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Kraft gegen Leichtgewicht

Kraft gegen Leichtgewicht
Apfel gegen Birne mit überraschenden Ergebnissen: Auf der Teststrecke liefern sich die Mercedes S-Klasse von 1975 und der Porsche 911 T von 1972 ein beinhartes Duell.
Bild: Lena Barthelmess / AUTO BILD
Kraft gegen Leichtgewicht
200 PS aus einem kurzhubigen V8 mit 3,5 Litern und das seltene Schaltgetriebe machen den W 116 von 1975 schnell.
Bild: Lena Barthelmess / AUTO BILD
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Der 350er war damals der Bonzen-Bolide, auf der Autobahn jagten die Bosse in ihm von Termin zu Termin. So auch in unserem – mit 100.000 Kilometern gerade erst eingefahren, Ex-Chauffeurwagen eines Unternehmers.
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Der Benz fühlt sich nicht schwer an, weil er beinahe leicht ist. 1725 Kilo für eine ausgewachsene S-Klasse – das ist weniger als gedacht. Und das trotz dicken Wohlstandshinterns und des ganzen Chrom-Lamettas mit doppelten Stoßstangen.
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Kraft gegen Leichtgewicht
Bequeme Sitze in Kunstleder-Stoff-Kombination.
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Erstaunlich, wie wenige Schalter mal in einer S-Klasse genügten.
Bild: Lena Barthelmess / AUTO BILD
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Manuelles Viergang Schaltgetriebe: Frei nach dem Motto: Wenn man schon für teures Geld einen Chauffeur beschäftigt, dann kann der bitte schön die Zahnradpaare auch von Hand einlegen. Das Getriebe wird heute zum dynamischen Geheimnis. Manuell geschaltet war der 350 SE eine Sekunde schneller auf 100 als die fast ausschließlich georderte Version mit Automatik.
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Kraft gegen Leichtgewicht
Opulenter geht’s nicht: Mit Chrom behängte, breite Form mit enormem Kofferraum.
Bild: Lena Barthelmess / AUTO BILD
Kraft gegen Leichtgewicht
Der 3,5-Liter-V8 mit elektronischer Benzineinspritzung ist extrem drehfreudig und lebendig. Noch frei von Abgasbeschränkungen leistete er 1975 200 PS. Damit war er König der Autobahnen.
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Kraft gegen Leichtgewicht
Der Mercedes W 116 stammt aus einer Epoche, in der Rosten als Kavaliersdelikt galt, weil das alle taten. Daher dem Wagen vorm Kauf unbedingt an die Wäsche gehen und stochern. Wer die sportliche Seite der S-Klasse kennenlernen will, sollte nach einem der seltenen Handschalter fahnden. Vorteile eines Mercedes von damals sind die gediegene Verarbeitung und die (bei guter Pflege) unverwüstliche Technik. Und er ist natürlich ein Komfortriese für Langstrecken, sofern man die Tankrechnungen wuppen kann (Verbrauch 15 bis 20 Liter/100 km).
Bild: Lena Barthelmess / AUTO BILD
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Nur 130 PS im schlichten Einstiegs-Elfer (F-Modell) von 1972, trotzdem liefert er perfektes Porsche-Feeling.
Bild: Lena Barthelmess / AUTO BILD
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Der Porsche wiegt 35 Prozent weniger als der Mercedes 350 SE, zudem verkneift er sich als Sportwagen jeden nutzlosen Tand, intensive Geräuschdämmung etwa oder die Vollverkleidung des Cockpit-Blechs. Dazu kommt die übliche, klingenscharfe Porschigkeit, also all das auf Rennpisten erworbene, in Technik gegossene Know-how.
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Im Elfer schickt dir das Lenkrad die besten Grüße aus Le Mans oder von der Targa Florio. Sobald du die ersten drei Grad daran gedreht hast, weißt du Bescheid. Ein wohliger Schauer läuft dir den Rücken runter, so muss eine Lenkung sein.
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Klassischer geht’s nicht: die unverschnörkelte Form, die Ferdinand Alexander Porsche zugeschrieben wird, aufgewertet mit den damals aufpreispflichtigen Fuchs-Rädern, vollständigen S-Armaturen und dem Werks-Kassettenspieler.
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Aber nur vier Gänge, Pepita-Sitze ohne Nackenstützen und Statikgurte.
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Ein vollwertiges Ersatzrad im Kofferraum war obligatorisch.
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Im Heck posaunt der 2,4 Liter große Boxer-Sechszylinder, gefüttert von zwei Dreifachvergasern und Normalbenzin. Ergebnis: 130 PS.
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Größtes Plus: Er ist ein Porsche mit dem Motor am korrekten Fleck. Im Grunde ist der T der perfekte Elfer der Frühzeit, denn er ist ein zahmes Tier. Der Boxer im Heck singt sonor und ließe sich dank der Verdichtung von 7,5:1 wahrscheinlich sogar mit Rasierwasser betreiben.Toll ist auch die im Vergleich sagenhafte Straßenlage. Direkter, glasklarer reagiert kaum ein Auto der frühen 70er.
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Ha, wenn die Großen auch noch schnell werden, kommt so etwas dabei heraus: Untertürkheim bügelt Zuffenhausen. Wobei sie beide stark sind, jedoch in unterschiedlichen Disziplinen. Der Mercedes bleibt bei allem Speed ein Auto der Vernunft – er ist groß, bequem und repräsentativ, aber nicht so lustig. Der Porsche hingegen ist das pure Fahrerglück – unpraktisch, eng, wenig komfortabel, teuer. Doch das Herz lacht bei so viel Sport- und Spaßkompetenz.
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