Kanten und Keilform, Schweller mit Wespentaille und Plastikleiste an der Gürtellinie – dieser Alfa Romeo heißt
75 und steckt doch tief in den Achtzigern. Die 75 rührt von seinem Geburtsjahr 1985: Alfa Romeo würdigte damit das 75. Jubiläum der Firmengründung.
Alfa-Experten halten den 75 für ein gesegnetes Auto, weil es zwischen dem Rost-Tiefpunkt der frühen Siebziger und den zweifelhaften Experimenten der späten Neunziger qualitativ eine Spitzenposition einnimmt.
Winzig steht 6V am Heck – für den Dreiliter-V6 mit 185 PS und für fantastischen Fahrspaß zum Discountpreis. Das Transaxle-Konzept (Motor vorn, Getriebe hinten) hat der 75 von einem Vorkriegs-Rennwagen geerbt.
Bis 1992 bekam der 75 Motoren zwischen 1,6 und drei Litern, zwischen 95 (Zweiliter-Turbodiesel) und 192 PS. Dieser 3-Liter-V6 leistet 185 PS. Wer auf das "6C" und 37 PS verzichten kann, bekommt für noch weniger Geld einen tollen Vierzylinder.
Schwarz auf schwarz – es gab selbst in den Achtzigern schönere Innenräume. Aber darauf kommt es hier nicht an. Vor schwarzen Plastik-Armaturenträgern wirken Holzlenkräder ja normalerweise deplatziert – aber hier geht’s, oder?
Wer
Alfa 75 fährt, der tut dies nicht wegen der Innenausstattung oder der Verarbeitung. Den 75 fährt man, um ihn zu fahren – und da ist er einfach brillant: spritzig, wendig, dynamisch, mit herrlichem Sound.
Urvater des
Alfa 75 war der Tipo 158/159, gebaut von 1938 bis 1951. Er war der erste Alfa nach dem Transaxle-Prinzip: Motor vorn, Getriebe hinten.
Die Alfetta (1972 bis 1984) war eigentlich ein gutes Auto, wäre da bloß nicht der Rost gewesen: der braune Teufel hat sie alle sehr früh geholt, was Alfas Ruf nachhaltig beschädigte.
Die Giulietta Typ 116 (1977 bis 1985) prägte die Keilform bei Alfa Romeo.
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