Capri in letzter Konsequenz: das Auto, der Fahrer, der Saft, die Sonne. "Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt...", dann muss jedem klar sein: Bella Italia!
Auch wenn Lenkung und Bremsanlage heute als Trimmgeräte im Fitness-Studio durchgehen würden und der V4-Motor besser auf einer Rüttelplatte sein Dienst tun sollte: Es ist eine große Freude, den Capri über die Serpentinenstrecken von Capri zu steuern.
Nicht nur sein Rücken ist schön: Das Design des ersten Ford Capri schlug ein wie eine Bombe, die Kunden griffen begeistert zu. Allein im ersten Verkaufsjahr 1969 produzierte Ford 240.000 Capri. Preis für die 50-PS-Einstiegsversion: 6993 D-Mark.
Eine Liebeserklärung an den Capri: Ford-Fans lieben den Capri I am meisten. Mit dem Capri wiederholte Ford den Erfolg des Mustangs in den USA. Preiswerte und zuverlässige Großserientechnik unter einer aufregend gestylten Karosserie.
Die Insel Capri reckt sich abenteuerlich zerklüftet steil nach oben. Hauptstraßen sind bessere Radwege, und sie kringeln sich wie Spaghetti über die Insel.
Die Fahrweise der capresischen Bevölkerung ist – freundlich ausgedrückt – sehr flott. Ampeln und Verkehrszeichen sind hübsches Straßendekor.
Wegen akutem Platzmangel auf Capri sind alle Fahrzeuge auf Capri klein – sogar die Linienbusse haben Zwergenformat. Einen Ford Capri auf Capri kann man sich ungefähr wie einen Hummer H1 auf Helgoland vorstellen.
Ford Capri in Marina Grande, dem wuseligen Fährhafen der Insel. Die meisten Fahrzeuge auf Capri sind wegen der beengten Platzverhältnisse sehr kompakt. Um so unlogischer sind Taxen vom Format eines Nissan Serena Cabrio! Aber irgendwo müssen die Touristen-Scharen mitfahren.
Unser Capri ist ein makelloses Exemplar mit dem langlebigen V4 in 1,7-Liter-Ausführung und 75 PS. Das reicht für ein Spitzentempo von rund 150 km/h.
Das Fahrwerk des Capri entspricht mit McPherson-Federbeinen und Schraubenfedern vorn sowie blattgefederter Starrachse hinten dem Taunus. Zum gemütlichen Kurvenräubern auf Capri reichen die Fahrwerksreserven allemal.
Achtung, Gegenverkehr: An den engen Kurven der Serpentinenstrecken stehen manchmal Spiegel, um einen Überblick über die Situation zu bekommen.
Zum Leuchtturm an der Südküste geht es über schmale Straßen.
Da der Raum auf Capri sehr beengt ist, kann man sich über einen Parkplatz direkt am Hafen schon mal freuen.
Heute gibt es nicht mehr viele Fischer auf Capri. Ehemalige trifft man in Gucci-Klamotten gut gelaunt am Hafen, denn sie haben ihre Grundstücke vergoldet und sind, wenn überhaupt, Fremdenführer und fahren Touristen in die Blaue Grotte.
Die B-Säule des Capri ist sehr filigran und stört nicht den optischen Fluss in der Seitenlinie. Liebevoll gestaltete Details: Verchromter Türgriff mit Druckknopf und zierlicher Außenspiegel.
Einige übrig gebliebene Capri-Fischer beim inszenierten Capri-Fischen.
Chrom satt: Nahezu jedes Bauteil am Capri ist verchromt, selbst die schmalen Heckleuchten sind von glänzendem Chrom umrahmt.
Warten auf die Fähre, um Capri mit dem Capri zu verlassen
Vor Cafés macht der Ford Capri eine ausgezeichnete Figur.
Einheimische stehen um den Capri herum und freuen sich. So einen Sportwagen haben sie auf der Insel noch nie gesehen.
Der Capri parkt an der Blauen Grotte, die täglich von tausenden Touristen in Nussschalenbooten besichtigt wird.
Der Capri ist ein absoluter Exot auf der Insel. Ein viel gefahrenes Transportmittel ist die Piaggio Ape mit praktischer Pritsche, die mit ihren drei Rädern und einer satten Nutzlast von 800 kg Waren in den kleinsten Winkel der Insel transportiert.
Ausblick zum Träumen: Woran denkt der Mann am Wegesrand gerade? Wahrscheinlich an das Topmodell des Capri I, an den RS 2600 in orange mit mattschwarzer Motorhaube und dem 150-PS-starken V6 mit Kugelfischer-Einspritzung.
Egal, wo man mit dem Capri auf der italienischen Insel auftaucht, überall zieht er das Interesse auf sich.
Capri in der Abenddämmerung: Vor den Hinterrädern trägt der Capri Belüftungsgitter-Attrappen, als gäbe es dort etwas zu kühlen.
Da schau her: Die charakteristische Bumerang-Falte kennzeichnet den Capri I, der Capri II ab 1974 zeigt sich mit geglätteter Karosserie.
Der Name des Erfolgs: Sowohl der Ford Capri als auch die Capri-Sonne kamen 1969 und verkauften sich prächtig.
Autor Bernhard Schmidt hat alle Ford Capri life erlebt, aber nie so eng.
Das Dreispeichen-Lenkrad des Capri liegt gut in der Hand. Die Designer übertrugen den US-Stil der späten 1960er in europäisches Format und schufen einen gleichermaßen sportlich wie gediegen wirkenden Innenraum.
Typisches Cockpit im Stil der späten 1960er: Capri-Kanzel mit Holzimitat, Kunstleder und einigen Extra-Uhren.
Rauh und verlässlich: Der Vierzylinder in V-Form hat seinen eigenen Reiz. Er klingt unvergleichlich, ist einfach zu warten und zu reparieren, ist kompakt, zuverlässig und langlebig. Die Teileversorgung heute ist kein Problem – das gilt jedoch leider nur für die Technik des Capri.
1968 beginnt der Capri seine Erfolgsgeschichte: Insgesamt drei Capri-Generationen verkaufen sich insgesamt 1,9 Millionen Mal.
Der Capri I RS 2600 lernte nicht nur auf Rennstrecken BMW das Fürchten. Bis 1972 trug er keine Stoßstangen, dafür zusätzliche Lufteinlässe vorn, Gasdruckstoßdämpfer von Bilstein, verkürzte Schraubenfedern und Einblattfedern hinten ergeben eine Top-Straßenlage. Heute ist er der gesuchteste Capri.
Geglättet: 1974 verschwindet die charakteristische Bumerang-Falte, der Capri II wird geglättet und bekommt eine große Heckklappe. Bereits ab 1972 baut Ford die Reihenvierzylinder aus dem Taunus ein, ansonsten gibt es keine gravierenden technischen Änderungen.
1978 erscheint der Capri III, im Grunde ein modellgepflegter Capri II. Er bekam Doppelscheinwerfer, größere Stoßstangen, einen kleinen Spoiler in die Frontschürze und neue Rückleuchten. Top-Modell: der 160 PS starke und 210 km/h schnelle Capri 2.8i.
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