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Die Staatskarossen der Bonner Republik

Bilder: Mit dem Mercedes W 140 nach Bonn
Mit Helmut Kohls Regierungszeit ging 1998 auch die Ära der Bonner Republik zuende. Zum Tod des Kanzlers der Einheit hier eine Erinnerung an die prägnanten Autos der Zeit, als die Bundeshauptstadt noch Bonn hieß.
Bild: Foto Helmut Kohl / Picture Alliance Foto Mercedes S 600 Lang / Angelika Emmerling
Bilder: Mit dem Mercedes W 140 nach Bonn
Als junger Familienvater fuhr Kohl noch Franzosen: Anfang der 1960er-Jahre nutzte er einen weißen Peugeot 404 wie den abgebildeten als Familienauto. Auch als junger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz ...
Bild: Thomas Starck/ AUTO BILD
Bilder: Mit dem Mercedes W 140 nach Bonn
... soll er laut Zeitzeugenberichten seiner Lieblingsmarke treu geblieben sein. Allerdings war seine Minister-Karosse, ein Peugeot 504, anders als der hier gezeigte schwarz und mit zwei Rheinland-Pfalz-Standern geschmückt.
Bild: Werk
Helmut Kohl
Dann der Umzug nach Bonn ins Kanzleramt. Standesgemäß ließ sich Kohl dort in einer Mercedes S-Klasse chauffieren. In den 16 Jahren seiner Amtszeit (1982 bis 1998) erlebte er zwei Generationen der Luxuslimousine: Erst den ...
Bild: dpa
Mercedes-Benz W 126
... ab 1979 gebauten W 126er, später den W 140.
Bild: Werk
Bilder: Mit dem Mercedes W 140 nach Bonn
Auch im Auto war Kohl immer besonders: Er ließ sich nie im Fond kutschieren, sondern immer auf den Beifahrersitz. Der war verstärkt und mit einer erweiterten Längsverstellung ausgestattet – die beiden Extras, die Kohl neben Telefon und Fax wichtig waren. Sonst interessierte sich der Kanzler dem Vernehmen nach kaum für seine Dienstwagen.
Bild: Angelika Emmerling
Die Staatskarossen der Bonner Republik
Kohls S-Klasse fuhr stets von rechts vor den Kanzlerbungalow, ...
Mercedes-Benz S-Klasse W 140
... damit die Beifahrerseite unter dem Dach stand und Helmut Kohl auch bei Wind und Wetter trockenen Fußes hineinschreiten konnte. Der Architekt Sep Ruf entwarf den Flachbau im Auftrag von Ludwig Erhard, der Bau kostete zwei Millionen D-Mark.
Bild: Angelika Emmerling
Mercedes-Benz S-Klasse W 140
Kohls S 600 war auf luxuriöses, komfortables Gleiten ausgelegt. Sportlich ging es trotz des mächtigen V12 nicht zur Sache: Etliche der 394 PS ...
Bild: Angelika Emmerling
Mercedes-Benz S-Klasse W 140
... versumpfen im Wandler der Vierstufenautomatik. Sie wechselt die Gänge bei gemächlicher Fahrt zwar beflissen und sachte, auf der Landstraße aber ruckt und haspelt die Box, statt sich auf das Drehmoment von 570 Nm zu verlassen. Selbst bei Richttempo pendelt der Zeiger der Verbrauchsanzeige zwischen 15 und 20 Litern. Eine Tatsache, die in den umweltbewussteren 1990ern nicht mehr so gut ankam.
Bild: Angelika Emmerling
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Natürlich ist es Zufall, aber es passt, dass beide, Kohl und seine S-Klasse im Oktober 1998 abgelöst wurden. Mit Gerhard Schröder endete die Ära Bonn – und auch die von Mercedes im Kanzler-Fuhrpark:
Bild: Angelika Emmerling
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Der Autokanzler Schröder zog nach Berlin um und fuhr VW Phaeton ...
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... und Audi A8. Ein Novum, hatten seine Vorgänger doch samt und sonders auf Sternenkreuzer gesetzt. Hier folgen die Staatskarossen der Bonner Kanzler!
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Kohls Vorgänger: Helmut Schmidt, 1974 bis 1982: Schmidt siegte bei Wahlen über Kohl (1976) und Strauß (1980), steuerte das Land durch den deutschen Herbst.
Bild: dpa
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Schmidt lotste mit Sicherheit: Der W 116 diente ihm als Dienstwagen. Am liebsten lenkte der Hamburger seinen 450 SEL selber. 1982 stürzte ihn der Schwenk der FDP im bisher einzig erfolgreichen konstruktiven Misstrauensvotum.
Bild: Werk
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1969 bis 1974: Willy Brandt. Als erster SPD-Kanzler (und Friedensnobelpreisträger) konnte er dank eines FDP-Schwenks regieren. Brandt wagte mehr Mercedes ...
Bild: dpa
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... und wählte den W 109, lieber aber noch die Bahn für Reisen. Willy Brandt gewann  zwei Bundestagswahlen, trat 1974 nach einer Spionageaffäre ab und machte Platz für Helmut Schmidt.
Bild: Werk
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1966 bis 1969: Kurt-Georg Kiesinger. Kiesinger koalierte clever: Als Chef der ersten Großen Koalition ließ sich der Schwabe ...
Bild: dpa
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... statt im maximal repräsentativen Mercedes-Spitzenmodell, dem 600er (W 100), ...
Bild: Dieter Rebmann
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... im größten Modell der Einheits-Heckflossenreihe (W 111) chauffieren.
Bild: Werk
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1963 bis 1966: Ludwig Erhard. Erhard wählte das Wirtschaftswunder. Der späte Merdedes 300 (W 186/W 189, gebaut von 1951 – 1962) protzte mit dem vollen Prunk der ausklingenden Fünfziger. Weil es in den 1960ern schon wie eine Krise ...
Bild: dpa
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 ... schien, als die Wirtschaft mal ein bisschen weniger wuchs, musste Erhard abtreten.
Bild: Werk
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1949 bis 1963: Konrad Adenauer. Der Alte mochte keine Experimente: Einer Legende nach stieß er sich Mitte der 50er an einem BMW V8 Barockengel den Kopf ...
Bild: dpa
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... und blieb deshalb bei Mercedes-Limousinen als Dienstwagen. Landläufig wurde der 300 schnell zum "Adenauer-Mercedes".
Bild: Werk