Einfach grauenvoll: Margret Huckos Mazda 121 sieht aus, als hätte er Völlegefühl – ein Blähbauch auf Rädern. Gräßliches Design führt Autos genauso ins Abseits wie technische Probleme oder Fehler in der Chefetage.
Der größte Auto-Flop aller Zeiten: 1958 wollte Ford mit der neuen Marke Edsel den Markt in den USA aufrollen. Der Aufwand war gigantisch, der Misserfolg auch. Rezession, missratenes Design und unzuverlässige Technik machten Edsel schon 1960 den Garaus. Ford versenkte 400 Millionen Dollar.
Hier versagten alle: der Designer, das Marketing, die Chefetage. Aufgrund seiner Kühlerform nannten die Amis den Ford Edsel "Toilettenbrille" oder "Horsecollar" – nach jener dicken Halskrause, die Arbeitspferde tragen. Sogar Feministinnen äußerten sich besorgt wegen der speziellen Form des Kühlers.
Batmobil trifft Bonds Dienstschleuder – das war wohl zuviel für die US-Luxuskundschaft. Auch wenn der Gaylord bereits 1955 mit Klappdach, V8-Motor und Spohn-Karosserie daherkam: Ein Jahr und wenige Exemplare später war Sense.
Obi-Mobil würde besser zu diesem Wagen passen, der aussieht, als wäre er aus Zeltstangen, Spanplatten, Schaumstoff und Klebeband zusammengeschustert. Ein Wunder, daß bis 1974 überhaupt fast 1500 Exemplare aus dem Automobilwerk Walter Schätzle rollten.
Wie verwandelt man einen drögen Begriff in eine lebenslustige Bezeichnung? Man hängt ein "eo" an. Gebracht hat das dem
Mercedes Vaneo aber nichts. Er fiel durch die Geschmackskontrolle, von 2001 bis 2005 produzierte Daimler 55.000 Exemplare, geplant waren 50.000 – pro Jahr.
Ein hinter(n)listiges Auto, dieser Micra CC. Ein Cabrio-Coupé mit Blechdach und zwei Gesichtern: Von vorn lächelt es, von hinten schockt es mit Horror-Heck. Das Kürzel CC steht nicht für Coco Chanel, sondern für Crash Chaos. Der Micra beweist, dass die Hardtop-Mode viele Hässlichkeiten produziert.
Hundehütten-Heck: Für solche Aufbauten zahlen Züchter viel Geld. Bei der großen Modellpflege 2005 wurde der klobige BMW 7er-Po etwas geliftet und präsentierte sich danach etwas runder und knackiger.
Der Volvo 262 C Bertone sieht aus, als sei das Tonmodell vom Tisch des Designers aufs Dach gefallen. Die Teile kamen von den Schweden, montiert wurde das Coupé in Italien.
Ein Heck, das von Seat nicht interpretiert, sondern trainiert werden müsste – im Bauch-Beine-Po-Kurs. 2009 wurde der erfolglose Toledo eingestellt.
Vielleicht haben wir es einfach nicht verstanden. Von der Synthese aus praktisch-funktionalen und emotionalen Erwartungen der Ford-Kunden war bei der Präsentation der letzten Generation des
Ford Scorpio (Scorpio '95) die Rede. Die Journalisten ...
... starrten aber nur entgeistert auf das Heck. Auch die Kunden gewöhnten sich nicht an das "mutige" Design. Nach rund vier Produktionsjahren war 1998 nach 75.000 Scorpio'95 Schluss.
Einfach nur billig – das sollte der bei Zastava gefertigte Kleinwagen auf Basis des Fiat 127 sein. Und er war es – nicht nur im Preis: knisterndes Plastik, dünne Blechhaut, 45 PS. Da nützte auch das Design von Giugiaro nichts. Die Krönung im Yugo-Programm: das mit dem Hackbeil gezeichnete Yugo Cabrio mit elektrohydraulischem Verdeck!
"Neckermann-Porsche", "Volksporsche" oder auch einfach kurz "Vopo" wurde der
Porsche 914 aus dem Hause VW genannt. Was für eine Kränkung für jeden 911er-Fahrer, der mindestens 6000 D-Mark mehr bezahlt hat!
Herausragend ist beim Elan nur der Name. Nachdem zunächst Lotus den Kult-Sportwagen wieder auferstehen ließ, fertigte Kia davon eine plumpe Kopie – billig gemacht, lahm, klapprig, einfach schrecklich. Der Kia-Roadster floppte völlig zu Recht.
Rover hatte kein Geld und Honda keine Erfahrung, um eine echte Oberklasse-Limousine zu bauen. So entstand der glücklose Rover 827/Honda Legend.
Manche Ehen sind zum Scheitern verurteilt. Zum Beispiel die zwischen Nissan und Alfa Romeo. Dabei war die Grundidee gar nicht so verkehrt: Japanische Präzision ...
... trifft Dolce Vita. Doch das Ergebnis der Hochzeit war ein unzuverlässiges, hässliches Auto mit dem Zwitternamen Arna (für A-lfa R-omeo N-issan A-utoveicoli), das es zwischen 1983 und '86 auf gerade mal 27.974 Exemplare brachte. Der Arna zeigt, wie nah am Abgrund der Staatskonzern Alfa Romeo in den 80er-Jahren stand.
Der sieht ja aus wie ein Kadett C mit Manta-Schnauze! Ähnlich ist es auch: Opel wollte uns den Kadett C (1973–1979) noch bis 1982 als Vauxhall Chevette andrehen.
Rückschritt statt Ford-Schritt – wie soll das auch funktionieren? Ein Mondeo als Basis, dann noch mit Diesel und als Kombi. Jaguar X-Type Estate, shocking!
Gremlin – der Versuch, "mal eben" einen Kleinwagen auf den Mark zu werfen. Tja: AMC hat sich mit den Proportionen und seinen Kunden verrechnet. Heutzutage taucht der Gremlin eigentlich nur noch als Verlierer-Auto bei den Simpsons auf.
Problematisches Fahrwerk (Hydropneumatik von Citroën) trifft auf anfälligen Antrieb (Maserati V6) – der häufig mit Maschinenschaden strandende Citroën SM ist tatsächlich nur etwas für Sado-Masochisten. Endlich mal ein passender Name!
Ein Rückruf, der in die Geschichte einging: Fehlerhafte Reifen von Firestone brachten über vier Millionen Explorer ins Schwimmen. Im schlimmsten Fall endete das Ablösen der Lauffläche in einer Rutschpartie mit Überschlag. 200 Autofahrer starben.
Es war vieles genial am
NSU Ro 80: das Design, der innovative Wankel-Antrieb, die Rundumsicht. Fakt ist aber auch, daß der Ro wegen seiner anfälligen und noch dazu durstigen Kreiskolbenmaschinen anfangs schneller kaputtging, als heute die Spritpreise steigen.
Kollaps beim Crashtest: Der chinesische Geländewagen Landwind auf Basis des alten Opel Frontera fiel beim Frontalaufprall zusammen. Und damit auch durch.
Unsafe at any speed: Chevrolet war beeindruckt vom Erfolg des VW Käfers und kam 1960 ebenfalls mit luftgekühltem Boxer im Heck. Im Corvair mit schwerem Sechszylinder-Boxer – eine Heckschleuder par excellence. Verbraucherschützer-Anwalt Ralph Nader machte dem Corvair einen kurzen Prozess.
Der Austin Allegro ist die Minzsoße des Automobilbaus: die totale Geschmacksverirrung aus England mit fauler Technik. Rost, Ölverlust, zickende Elektrik – ein düsteres Kapitel aus der Ära British Elend.
Der missratene Klon des Alfasud versuchte mit seinem rechteckigen Lenkrad über die zahlreich vorhandenen Mängel hinwegzutäuschen.
Flugzeug-Hangar auf vier Rädern: Die koreanische "Van-Limousine" Ssangong Rodius erinnert vorn an eine knuddelige Teddynase, das Heck an einem klobigen Dachausbau eines Hobbybastlers. Wer SsangYong Rodius fährt, beweist automobile Geschmacksimmunität.
Eine kurze Zeit war es lustig. Aber schnell nervt die langsame, störanfällige E-Schiebetür des Peugeot 1007. Die Schiebetür läuft nämlich nicht wie geschmiert. Nicht weil die Mechanik versagt, sondern weil die Elektronik spinnt, dauernd offene Türen wittert oder Eiskrümel für Kinderhände hält. Dann stoppt der Antrieb. 2009 stoppte auch die Produktion.
Die Optik des Hyundai Coupés? Manche mögen's. Aber im Vergleich zum ...
... Ferrari-Original 456 GT stürzt die schwülstige Kostümierung des Koreaners im freien Fall ab. Da hilft auch der Preis nicht.
Auch wenn der Toyota Yaris Verso ein beliebtes Multi-Space-Konzept nachäfft: Sein trauriger Anblick taugt nicht für die Zukunft. Eine rollende Hundehütte.
Stromlinienförmig wie ein Fisch, dabei aber auch hässlich wie ein Karpfen. Der Nissan Primera taucht hoffentlich bald ab – für immer.
Als Neuwagen war der Smart roadster schlicht zu teuer. Hebt ihn der Gebrauchtwagen-Status auf den Kult-Sockel? Bestimmt. So war's schließlich auch beim
MG B.
Ein etwas anderer Van: der
Renault Avantime. Manche finden das Design einfach nur grauslig, nur 8550 wurden gebaut. Der Avantime ist so zwecklos wie ein Gänseblümchen auf dem Balkon oder ein Bild eines unbekannten Malers. Sein Sinn liegt in der Schönheit der Zwecklosigkeit.
Ein großartiges Auto, technisch vom Feinsten, stilsicheres Design. Aber mit VW-Logo an der Chromnase ist der
Phaeton eine Prestige-Niete.
Was bin ich? Eine umgekippte Telefonzelle? Ein Ochsenfrosch? Nein, ein Auto. Eines, wo man vorn zu dritt sitzen kann, und mit großen Glasflächen. Damit die Außenwelt sieht, welch bemitleidenswerten Menschen im vielleicht hässlichsten Auto aller Zeiten sitzen.
Hübsch? Geschmacksache. Ein Typ ist der Thesis aber auf jeden Fall, mit Kanten und Ecken. Und mit skurrilen Scheinwerfern. Sollte er in zehn oder mehr Jahren noch funktionieren, ist ihm eine treue Fan-Gemeinde sicher.
Alu und Audi – auch beim Kleinwagen eine gute Formel. Nur leider war der A2 anfangs zu teuer. Jetzt, beim Gebrauchten, geht die Rechnung aber garantiert auf.
Das Z3 Coupé stiehlt dem Cabrio die Show. Weil es es sich mit etwa 7000 Stücken rar macht. Und damit begehrt.
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