Volkswagen läuft Ende der 50er-Jahre Gefahr, den Anschluss in der Mittelklasse zu verlieren. Der VW 1500 soll Käufer locken, findet aber erst mal nur Beachtung bei den Heckmotor-Freunden: Endlich können sich Käfer-Fahrer über mehr Platz freuen.
Außen gibt es glatte Flächen, kein Kühlergrill: Der Luftwiderstand ist beim 1500er deshalb geringer als bei der Ford Badewanne. Beim Komfort schlägt der VW Typ 3 seine Konkurrenten: Einzelradaufhängung statt Starrachse hinten und 15-Zoll-Räder statt kleiner 13-Zöller.
Zu schnell um die Kurven fahren mag der hecklastige Typ nicht, damals wie heute. Wenn das kurveninnere Rad einklappt, dann ist es ganz schnell vorbei mit der Seitenführung.
Beim Einstieg auf die hintere Sitzbank war Gelenkigkeit nötig. VW konnte sich beim Typ 3 nie zu vier Türen durchringen. Solide Diebstahlsicherung ist erst ab Mitte der 1960er Pflicht. Das Lenkschloss setzt sich durch.
Spießig ist anders: leckere Rundinstrumente in sportlichen Hutzen, hochwertige Verarbeitung. An den Käfer erinnert nur das Lenkrad. Das Radio (hier ein Blaupunkt Köln von 1966 mit originaler Blende) sitzt bei allen Typ 3 etwas verloren unter dem Armaturenbrett.
Als Rauchen noch nicht als Laster galt, waren Schwenkfenster die ergiebigste Innenraum-Belüftung.
Waschanlage: An der Tanke Luft rein, über einen Schlauch fließt das Wasser zur Scheibendüse. War aber anfällig, wurde meist stillgelegt.
Der vordere Kofferraum soll 180 Liter fassen, der hintere sogar 200 Liter. Für ein Auto dieser Klasse und Größe schon damals arg wenig. Immerhin gab es ab 1962 den Kombi Variant.
Der weit hinten versteckte Flachboxermotor dringt akustisch kaum nach vorn. Große Mühe macht das Synchronisieren der Vergaser links und rechts. 54 PS reichten für maximal 140 km/h.
Schon der Passat-Vorgänger sah schlicht und glatt aus. Der Motor unterm modernen Blech steckt aber unmodernerweise hinten, lässt kaum Kofferraum übrig. Schön dagegen: Sound, Temperament und Komfort.
Im
Test der Mittelklasse-Limousinen der 60er-Jahre tritt der VW 1500 S Typ gegen den
Opel Rekord P2 und
Ford 17M P3 an.
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