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Die Geburt des VW Golf – seine Väter berichten

VW Golf I
Kompakt, klar, kantig: So kennt die Welt den ersten Golf. Aber der sachlich-elegante Entwurf von Giugiaro musste erst zum Volkswagen reifen, geeigenet also für die Großserienfertigung und praxistauglich für ein Millionenpublikum. Zum 40. Geburtstag des Millionsellers erzählen seine Väter von der Geburt ihres kleinen Rackers.
Bild: Werk
Giogetto Giugiaro
Der VW Golf I hat gleich drei Väter: Giorgetto Giugiaro (Bild) zeichnete den Millionseller, VW-Design-Chef Herbert Schäfer sorgte für den Feinschliff zur Großserienreife. VW-Entwicklungsvorstand Ernst Fiala fungierte als Geburtshelfer. Zum 40. Golf-Geburtstag sprach AUTO BILD KLASSIK mit den drei legendären Automobil-Männern in Dänemark, Italien und Österreich.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
VW-Design-Chef Herbert Schäfer
Dass der Golf zum Golf wurde, ist das Verdienst von Herbert Schäfer, Designer des Golf I, II und III. Hier das Golf-Urmodell und sein Formgeber Ton in Ton. Über 20 Jahre schwieg Herbert Schäfer über seine 20 Jahre als VW-Designchef (1973–1993). Heute bekennt er: "Ich bin glücklich, dass ich diese tolle Zeit mit VW erleben durfte".
Bild: Frank Stange / AUTO BILD
VW-Design-Chef Herbert Schäfer
"Ich hänge dem Autodesign nicht nach, es spielt in meinem Leben keine Rolle mehr, besser gesagt: keine zentrale Rolle mehr". Das können wir ihm nur schwerlich glauben, ganz im Gegensatz zu seinen spannenden Berichten über die Entstehung des Golf.
Bild: Frank Stange / AUTO BILD
VW-Design-Chef Herbert Schäfer
"Der Golf ist wie ich: ordentlich." Sagt Herbert Schäfer beim Betrachten eines frühen Prospekts vom Januar 1976. Damals trimmte Schäfer den Design-Entwurf Giugiaros zur Serienreife: Unter anderem wurde die Frontscheibe steiler, die Heckklappe gerade mit planer Scheibe statt konvex. Giugiaros rechteckige Leuchteinheiten wichen runden Scheinwerfern.
Bild: Frank Stange / AUTO BILD
VW-Design-Chef Herbert Schäfer
Gestaltungsprozess im Wolfsburger Design-Zentrum: Ein Schnappschuss von 1985. Man beachte: Trendsetter Herbert Schäfer in hochmodischen weißen Socken!
Bild: AUTO BILD
Giorgetto Giugiaro
Der Designer des ursprünglichen Golf-Entwurfs: Giorgetto Giugiaro. Er kritisiert einige Ecken und Kanten des Serien-Golf I, mag ihn aber dennoch. In seinem privaten Museum ist natürlich ein Golf I vertreten, ein schwarzer GTi, an dem er hier posiert.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Designentwurf VW Golf
Ende 1969 beauftragte Volkswagen Giugiaro mit dem Entwurf des Käfer-Nachfolgers. Am 3. Januar 1970 erfährt Giugiaro von VW-Chef Kurt Lotz erste Details zum Projekt.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Designentwurf VW Golf
Bereits am 5. Mai sieht Lotz Modelle und Zeichnungen. Präsentation und Freigabe der Studie erfolgen im Juli bzw. August.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Designentwurf VW Golf
Hier einer der allerersten Entwürfe des Meisters.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
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Seitenansicht des 1970/71 entstandenen Golf-Designentwurfs, der dem späteren Endergebnis schon sehr nahe kommt. Giugiaro: "Die Scheinwerfer sollten kein Element der Flanke mehr sein".
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
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Zwischenstadium: Neben den Rundscheinwerfern wirkten die ursprünglich von Giugiaro geplanten senkrechten Blinker nicht mehr, weshalb sie die heute bestens vertraute Position erhielten: in der Stoßstange.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
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Klare Linien, klare Kanten, klare Verhältnisse. So einfach und zeitlos, aber auch so unemotional funktionierte vor 40 Jahren Automobildesign...
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
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... und trotzdem – oder gerade deshalb – kann sich das Ergebnis heute noch sehen lassen.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
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Es wird, es wird... Bevor Kollege Computer in die Designabteilungen einzog, waren die Stilisten auf Gips und Holz angewiesen. Formgestaltung war einst auch Knochenarbeit.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
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Ernst Fiala, damals Entwicklungs-Vorstand in Wolfsburg, und der Golf: "VW stand am Abgrund, die Geldreserven gingen aus. Ich musste 1972 der Mannschaft Mut machen. Der neue VW-Chef Rudolf Leiding stand hinter mir".
Bild: Robert May
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Fiala wirkt auf diesem Bild aus den frühen Siebzigern zwischen den Käfern nur mäßig begeistert. Das Thema Käfer war ausgereizt, hier gabe es für den Entwicklungschef nichts mehr zu tun. Das Projekt Golf bereitete dafür umso mehr Arbeit.
Bild: Werk
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Kleiner Frontspoiler, steilere Windschutzscheibe, breit ausgestellte Radläufe – unter Schäfer und Fiala wurde aus Giugiaros Skizzen ein Serienauto. Walter de’Silva nahm später den Golf I zum Vorbild für den Golf VI.
Bild: Christian Bittmann
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Aus Kostengründen ersetzte VW Giugiaros Armaturenbrett-Entwurf durch ein hauseigenes, arg spartanisches Hartplastik-Cockpit – und plötzlich war der Golf in der Grundausstattung dem Käfer wieder sehr nah.
Bild: Christian Bittmann
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Giugiaros moderne Tastenöffner wichen aus dem gleichen Griffen aus dem Konzernregal.
Bild: Christian Bittmann
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Präsentation 1991: Ex-Designchef Herbert Schäfer und seine drei Generation Golf – er kann stolz sein auf sein Werk. "Der Kreis ist doch unübertroffen!", sagt er zu den Augen des Golf I.
Bild: AUTO BILD
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1979 kam der Golf mit Kofferraum: Hermann Hablitzel, Leiter Pkw-Versuch, der spätere Forschungsvorstand „Berti“ Schuster, Ernst Fiala und Designchef Herbert Schäfer (von links) begutachten den neuen Jetta. Auch der Stufenheck-Golf wurde zum Erfolg, besonders bei der konservativen Klientel, aus deren Garagen er oft VW 1600 Typ 3 verdrängte.
Bild: Werk
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Ein wichtiges, aber kaum bekanntes Gemeinschaftswerk: Fialas ESVW 1, Träger neuer Sicherheitsinnovationen. Das Design kam von Herbert Schäfer.
Bild: Werk
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Er kann's nicht lassen: Meister Giugiaro, inzwischen flotte 75 Jahre alt, am Zeichentisch. Von Fiat Panda bis Maserati Ghibli und von Lancia Delta bis Alfa Romeo Brera sind viele Autos an Giugiaros Zeichenbrett entstanden. Der Golf ist nur eines davon. Aber ein ganz besonderes – und das erfolgreichste. 
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD