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Kaufberatung Mercedes SL (R 107)

Mercedes SL R 107
18 Jahre lang wurde der Mercedes SL R 107 gebaut, technisch nahezu unverändert. Im April 1971 erschien die dritte Auflage des "Super Leicht" (nach 300 SL, 190 SL und Pagode), und als am 26. Juli 1989 das letzte von 237.287 Exemplare vom Band lief, war es quasi schon als Neuwagen ein Youngtimer! Gebrauchtwagenkäufer haben (noch) die Wahl: Soll es ein Young- oder ein Oldtimer sein? Und: Was taugen die?
Bild: Frank Stange / AUTO BILD
Mercedes SL R 107
Ab Werk besitzt der R/C 107 massive innere Werte. Sicherheitsfahrgastzelle, verstärkter Scheibenrahmen mit eingeklebter Frontscheibe, Lenkgetriebe hinter der Vorderachse, beste Verarbeitung. Harter Alltagseinsatz blieb ihm oft erspart. Mängel wie Rost, Technikprobleme und verschlissene Interieurs sind meist die Folge unzureichender Wartung und Pflege.
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Mercedes SL R 107
Der macht auf der Bühne immer noch eine gute Figur. Sogar auf der Hebebühne: Exakt 3448 Fahrzeuge vom Typ R/C 107 untersuchte der TÜV im Jahr 2017. Über die Hälfte (55,7 Prozent) bestand die HU ohne Mängel, 25,9 Prozent wiesen geringe, 18,3 Prozent erhebliche Mängel auf. Hier kommen ...
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Mercedes SL R 107
... die größten Schwachstellen. Heckleuchten: Korrodierte Kabel, von eingedrungener Feuchtigkeit in Aquarien verwandelte Heckleuchten und durch Alterung ausgeblichene oder gerissene Heckleuchtengläser sind typische TÜV-Mängel der Baureihe 107.
 
Bild: Frank Stange / AUTO BILD
Mercedes SL R 107
Lenkgelenke: Ausgeschlagene Lenkgelenke verzeichnete der TÜV 2017 bei 1,8 Prozent aller geprüften Mercedes R/C 107. Im Jahr 1976 war dieser Mangel bei 1,5 Prozent aller untersuchten 107er festgestellt worden.
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Mercedes SL R 107
Ölverlust: Regelmäßig sind die Differenziale beim Mercedes R/C 107 nicht ganz dicht. Mit einer Quote von 28,7 Prozent war dies bei den 2017 geprüften Autos der mit Abstand häufigste TÜV-Mangel der Baureihe.
Bild: Frank Stange / AUTO BILD
Mercedes SL R 107
Lenkungsspiel: Der klassische "Zwei-Finger-breit-Test": Die Rechte bewegt das Lenkrad, die Linke zeigt an, wie es um das Spiel im Lenkgetriebe bestellt ist. Ein typischer Mangel bei vielen klassischen Mercedes-Modellen.
Bild: Frank Stange / AUTO BILD
Mercedes SL R 107
Beleuchtung vorn: Aufgrund ihrer Größe bieten Streuscheiben der Frontscheinwerfer viel Angriffsfläche. 1976 lag die Mängelquote bei 4,4 Prozent, 2017 hatte der TÜV bei 6,5 Prozent aller Fahrzeuge Grund zur Beanstandung.
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Mercedes 350 SL (R 107) Mercedes 420 SL (R107)
Alter oder junger Mercedes SL? Als die Baureihe R 107 ganz frisch war, standen noch neue Pagoden beim Händler. Als sie auslief, stand schon der moderne R 129 bereit. Die Entscheidung ist Geschmackssache. Frühe V8-Modelle spiegeln den Zeitgeist der Oberklasse am besten wider, ein handgeschalteter 280 SL ...
Bild: Jens Mönnich
Mercedes SL R 107
... fühlt sich sogar ein bisschen nach Sportroadster an, und die späten Typen haben schon ABS und G-Kat. Irgendwo dazwischen kristallisiert sich der 300 SL (Foto) als Idealbesetzung heraus.
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Erst 1985 gab es das erste (und einzige) größere Facelift, der SL R bekam einen Frontspoiler, 16-Loch-Alus, neue Schalter und neue Motoren. Der Vergleich eines 1971er (rechts) und eines 1986er Modells zeigt: Die beiden Exemplare sehen fast identisch aus.
Bild: Jens Mönnich
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Die Frühzeit tritt als 350 SL mit 3,5-Liter-V8 und 200 PS an. Dieser Vorserienwagen ist das älteste bekannte Exemplar der R-107-Baureihe.
Bild: Jens Mönnich
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Die Spätphase wird durch einen 420 SL mit 4,2-Liter-V8 und 204 Kat-PS vertreten. Als gut ausgestatteter Achtzylinder steht er für die goldene Mitte der SL-Generation im Spitzenjahr 1986.
Bild: Jens Mönnich
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Älter als der zum Vergleich angetretene 350 SL kann ein R 107 gar nicht sein. Am 29. Oktober 1970 wurde der Wagen mit der Chassisnummer 000008 und der Motornummer 000001 "dem Versuch zugeliefert" und anschließend (als Muster für das V8-Modell mit 3499 Kubikzentimetern, 200 PS sowie Vierstufenautomatik) dem TÜV zur Prüfung und Typisierung übergeben.
Bild: Jens Mönnich
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Sowohl die Farbgebung als auch die ziselierten 14-Zoll-Aluräder sprechen die Sprache der siebziger Jahre. Die modernen 15-Zoll-Felgen lassen den 420 SL später stämmiger wirken.
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Ein 420 SL in kühlem Arcticweiß und mit rotem Leder ist ein typisches Kind dieser Zeit, ein Symbol für puren Luxus. 92.443,30 Mark kostete der 420 SL im Jahr 1986. Der SL-Käufer erwartete vom Guten das Beste, gewiss – aber hat jemand mal gefragt, wie der Grundpreis für den kleinen V8 binnen 15 Jahren um 50.000 Mark steigen konnte? Zumal der R 107 da doch schon etwas altmodisch war.
Bild: Jens Mönnich
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Die karge Ausstattung geht nicht mit der Erwartung an einen 350 SL der wohlgenährten Siebziger einher. Das Klaviertasten-Lenkrad wird nur bis Ende 1972 verbaut, die verchromte Schaltkulisse ist noch aus dem Pagoden-SL bekannt.
Bild: Jens Mönnich
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Mercedes lieferte seine mondäne SL-Baureihe auf Wunsch mit MB-Tex aus, auf gut Deutsch: Kunstleder. Das ist original, aber Mittelarmlehne, Kopfstützen und Automatikgurte wurden zugunsten des Nutzwerts nachgerüstet.
Bild: Jens Mönnich
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Mit ABS, Alarmanlage, elektrischen Fensterhebern und Außenspiegeln, Tempomat, Mittelarmlehne, Sitzheizung, Colorglas, Zentralverriegelung, Wurzelholz, Mittelarmlehne, Katalysator und weiteren Nettigkeiten ist der 420 SL aufgerüstet bis zum Anschlag.
Bild: Jens Mönnich
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Sieht doch gleich ganz anders aus: festes Leder in Mittelrot, altmodisch gesteppt, dazu reichlich Chrom. Solch ein später R 107 fasziniert durch sein perfektes Finish, wirkt aber trotz seines jugendliches Alters schon ein wenig tantig.
Bild: Jens Mönnich
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Am Fassungsvermögen des Kofferraums ändert sich in 18 Jahren Bauzeit nichts: 260 Liter passen rein, das muss ausreichen. Statt wie früher mit einer nüchternen Gummimatte ist der Kofferraum im 420 SL mit flauschigem Teppich ausgekleidet.
Bild: Jens Mönnich
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Bei Erscheinen der Baureihe R 107 Ende 1971 fungiert der 350 SL als Basismodell. Der V8-Motor vom Typ M 116 darf gern gedreht werden und holt aus 3499 Kubik muntere 200 PS.
Bild: Jens Mönnich
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Nach dem 350 kommt der 380, diesen löst der 420 ab. Zum Ende der R-107-Epoche besteht der V8 aus Alu und holt aus 4196 ccm Hubraum 218 PS.
Bild: Jens Mönnich
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Die finale Frage, ob früh oder spät, ob leicht oder super, sie stellt sich beim R 107 nicht. Nur Pagode und R 129 können sie beantworten. Die SL-Generation dazwischen ist seit über 40 Jahren nur eins: die goldene Mitte.
Bild: Jens Mönnich
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Der schwächere Bruder: Der Mercedes 280 SL, gebaut von 1974 bis 1985, ist mit 185 PS und DOHC-Sechszylinder überraschend sportlich. Ein handgeschalteter 280 SL fühlt sich sogar ein bisschen nach Sportroadster an.
Bild: Werk
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Als Coupé kam der SL unter dem Namen SLC unverhofft zu sportlichen Ehren. Die gewinnträchtige Nummer hieß 450 SLC 5.0. Heute sind echte SLC 5.0 so rar wie weiße Krähen.
Bild: Werk
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Der späte 300 SL (1985 bis 1989) ersetzte den 280 SL und gilt als ausgereift und harmonisch. Die sechs Zylinder leisten 188 PS.
Bild: Werk
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Der Ultimative: Der 560 SL war von 1985 bis 1989 als Exportmodell mit Maximalhubraum und 242 PS nur im Ausland zu haben.
Bild: Werk