Manche Autos sehen nicht übermäßig gut aus, sind aber trotzdem erfolgreich. Deren Erfolgsgeheimnis ist ganz banal: Das Fahren mit ihnen macht Spaß: Lenken, Bremsen, Schalten, Beschleunigen. Abgesehen von der letztgenannten Disziplin ist der Opel Kadett City überall spitze.
Der City-Opel ist robust und anspruchslos, ein zuverlässiger Kumpel eben, und damit in typischer Opel. Platzangebot, Komfort und Motorleistung lassen zu wünschen übrig, dafür ist der City supereinfach zu bedienen, er hat die beste und leichtgängigste Lenkung und die knackigste Schaltung im Test. Die Pylonen umfliegt er mit größter Leichtigkeit – wie sehen ihn schon als Testsieger.
Der kleine Bochumer federt zudem sportlich direkt, er hat den kleinsten Wendekreis und ist entsprechend wendig. Kurzum: Er macht am meisten Spaß. Gegen ihn spricht der mäßige Fahrkomfort und – dafür kann er nichts – das damals eher piefige Opel-Image.
Zum Vergleich: Der normale Opel Kadett C überschwemmte als zwei- oder viertürige Stufenheck-Limousine unsere Straßen.
Auge an Sportgeist: "Freude". Das Cockpit mit dem optionalen Sportlenkrad ließ Herzen höher schlagen. Ansonsten ist im Innenraum eher Schmalhans Küchenmeister. Der Kleine bietet nur das Allernötigste.
Dazu gehört auch das TTT-Kombiinstrument: Temp-Tank-Tacho.
Durchschnittlich große Menschen bringen ihre Beine auch in dieser engen Fahrgastzelle irgendwie unter, aber unbequem ist sie dennoch und ziemlich schmucklos dazu. Auch die schlichten und nicht gerade sporttauglichen Kunstledersitze sind eine Enttäuschung.
Schon viel besser geeigneter für größere Unternehmungen: Der relativ große und ebene Laderaum des Opel Kadett C schluckt bei umgeklappter Rückenlehne reichlich Ballast.
Wenn man genau hinsieht, entdeckt man unter dem Luftfilter das 1200er-Motörchen mit 52 PS. In diesem Motorraum hätte Opel glatt einen ausgewachsenen V8 unterbringen können.
Style-Element Felge: Diese Optik lässt den Opel Kadett C rasanter wirken als er in Wirklichkeit ist: 139 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit waren auch 1975 nicht die Welt.
Und welches Auto haben wir in unserem Vergleichstest nun zum Schrägheckkönig gekrönt? Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual, und das galt auch für uns. Dennoch sprachen die Fakten letztlich für den Golf I (61 Punkte).
Im Vergleich holt der Golf in Kategorien wie Temperament, Image, Qualität und Design einfach die meisten (61) Punkte, äußerst knapp gefolgt vom Opel Kadett C City (59 Punkte), der im Handling klar überlegen ist.
Gerne hätten wir den DAF 66 gewinnen lassen, denn seine Verschrobenheit und die amüsante Variomatic sind durchaus preiswürdig. Leider hat es im Gesamtergebnis (49 Punkte) nicht gereicht. Immerhin bleiben dem kauzigen Holländer aber hohe Sympathiewerte – und unsere Herzen haben alle drei Schrägheckler gewonnen.
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