Ein minmales Automobil mit maximalem Liebhaber-Faktor: der 1957 erschienene Fiat Nuova 500. Der kleine Fiat war seinen Konkurrenten damals voraus, denn er bot bereits eine 12-Volt-Elektrik, einen Viertakt-Motor, eine effektive Heizung sowie haltbare und einfach zu wartende Technik.
Der Fiat 500 ist ein idealer Stadtflitzer mit verblüffend guten Bremsen, Handlichkeit und Übersichtlichkeit sind besser als bei sämtlichen modernen Kleinwagen. Die Kosten für Versicherung, Steuer und Benzin sind nicht viel höher als bei einem 50er-Motorroller.
Betankt wird der 500 vorn, unter der Haube ist der 21-Liter-Tank versteckt. Das 17,5-PS-Motörchen des 500 gibt sich mit weniger als fünf Litern zufrieden. Das Teuerste am 500 ist die Anschaffung, Top-Exemplare kosten längst fünfstellige Euro-Summen.
Bis 1965 hatte der Fiat 500 Selbstmördertüren. Aus Sicherheitsgründen waren hinten angeschlagene Türen ab 1961 in Deutschland verboten. Begründung: Sie könnten bei versehentlichem Öffnen während der Fahrt abreißen, nicht angegurtete Insassen könnten aus dem Fahrzeug fallen. Bis 1965 hatte Fiat eine Ausnahmegenehmigung für den 500 erwirkt.
Die ersten Fiat 500 hatten keine Kurbelfenster, die sich jedoch nachrüsten lassen. Blechteile der frühen 500er mit hinten angeschlagenen Türen sind übrigens schwierig zu bekommen. Technikteile sind kein Problem, eine große Fangemeinde kümmert sich um die Ersatzteilversorgung.
Luxuriöser Luftikus: Faltdächer waren nicht nur im sonnigen Italien sehr beliebt. Der Fiat 500 Luxus (Bild) hatte serienmäßig ein Heckfenster aus Glas, ein Faltdach, zusätzliche Zierleisten und Kurbelfenster. Für das Bild wurde das Dach demontiert.
Das Faltschiebedach des 500 Luxus ist wegen des fest eingebauten Heckfensters etwas kürzer als das Faltdach der Standard-Versionen. Das Faltdach ist das i-Tüpfelchen des 500ers: Mit Sonne und Frischluft macht das Fahren in dem quirligen Fiat noch mehr Spaß.
Ein Muster an Ergonomie, Übersichtlichkeit und Ästhetik: das Cockpit des Fiat 500. Es begeistert durch seine Primitivität. Kein Suchen, keine Fehlbedienung, keine Fragen.
Das Zweizylinder-Herz im Heck des kleinen Fiat schlägt im Vier-Takt-Rhythmus. Im 500 D befeuern 17,5 quirlige PS den Stadtflitzer auf 95 km/h. Das Aggregat ist ebenso haltbar und pflegeleicht wie der Boxermotor des VW Käfers.
1960 stellte Fiat der Limousine den Kombi "Giardiniera" (deutsch: Gärtnerin) zur Seite. Dank des um 90 Grad geneigt eingebauten Motors ergab sich ein für die Fahrzeuggröße bemerkenswert großer Kofferraum. Den Kombi gab es bis zum Produktionsende 1977 nur mit hinten angeschlagenen Türen.
Der Vorgänger des Nuova 500: der liebevoll "Mäuschen" (ialienisch: Topolino) genannte Fiat 500, Bauzeit 1936 bis 1955. Der Topolino hatte einen Vierzylinder-Frontmotor, aber nur zwei Sitze. Ein 13 PS starker Topolino A (1936 bis 1948) in exzellentem Zustand wird heute mit rund 24.000 Euro gehandelt.
Der eckige Fiat 126 löst den 500 1972 ab, der 500 wird jedoch parallel bis 1975 weitergebaut. Ab 1973 wird der 126 auch in Polen gefertigt. Bis 2000 entstehen rund 3,5 Millionen Exemplare des Fiat 126.
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