Reiner Traudt und sein Ford Edsel Ranger von 1959: 1992 hat er seinen selbst restaurierten VW Käfer gegen ...
... das amerikanische Dickschiff eingetauscht. Um auch den Edsel auf Vordermann zu bringen, wurde das Auto komplett zerlegt. Dabei hätten ...
... Traudt und Ehefrau Angela aus Platzmangel fast aus dem Haus ausziehen müssen. Aber was sollten sie machen – die beiden mögen halt "große Autos".
Asphalt-Dampfer: 5,36 Meter misst der Ford in der Länge, er ist über zwei Meter breit. Im Stadtverkehr gibt es wahrlich praktischere Autos. Das machte den Wagen 1957 ...
... aber nicht zum Desaster für Ford. Am Design schieden sich die Geister - und die Masse mochte den Edsel nicht. Der senkrecht stehende, ovale Kühlergrill erinnerte manche Betrachter an einen Toilettensitz, ...
... Frauenverbände glaubten sogar vaginöse Gestaltungsvorbilder erkennen zu können. Wie auch immer: Qualitätsmängel, ...
... ein wegbrechender Markt und eine unklare Positionierung gaben dem Wagen den Rest. 1959 stoppte Ford nach nur zwei Jahren die Produktion – und fuhr über eine Milliarde Dollar Verlust ein. Wohl einer der Hauptgründe dafür, dass ...
... es in Deutschland nach Auskunft von Reiner Traudt "nur sechs oder sieben" Edsel gibt. Er mag seinen vor allem, weil er "damit ein Stück amerikanische Geschichte anfassen und fahren kann".
Der setzt den Edsel unter Dampf: Aus 4,7 Litern Hubraum holt der V8 200 PS und 400 Nm Drehmoment. Damit absolviert ...
... der 1,7 Tonnen schwere Wagen den Prestigesprint in 14 Sekunden. Zurück in den Stand wird der große Ford übrigens mittels Trommelbremsen gebracht.
Gar nicht übel: Hinter dem großen Lenkrad ...
... gibt es Armaturen im Science-Fiction-Stil. Wenn das ein Blick in die Zukunft gewesen sein soll, dann haben die Designer wohl in die falsche Glaskugel geschaut.
So muss es sein: Die Automatik wird – wie es sich für einem echten Ami gehört – mit einem Hebel am Lenkrad bedient.
Was schon 1957 niemand wusste: Der Name Edsel geht auf Henry Fords früh verstorbenen gleichnamigen Sohn zurück.
Burkhard Rodewyk und sein Lancia Trevi von 1983: Er fährt seit 30 Jahren Lancia, der Trevi ist ihm, äh, irgendwie passiert. Vier Exemplare ...
... besitzt der Mann aus Kassel, der über dieses ganz spezielle Schmuckstück sagt: "Bei der Formgebung ...
... braucht man einen gefestigten Charakter." Gut, das klassische Stufenheck sieht ein bisschen so aus, als ...
... sei es aus zwei Autos zusammengeschweißt, aber dafür ist es exklusiv. "Auf jedem Treffen steht nur ein Trevi. Den blauen habe ich ...
... wegen des Volumex-Motors gekauft und tatsächlich lieben gelernt." Der zwei Liter große Vierzylinder holt mit einem mechanischen Kompressor 135 PS und 206 Nm Drehmoment aus den Brennräumen.
In 9,6 Sekunden sprintet der Wagen auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 190 km/h. Seine Fahrleistungen ...
... dokumentiert der Lancia für den echten Kenner am Heck: Volumex steht für das Spitzenmodell des Trevi.
Stand der Technik: Das Fahrwerk vertraut auf das Prinzip der Einzelradaufhängung.
Typisch: Lancia-Kühlergill aus den 1980ern.
Geschmacksache: Das Cockpit-Design ist irgendwie völlig durchgeknallt. Vor allem ...
... die Anordnung und Einbettung der Schalter auf der Mittelkonsole sorgt für Verwirrung. Nach gut zwei Wochen hat man die Bedienung aber gelernt, versichert der Halter.
Ungewöhnlicher Platz: Schminkspiegel im Handschuhfach statt in der Sonnenblende.
Preisfrage: 1982 wollte Lancia für den Trevi Volumex 24.950 DM haben. Heute ist die Stufenheck-Variante in Deutschland sehr selten anzutreffen.
Willy Grün und sein javagrüner TR7 von 1978: Sein Bruder war schuld an der ungewöhnlichen Autoliebe oder Bier oder Schnaps, ach was – alle drei gemeinsam! Stefan nahm Thomas, den alle nur Willy nennen, ...
... mit zu einem Club-Treffen der Triumph TR7-IG. "Die Autos habe ich gehasst, aber den Club, den fand ich gut. Spät in der Nacht habe ich beschlossen, mir auch einen TR7 zu kaufen."
Für Freunde klassischer britischer Sportwagen war der TR7 eine Art Blech gewordene Blasphemie – und, ganz nebenbei, eines der schlechtesten Autos, die es für Geld zu kaufen gab. Das Beste an ...
... Willy Grüns Exemplar ist nicht die unheimliche Übereinstimmung von Nachname und Farbton, sondern die Geschichte des Coupés: Der Erstbesitzer ...
... gewann den Wagen bei der Wettbewerbs-Zielfahrt einer Herrenkosmetik-Serie. Werbeträger Striezel Stuck übergab damals persönlich die Schlüssel.
Komische Form, durchgehend unterirdische Qualität, Technik mau. Und trotzdem wurde der TR7 mit 111.684 Einheiten das erfolgreichste aller TR-Modelle. Warum, ...
... das weiß keiner so genau. Willy Grün erzählt: "Überall wurde der echt gut verkauft. Nur bei uns war er eine Niete, hat wohl die Autobahnen nicht ausgehalten." Von den Motoren weiß Grün, ...
... dass keiner die 100.000-Kilometer-Marke erreicht hat. Sein Exemplar ...
... hat einen zwei Liter großen Vierzylinder, der 106 PS und 159 Nm Drehmoment an die Hinterräder schickt. Damit sind immerhin ...
... 180 km/h Spitze drin. Der Tacho verspricht deutlich mehr – er übertreibt maßlos.
Kein leeres Versprechen: Das Cockpit fasst sich exakt so an, wie es aussieht.
Gegen jedes Hindernis auf der linken Spur: linker Hebel für Licht- und Akustikhupe.
Sportwagen-Look am Ende der 1970er: Wer zumindest schnell aussehen wollte, ...
... musste mit Klappscheinwerfern für Licht sorgen.
Eigentlich günstig: Der TR7 begnügt sich im Schnitt mit elf Litern Normalbenzin auf 100 Kilometer. Auch beim ...
.. Verkaufspreis war der TR7 nicht unbedingt ein Budget-Sprenger: 1976 kam der Wagen für 16.990 DM auf den Markt.
Mathias Schmidt und sein Simca 1308 GT von 1976: Der Hamburger wusste genau, was er tat, als er die Enter-Taste drückte und sein Gebot abgab. 1754 Euro, ...
... Auktion gewonnen, der Simca gehörte ihm. "Ich wäre notfalls bis 6000 Euro mitgegangen", sagt Schmidt.
Lange Geschichte: Seit 1972 fuhr sein Vater Simca, ein 1308 GT ...
... war 1981 Mathias Schmidts erstes Auto. Die Freunde in ihren Käfern und Kadetts beneideten ihn ...
... um so viel Platz und Komfort. Heute wirkt so ein neuwertiger 1308 unfassbar schrill: schreiendes Grün außen, ...
... erdiges Braun drinnen, die Möbel so weich wie die in den Siebzigern modischen Sitzsäcke.
1976 wurde der "französische Passat" zum Auto des Jahres gewählt. Als modern galt er damals und ein bisschen auch als luxuriös, aber ...
... leider nicht als haltbar. Das neue Exemplar, das Schmidt bei eBay ersteigert hat, ist äußerlich makellos. Seine Vorbesitzerin hat den Wagen nur 17.712 Kilometer auf Kurzstrecken bewegt. Dem Motor hat das ...
... nicht unbedingt gut getan: Die 85 PS und 127 Nm Drehmoment aus dem 1,4 Liter großen Vierzylinder reichten ...
... kurz nach dem Verkauf nur noch für 90 km/h. Mittlerweile "zieht er wieder ganz schön durch", sagt Mathias Schmidt. Im Klartext ...
... heißt das, dass sich der Wagen wieder an seine Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h herantastet. Das Ende der Tachoskala wird er aber auch mit seinem neuen Besitzer nicht mehr erreichen.
Als die Autos noch erschwinglich waren: Der 1308 GT kostete Mitte der 1970er Jahre 13.125 Mark.
Markus Retz und sein Volkswagen K 70 von 1974: Drei Exemplare des kantigen VW besitzt der 34-jährige Kfz-Mechaniker. Er hockt im Kofferraum ...
... eines "Luxusmodells ohne Luxus". Der reimportierte K 70 fuhr einst südlich von Neapel und trägt die Lackierung "Hellas-Metallic". Und er hat ...
... die große Maschine. "Echte Fans wollen einen 100-PS-K-70, aber die sind sehr selten geworden", weiß Retz. Der Motor ...
... schiebt den Wagen in 13 Sekunden auf Tempo 100 und ...
... ist gut für 162 km/h Spitze. Weniger Spaß als die Fahrleistungen ...
... macht die Lackierung. Retz sagt: " Die Metallic-Autos ab 1974 waren ganz fatal. Mieser Stahl, der Lack löste sich, und die Arbeiter hatten keine Lust mehr. Ein Freund von mir ...
... hat schon mitlackierte Kronkorken von Salzgitter Feldschlösschen-Pils in einem seiner Autos gefunden. Und bei den Autos ...
... des letzten Baujahres wurde sowieso nur noch verbaut, was rumlag." Eigentlich ein vernichtendes Urteil, aber ...
... Retz hält seinen K 70 zumindest konzeptionell nicht für einen Versager. Es sei halt das richtige Auto zur falschen Zeit gewesen.
Innovativ: An der Vorderachse hatte der VW schon Scheibenbremsen, hinten sorgten noch klassische Trommeln für Verzögerung.
So übersichtlich kann ein Arbeitsplatz sein: Nur wenige Bedienelemente auf der Mittelkonsole, die Instrumente lassen sich ordentlich ablesen. Hingucker: das alte Wolfsburger Logo auf dem Pralltopf.
Stufenheck für Sparfüchse: Der K 70 mit dem 100 PS starken Vierzylinder war für 11.510 DM zu haben.
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