Uwe Wehrmeister (51) und sein Ford Mustang GTA 390 von 1967. Um Trugschlüsse zu vermeiden: Der Immobilienkaufmann ist nicht versessen darauf, sich zu präsentieren. Seine automobile Vita äußert er am ehesten hinter vorgehaltener Hand. Also: Ab 1982 ...
... drei Jaguar E und ein Aston Martin DB 6 Mk II Vantage. 1991 ein Ferrari Mondial Cabrio, Anfang 2008 ein Aston V8 Vantage, jeweils werkfrisch. Eine Frage der Mittel, klar. Aber auch eine Sache des Geschmacks. Uwe Wehrmeister hat beides.
Blickfang in den Motorräumen der amerikanischen Muscle-Cars ist stets der riesige Luftfilter. Darunter ein Holley-Vergaser und wie hier ein 6,4-l-V8, der Topmotor der Mustang-II-Generation.
Was trotz Fast-Vollausstattung erstaunt: die Kurbelfenster. Elektrische Fensterheber waren damals nicht im Programm.
Uwe Wehrmeister hat Freude am Steuer seines Ford Mustang GTA 390 von 1967.
Von den 472.121 Mustang des Jahres 1967 kamen 93 Prozent mit Automatik auf den Markt.
Auch deshalb ein 67er: Die herrliche "De-Luxe" Bedientafel mit Alublenden gab es nur ein Modelljahr lang.
Eine Augenweide: die rote Lederaussattung des Ford Mustang.
Kfz-Mechaniker Thomas Schulz und sein Dodge Charger R/T von 1968. Solch einen 68er Charger fuhren die Bösewichte ...
... in "Bullitt". Das 5,28-Meter-Schiff war einer der großen Dragstrip-Heroen, die ...
... Preise sind heute entsprechend. Das Exemplar von Thomas Schulz gehört zu den wenigen Originalen, die meisten Charger R/T sind geklont.
Schmucklos-sachlich gestaltet: Interieur des Charger. Dass Thomas Schulz ...
... viel Chromzubehör montierte, sieht er mittlerweile als "Jugendsünde". Und ist damit in bester Gesellschaft: In den letzten 15 Jahren wandelte sich der Geschmack ...
... völlig, heute hat sich sogar in Kreisen der Burnout-Fans das Reinheitsgebot durchgesetzt.
Der größte Pkw-V8 der Chrysler-Konzerngeschichte – 7,2 Liter, 375 SAE-PS (etwa 320 DIN-PS).
Die Schlafaugen hinter dem Grill trugen 1966 bis 1968 alle Charger-Varianten. Der ...
... Name bedeutet übrigens Ermahner, Befehlsgeber, Angreifer.
Klappe auf: Bei Tempo 120 soll sich der Charger "nur" 21 Liter auf 100 genehmigen, verrät Schulz.
1968 kostete der Dodge Charger R/T neu circa 28.500 Mark, Thomas Schulz investierte ...
... 1989 12.000 Mark in sein Traumauto – zuzüglich vier Jahre Arbeit, das Gros des Nettolohns dieser Zeit und zwei Freundinnen .
Ute Hempel (31) und ihr Dodge Challenger von 1970 haben eine emotionale Bindung.
Die Sozialarbeiterin verspürt zu ihrem Dodge Challenger eine seelische Verbundenheit. Jeden Morgen gibt es ein Küsschen für ihen Schatz.
Es ist ihr erstes und einziges. Zuvor fuhr die Sozialarbeiterin aus Lüneburg bei Hamburg gelegentlich den Nissan Sunny Traveller ihrer Mutter. Was sie nur ungern zugibt.
Die Karosserie des Dodge Challenger kopierte Toyota fast eins zu eins, herauskam der deutlich kleinere Celica.
Hier grüßen die tristen 70er: Armaturen in schwarzem Plastik, kein Tourenzähler.
Ein echter R/T mit 375 PS ist es nicht – mittlerweile rangiert die Kowalski-Variante in sechsstelligen Dollar-Regionen. Sondern ...
... das 5,2-Liter-Sparmodell, das nur einen Bruchteil (230 SAE-PS)dessen bringt.
Marketingfachmann Nils Conrad (46) und sein Pontiac GTO von 1966: Ordinär und unseriös, krawallig und in Kriegsbemalung – jawoll, so hat ein Muscle-Car auszusehen. Punkt. Einspruch?
Allerdings. Manche deklassierten ihre Dragstrip-Duellanten in distinguiertem Dress. Wie der Pontiac GTO, ausgerechnet – war er als praktisch ...
... erster US-"Kleinwagen" mit Riesen-V8 doch das Ur-Muscle-Car. Der Prototyp dieser Spezies.
Nils Conrad betrieb in 15 Jahren keinerlei Kosmetik an dem wunderschönen Pontiac, der nach wie vor unrestauriert ist.
Der Kurs in perfektem Zustand heute beträgt 45.000 US-Dollar.
Übrigens kein Fake: das Holzfurnier am Armaturenbrett.
Dichtung und Wahrheit: "6.5 Litre" sagt das Badge, 6,4 das Datenblatt. Der Motor mit 284 DIN-PS wurde überholt, aber nicht geputzt.
Nils Conrad ist häufig in Florida. "Wenn ich dort erzähle, welches Auto ich hier fahre, knien alle vor mir nieder", erzählt der Teilhaber einer Werbeagentur amüsiert. "Ist eben ...
... eine Art Nationalheld, der GTO." Der im eigenen Land zu bleiben habe. Sie hätten ihn halten können, für 9000 Dollar.
Frank Schellhorn (38) und sein Chevrolet Camaro SS von 1969.
Wie viel der Finanzberater für den Camro bezahlt hat, verrät er nicht. Spezialisten sehen das Sammlerstück in der Nähe von 70.000 Euro.
Ready to take off: Der Wählhebel der Automatik würde sich auch in einem Flugzeug-Cockpit gut machen.
Der V8-Motor des Chevrolet Camaro SS leistet 300 PS und ein maximales Drehmoment von 495 Newtonmeter.
Als Muscle-Car ein Exot: Weil Cabrios schwerer sind als Coupés, wurden sie einst in der Viertelmeilen-Szene belächelt und blieben rar.
Übrigens: SS 350 heißt "Super Sport 350 Cubic Inch"(5,7 Liter).
Gute Nacht: Die Scheinwerferblenden bewegen sich per Unterdruck.
Das Image, das die auffällige Zier provoziert, stört Frank Schellhorn nicht. Trotzdem besucht er seine Kunden lieber mit einem neutraleren Mercedes SLK.
Trendsetter: Dieser Camaro kam mit E-Verdeck, umlegbarer Rückbank und den praktisch ersten Spoilern.
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