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Die Todsünden der Autopflege

Lada Niva
Das nächste Frühjahr kommt bestimmt, auch wenn momentan nicht dran zu denken ist. Dann steht der Oldie vor der Haustür in der Sonne, nur glänzt er nicht mehr. Kein Problem, denken Sie, auch mit Haushaltsreinigern wird der schmuddelige Klassiker wieder in Neuwagenglanz erstrahlen. Mitnichten – AUTO BILD KLASSIK berichtet von den Todsünden der Autopflege.
Bild: AUTO BILD / Toni Bader
Mercedes-Benz 180 W120
Sünde Nr. 1: Der Oldtimer in der automatischen Waschanlage. Die Portal-Waschanlage ist bequem, sollte empfindlichem Kunstharz- oder Acryllack nicht zugemutet werden. Zumal gespaltene, ungepflegte Bürsten oft Embleme, Zierleisten oder filigrane Anbauteile beschädigen.
Bild: Stephanie Gehrt
Poliermaschine
Sünde Nr. 2: Poliermaschine in Laienhand. Profis beherrschen die Poliermaschine, Laien nicht. Häufigster Fehler: Ungleichmäßiger Einsatz, zu hoher Kantendruck. Billige Baumarkt-Geräte haben oft zu wenig Leistung und bleiben schon bei geringem Druck stehen.
Bild: Bernd Hanselmann
Lackriefen
Falsche Anwendung von Poliermaschinen führt zu Riefen (Hologrammen) in dem empfindlichen Oldie-Lack. Also besser von Hand polieren.
Bild: Bernd Hanselmann
Schwamm
Sünde Nr. 3: Schwämme aus dem Haushalt. Im Supermarkt gibt es spezielle Haushaltsschwämme für empfindliche Materialien. Für die Reinigung betagten Oldtimer-Lacks sind sie dennoch nicht geeignet, denn sie können zu Kratzern führen. Vorsicht auch bei Mikrofaser-Tüchern!
Bild: Bernd Hanselmann
Felgenreiniger
Sünde Nr. 4: säurehaltiger Felgenreiniger. Säurehaltige Felgenreiniger sind wirkungsvoll und billig – aber nichts für wertvolle Felgen. Werden sie dazu am heißen Rad unter praller Sonne angewendet, ist das Rad innerhalb von Minuten erledigt. Todsünde: Backofenspray. Es ist hochalkalisch und greift den Lack an.
Bild: Bernd Hanselmann
Haushaltsreiniger
Sünde Nr. 5: Haushaltsreiniger am oder im Auto einsetzen. Allzweckreiniger machen sauber, können aber dem Material schaden. Für Leder und Polster nur Spezialreiniger verwenden. Das gilt sogar für Glasreiniger, denn nur die fürs Auto greifen die Dichtgummis nicht an.
Bild: Bernd Hanselmann
Cockpitspray
Sünde Nr. 6: Inhaltsstoffe nicht beachten. Speckiges Cockpit? Wie fies. Aber besser als miese Optik durch angegriffenes Material. Das leidet, wenn es mit lösemittelhaltigen Reinigern behandelt wird – die auch noch direkt auf die Oberfläche gegeben werden, und nicht auf ein Tuch.
Bild: Bernd Hanselmann
Porsche 924
So gelingt die Oldie-Pflege: Optimal für eine gründliche Vorreinigung mit dem Hochdruckreiniger ist eine gepflegte Waschbox, in der von Hand gearbeitet werden kann. Die Vorwäsche per Hochdruckreiniger entfernt grobe Partikel, danach wird von Hand schamponiert.
Bild: Hans-Jochaim Mau
Hochdruckreiniger
Ran ans Grobe: Zuerst geht es in die Waschanlage. Vorab mit dem Hochdruckreiniger den gröbsten Dreck wegspülen, so wird der sandige Schmutz auf dem Lack nicht zu Schleifpapier. Achtung: Das Wasser kommt mit hohem Druck aus der Düse, also genügend Abstand halten, um Schäden an Blech und Kunststoffen zu vermeiden.
Bild: Ralf Timm
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Viel sauberes, lauwarmes Wasser nach der gründlichen Vorwäsche hat noch keinem intakten Lack geschadet. Schwämme und Lappen sollten peinlich sauber sein und im Zweifel ersetzt werden. Hartnäckige Schmutzpartikel, die sich durch Handwäsche nicht lösen (z.B. Insektenreste, Teer), nur mit speziellen Autoreinigern entfernen.
Bild: Ralf Timm
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Alte Ablagerungen auf dem Lack lösen sich gut mit Reinigungsknete. Der Test mit den Fingern ist einfach: Ertasten sie Rauheit, muss weiter gereinigt werden.
Bild: Angelika Emmerling
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Nicht in praller Sonne oder auf heißem Lack arbeiten – Wasserflecken, angetrocknete oder gar eingebrannte Pflegeprodukte sind die Folge. Für eine Politur oder Lackkonservierung sollte es allerdings warm sein, rund 20 Grad sind optimal. Bei Temperaturen unter 15 Grad werden viele Produkte zähflüssig und lassen sich nicht mehr optimal verarbeiten.
Bild: Angelika Emmerling
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Ideal zum Polieren sind Tücher aus häufig gewaschenem, weichem Baumwollfrottee. Wichtig ist ein gleichmäßiger Druck. Pflegeprodukte sparsam anwenden. Je weniger abrasiv sie sind, desto besser für die dünne Lackschicht. Man beginnt mit einem sanften Produkt – und steigert sich bei Bedarf bis zum Lackreiniger bei extrem verwitterten Lacken.
Bild: Angelika Emmerling
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Unbedingt die Anwendungsvorschriften des Herstellers beachten! Es muss übrigens nicht immer die teuerste Politur sein: Hier lesen Sie, welche Autopolituren empfehlenswert sind.
Bild: Angelika Emmerling
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Toll, eine Poliermaschine. Doch nur Profigeräte in geübten Händen sind sinnvoll. Zu empfehlen ist ihr Einsatz bei matten, verschrammten Lacken sowie bei der Verwendung eines harten Carnaubawachses. Die Drehzahl sollte zwischen 800 und 1800 Touren liegen, darüber können die Produkte verbrennen. Optimal: spezielle Polituren für Maschinen verwenden.
Bild: Bernd Hanselmann
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Polituren und Wachse müssen rasch auspoliert werden. Sind sie bereits angetrocknet, kostet ihre spurenfreie Beseitigung oft viel Mühe. Zudem wirken getrocknete Polituren abrasiver.
Bild: Angelika Emmerling
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Nach einer Politur unbedingt Wachs oder Lackversiegelung auftragen. Besonders dann, wenn Insektenreiniger benutzt wurde. Hochwertige Carnaubawachse, selbst wenn sie von einer Polymerstruktur gestützt werden, sind weniger resistent gegen Wäschen und Witterung als chemische Versiegelungen. Dafür überzeugen Tiefenglanz und Brillanz des Wachses. Wenn Sie diese Tipps beherzigen, kann der Frühjahrsputz beginnen. Denn das nächste Frühjahr kommt bestimmt.