wird sich kaum jemand umdrehen, denken Sie? Denken Sie einmal an die zeitgenössische Cabrio-Konkurrenz der gleichen Preisklasse. VW Golf III, Opel Astra, Ford Escort, Renault 19, Rover 214i Cabrio. Nach welchem Eimer, glauben Sie, werden sich in zehn Jahren die Leute umdrehen und die Daumen recken?
Sehen Sie mal genauer hin! Die feine Linie im Blech auf Höhe der Türgriffe ähnlich wie beim
Peugeot 304 Cabrio, der Verzicht auf Schnickschnack, überhaupt die klassischen Proportionen – die Pininfarina hinbekam, indem er das Heck gegenüber dem kompakten 306 um 15 Zentimeter verlängerte.
Der letzte offene Klassiker von Peugeot: Auf das zierlich-elegant gezeichnete 306 Cabrio folgte 2003 der plumpe 307 CC mit Blechklappdach und riesigem Heck, jegliche Ästhetik war dahin. Mit einem 306 Cabrio sichert man sich ein stilvolles Exemplar aus der Prä-Klappdach-Ära, ohne auf moderne Features wie ABS oder Airbag zu verzichten.
Fast wie beim 129er-SL: Das Stoffdach faltet sich elektrohydraulisch (Serie ab Juli 2000), statt unter einer billigen und optisch störenden Persenning, faltet sich das Dach ...
... unter eine automatisch öffnende Klappe. Der ganze Zauber dauert weniger als 30 Sekunden. Allerdings müssen vor dem Öffnen noch zwei Klemmbügel am Rahmen der Windschutzscheibe manuell entriegelt werden.
Tipp vor dem Kauf: Eine Fahrt durch die Waschstraße entlarvt undichte Stellen. Bei häufigen Waschstraßenbesuchen leidet das Verdeck unter den chemischen Zusätzen und den Bürsten. Resultat: verkratzte Heckscheibe, helle Verdecknähte, bis auf die Gummierung abgeschabte Stoffschicht und Wasserflecken.
Die Plastikheckscheibe ist bei 306 Cabrios häufig blind. Ersatz mit Einbauanleitung gibt es für rund 175 Euro.
Übersichtliches Armaturenbrett mit Holz von der Polyester-Wurzel. Seit Dezember 1994 ist der Fahrerairbag serienmäßig.
Unverbastelt: An dem Test-306 ist sogar noch das Werks-Radio eingebaut. Generell haben sich Vorstadt-Tuner seltener am 306 versündigt als bei vergleichbaren Konkurrenzautos. Der Großteil der angebotenen 306 Cabrios ist im Originalzustand.
Wehe dem, der die Geheimzahl vergessen hat: Modelle bis Mai 1997 haben die drollige Tastatur für die Eingabe des Codes für die Wegfahrsperre.
Zauberschalter: Der mittlere Schalter startet den Verdeck-Striptease. Leider gilt die Elektrik beim 306 nicht als besonders zuverlässig. Grund sind ungeschützte Kontaktstellen, die im Laufe der Zeit oxidieren.
Plüschige Pracht: Typisch für einen Franzosen sind die weichen Sitze. Vor dem Kauf unbedingt alle elektrischen Verbraucher wie Sitzheizung und elektrische Fensterheber prüfen.
Die Zweiliter-Varianten des 306 Cabrio sind nicht sehr weitverbreitet, ganz wenige haben ein Automatikgetriebe. Überhitzungen kommen vor, sei es wegen defekter Lüftermotoren, undichter Wasserbehälter oder Kühlerschläuche. Die Zündspulen brennen schon mal durch, Lichtmaschine und Anlasser sorgen auch für Kummer.
Der Urahn: Peugeot 203 Cabrio, 1951 bis 1956.
Direkter Vorgänger des 306:
Peugeot 304 Cabrio, 1970-75.
Basis für das Cabrio: die 306 Kompaktlimousine, 1993-2001.
Plumper 306-Nachfolger mit Reisebus-Windschutzscheibe und unförmigem Hintern: Peugeot 307 CC, 2003-2008.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.