183 Oldies mit zusammen 25.000 PS warten am Hamburger Cruise Center darauf, per Gaspedal geweckt zu werden. Einige Oldies sind über 100 Jahre alt, andere über 400 PS stark (Fotos: Markus Heimbach, Uli Sonntag, Sven Krieger).
Egal ob 23 PS in der Ente oder 475 PS im Chevy Pick-up, alle traten an zur Rallye Hamburg-Berlin Klassik, um über schönste Nebenstrecken bis nach Berlin zu fahren. Norddeutschland, ein Automärchen!
Zum dritten Mal fand die Rallye 2010 statt, der Prolog startete am Hamburger Cruise Center und führte durch den Freihafen. Prolog – das bedeutet ein erstes Kennenlernen der Regeln, ein Briefing von Rallyemeister Peter Göbel und eine erste Fahrt mit dem Roadbook durch den Hamburger Hafen.
Alte Autos, junge Menschen: Die Faszination der Oldtimer überträgt sich schon im Kleinkindalter. So wie bei diesem jungen Autofan, der am liebsten mit seinem 300 SL Roadster teilgenommen hätte!
Opel-Händlerin und Rennfahrerin Heidi Hetzer war schon zum zweiten Mal bei der Rallye Hamburg-Berlin mit dabei. Ihre Affinität zu Autos ist auch optisch unverkennbar ...
Für die Daimler AG starteten unter anderem drei Flügeltürer, gesteuert von erfahrenen Rennprofis. V.l.n.r.: Roland Asch, Bernd Schneider, Klaus Ludwig, Ellen Lohr und Jochen Mass.
Freuten sich auf den Prolog im Porsche 911 Speedster: Mirja und Sky Dumont.
Als Siegerin des Gewinnspiels von Toll Collect und AUTO BILD KLASSIK fährt Anne Borgwardt keinen Borgward, sondern einen 1964er Porsche 356 C. Borgwardt, die privat einen VW T3 bewegt, hat sich in den knallroten Porsche verliebt. "Wir haben ihn Knut getauft. Weil er einfach zum Knutschen ist", lacht Freund Jan Schünemann.
Starthilfe für den Rallye-Opa: Der Renault Grand Prix war das älteste Auto der Rallye. Baujahr 1907! Der 7,5-Liter-Grand-Prix-Wagen fasst 40 Liter Kühlwasser. Die eigentliche Kühlung erfolgt durch den Fahrtwind. Bis zum nächsten Stau ...
Die Renault-Mobilitätsgarantie greift beim 1907er Grand Prix nicht mehr, aber die Jungs vom AvD und von Opel Classic waren sofort zur Stelle, als der Renault sein Kühlwasser verliert.
Diagnose: Der monumentale Kühler war undicht. Kein Problem, der Lötkolben von Opel Classic schließt das Leck. Auf geht's nach Berlin!
Leise brabbelnd zieht dieser 1942er Cadillac Series 62 Coupé seine Bahn in der Hamburger Speicherstadt.
Start frei: Nach Baujahren geordnet sind die Startnummern vergeben – das Feld wurde in dieser Reihenfolge auf die Strecke geschickt.
Wann haben Sie das letzte Mal einen Mitsubishi Lancer aus den 70er-Jahren gesehen? Die Prolog-Route führte den schrillen Barock-Japaner vor eine passende Kulisse an der Reeperbahn.
Nein, hier fährt kein Kompressor-Mercedes aus den 30er-Jahren. Sondern ein 1981er Excalibur Phaeton, made in USA.
Die erste Durchfahrtskontrolle: Am Axel-Springer-Verlagsgebäude in Hamburg bekamen die Rallyeteilnehmer den ersten Stempel in ihr Bordbuch.
Bei der Hamburg-Berlin geht es nicht um eine besonders hohe Geschwindigkeit oder ein schnelles Ankommen am Tagesziel. Vielmehr gilt es, eine vorgegebene Distanz in einer exakt vorgegebenen Zeit zu fahren! Hier kommt es auf einen sensiblen Gasfuß, eine genaue Stoppuhr und eine gute Zusammenarbeit von Fahrer und Beifahrer an.
Pannen im Prolog: Diese DS verteilte unmotiviert Benzin über den Motorblock. Der Übertäter war schnell entlarvt, ein Benzinschlauch war nach rund 40 Jahren porös geworden, die Reparatur in wenigen Minuten vollbracht.
Mit Hitzeproblemen hatten maximal die Motoren zu kämpfen, das Wetter über der Elbmetropole zeigte sich sonnig und auch für Cabriofahrer rallyekompatibel.
Wer seinen Jag liebt ... Das Team Toll Collect GmbH schiebt den Jaguar E-Type V12 über die Prolog-Zielgerade, der Schalthebel der launigen Großkatze ist abgerissen. Macht nichts, gewertet wurde trotzdem!
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Am Freitag Morgen um acht Uhr startet das erste Auto, Tagesziel ist die Autostadt in Wolfsburg. Zu diesem Zeitpunkt liegt die MS Deutschland am Hamburger Cruise Center, ihr Anblick verleiht dem Ort den Hauch der weiten Welt.
Lässiger Lambo: Der V12 drückt den 1973er Lamborghini Espada am Elbdeich entlang in Richtung Niedersachsen.
An dem gewaltigen Schiffshebewerk in Scharnebeck, wo Lastschiffe von der Elbe auf das Niveau des Elbe-Seitenkanals angehoben werden, meistern alle Rallyefahrer eine Wertungsprüfung. Klare Ansagen vom Beifahrer und ein sensibler Gasfuß sind entscheidend.
Ausnahmezustand auf dem Marktplatz in Lüneburg: Auf dem Weg zum Heide-Park Soltau kommen an diesem Freitag 183 Oldtimer und Youngtimer – und alle fahren über den Marktplatz. Lüneburg hat mobilisiert, die Altstadt ist voller Menschen, jeder möchte die chromblitzenden Schätzchen möglichst aus nächster Nähe erleben und fotografieren.
Jeder Oldie wird bestaunt, bejubelt und bewundert. Alte Autos verzaubern Jung und Alt. Die Vielfalt an Marken und Baujahren, das entspannte Miteinander von Mensch und Maschine macht die Rallye Hamburg-Berlin Klassik so einzigartig.
Durch die Lüneburger Heide geht es weiter zum Heidepark Soltau. Aber nicht nur auf gewohnten Wegen, nein – die 183 Fahrzeuge werden mitten durch den Freizeitpark geleitet und meistern Fahrprüfungen im Schatten der gewaltigen Achterbahnen.
Benzingeruch, donnernde Motoren und schreiende Menschen in der Achterbahn. Diese Etappe wird wohl niemand der Teilnehmer wieder vergessen!
Exkurs in die Automobilgeschichte: Streckensprecher Johannes Hübner kennt zu jedem, ja, zu jedem Modell eine Geschichte. Hier erfahren die Rallye-Besucher auf dem Gelände der Brauerei Wittingen Interessantes aus der Historie des ersten BMW 7er (E23).
An den Durchfahrtkontrollen und Zeitprüfungen, auf Marktplätzen und besonders schönen Punkten oder ganz schlicht am Wegesrand – überall stehen fröhliche, winkende Menschen.
Ein Höhepunkt der Rallye: das Fahrerfest am Freitag Abend in der Autostadt in Wolfsburg. Die Autostadt feiert 10-jähriges Bestehen und hat alle Teilnehmer der Rallye Hamburg-Berlin zum Fahrerfest eingeladen.
Kostbarkeiten im späten Licht der Wolfsburger Autostadt: Alfa Romeo 6C 2500 SS Corsa von 1942 vor VW Rometsch-Coupé, Baujahr 1951.
Arrangement der Superlative: Die von der Autostadt angekündigte kleine Überraschung entpuppt sich als Supershow mit meterhohen Wasserfontänen, Feuersäulen und Musik vor Videoleinwänden im Abendhimmel.
Ein Fest auf Erden: 183 Klassiker, die futuristische Architektur der Autostadt und die Show schaffen ein unvergleichliches Erlebnis.
Ist es die Show, oder sind es die 183 Klassiker, die für Glücksgefühle sorgen? Beides, doch das Auto-Glück hält viel länger an.
Fahrerfest in der Autostadt: Nur eines von vielen Bildern, die den Hamburg-Berlin-Fahrern im Gedächtnis bleiben.
Unter Begeisterungsrufen und ehrfürchtigen Blicken geht dieser gelungene Tag für Alle unvergesslich zu Ende. Am nächsten Morgen startet die letzte Rallye-Etappe in Richtung Berlin!
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