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Mercedes 230 CE C123

Mercedes Benz 230 CE
Den Revoluzzer spielte das C 123-Coupé niemals. Nicht einmal zum Avantgardisten schaffte es der dezenter kurze Stuttgarter. Sollte er auch gar nicht, für die Schwaben zählen andere Tugenden: Ausgewogenheit, Balance, Gediegenheit. So sehen Sieger aus. Und dann noch die typische Daimler-Qualität – korrumpierend!
Bild: Uli Sonntag
Mercedes Benz 230 CE
Die Gestaltung entzückte einst die hauseigenen Betriebswirte, bei so vielen Gleichteilen mit der Limousine W 123. Daher wirkt das Coupé ein wenig banal, obwohl es alle einschlägigen Tugenden mitbringt: ausgewogene Proportionen, fehlende B-Säule, verkürzter Radstand, Rechteckscheinwerfer, Echtholz-Interieur.
Bild: Uli Sonntag
Mercedes-Benz 230 CE
Jetzt ab auf die Teststrecke! Erster Eindruck: Erfreulich, denn in Kurven verhält sich der Mercedes sauber. Bei höheren Geschwindigkeiten bleibt die Seitenneigung gering, im Grenzbereich untersteuert er lammfromm, dabei federt er ehrlich und freundlich.
Mercedes Benz 230 CE
Auf der Geraden bleibt er unbeirrt. Allerdings ist die Lenkung noch etwas indirekter ausgelegt als bei der Limousine W 123. Das wünschen wir uns doch etwas sportlicher.
Bild: Uli Sonntag
Mercedes Benz 230 CE
Ein Innenraum wie ein schwäbisches Wohnzimmer: leicht spießig und urgemütlich. Leider erinnert auch der Sitzkomfort auf den mächtigen Federkern-Sesseln arg an Omas altes Sofa. Dagegen lässt der Verzicht auf die B-Säulen das Coupé leicht und luftig wirken.
Bild: Uli Sonntag
Mercedes Benz 230 CE
So klar, so übersichtlich kommt es jedem bekannt vor: Mercedes-No-Nonsense-Cockpit mit Echtholz-Applikationen. Die riesigen Instrumente sind in ihrer Nüchternheit bestens ablesbar, die wenigen Schalter übersichtlich angeordnet. Alles klar, auch ohne Bedienungsanleitung.
Bild: Uli Sonntag
Mercedes Benz 230 CE
Farbgebung und Design des Interieurs spiegeln den Zeitgeschmack wider, die Verarbeitung und Haptik sind erstklassig. Der kleine Hebel oberhalb des Handgriffs ist übrigens ein Coupé-exklusives Detail, es dient zur Türver- und entriegelung.
Bild: Uli Sonntag
Mercedes Benz 230 CE
Im Kofferraum hört der Charme von Mercedes auf. Teppichboden ja, aber in Einheitsgrau. Wenigstens ist das Ladeabteil großzügig geraten.
Bild: Uli Sonntag
Mercedes Benz 230 CE
Der 2,3-Liter-Basismotor mit 136 PS. Alternativ gab es auch den Sechszylinder 280 CE. Beide gelten als nahezu unzerstörbar. Der großvolumige Vierzylinder läuft immerhin stramme 180 km/h und gibt sich recht sparsam.
Bild: Uli Sonntag
Mercedes Benz 230 CE
Tadellose Bremsen, einwandfreies Kurventalent, ausgewogene Federung, solide Maschine. Der 230 CE ist fast langweilig in seiner Perfektion. Kein Wunder, dass das 123-Coupé vom Start 1977 für zwei Jahre ausgebucht war. Insgesamt fand das C123-Coupé rund 100.000 Käufer, etwa die Hälfte wählte den Vierzylinder.
Bild: Uli Sonntag
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Damals wie heute waren die Coupés der 123er-Reihe Helden des Alltags, boten darüber hinaus auch ein bisschen Mondänität. Für die großen Laufstege waren sie aber nicht extravagant genug.
Bild: Uli Sonntag
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Zum Vergleich: Der Vorgänger, das "Strich-Acht"-Coupé der Baureihe 114. Seine Proportionen waren noch nicht wirklich gelungen: Das Heck erscheint sehr lang, der Aufbau kurz und flach. Dennoch hat es bis heute viele Fans.
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Der Nachfolger des Coupés C 123 heißt (ausnahmsweise logisch) C 124. Das markant-kantige E-Klasse-Coupé präsentiert sich stilistisch makellos und spricht konsequent, aber nicht übertrieben die Formensprache der Achtziger. Heute befreit es sich langsam vom problematischen Image seiner Viert-Besitzer.