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Old- und Youngtimer in Knallfarben

Die treiben's bunt: Oldtimer in Knallfarben
Früher trieben's Kunden und Verkäufer bei Autos fast wie selbstverständlich bunt. Ab den Siebzigerjahren ...
Bild: Matthias Brügge
Peugeot 306 Cabrio
... überboten sich die Hersteller einander mit quietschigen Schreifarben. Von ...
Bild: Werk
VW Polo III Harlekin
... durchgeknallten Randerscheinungen wie dem Polo Harlekin aus den Neunzigern ganz zu schweigen.
Bild: Christoph Boerries
Die treiben's bunt: Oldtimer in Knallfarben
"Welche Farbe darf's denn sein?" fragte 1972 der Verkäufer in der Mercedes-Benz-Niederlassung. "Goldfisch-Metallic, bitte" entgegnete der Neuwagen-Besteller, typischerweise ein gediegener älterer Herr im dezent linierten Zweireiher. "Haben wir nicht direkt, aber 'Byzanzgold' kommt da sehr nahe dran!". "Gut, dann nehme ich das."
Porsche 911 in Signalorange
"Schreiende Farben sind out, brüllende Farben sind in", kalauerte Otto Waalkes in den Siebzigern. Signalorange zum Beispiel war damals sogar auf dem Porsche 911 beliebt. Besonders in Kombination mit dem Targa ist sie heute heiß begehrt. Obwohl der Elfer damit eigentlich aussieht, als gehöre er zum Fuhrpark der Stadtreinigung. Kenner sprechen daher von Kommunal-Orange.
Bild: Privat
Die treiben's bunt: Oldtimer in Knallfarben
"Leuchtorange" und "Olympiablau" heißen diese fröhlichen Farben, die Volkswagen in den frühen Siebzigern ins Rennen schickte. Und was beim Menschen wirkt, half auch dem längst ergrauten Käfer: "Unter uns: Färben Sie auch?" – "Im Vertrauen: Ja sicher, was meinen Sie, wie ich sonst aussähe!" – "Jaja, das Alter..."

Die treiben´s bunt: Oldtimer in Knallfarben
Da geht nicht nur die Klappe auf, sondern auch die Sonne: "Heliosgelb" heißt diese eher seltene Sonderfarbe. Überhaupt Gelb: Allein in der Produktionszeit des W123 (1976 bis 1985) bot Mercedes Ahorngelb, Saharagelb, Weizengelb, Gelb, Mimosengelb und Heliosgelb an. Was will man mehr!?
Porsche 911 in Sephiabraun
Das schwarze Schaf der Siebzigerjahre-Farbpalette von Porsche dürfte das Sephiabraun des 911 gewesen sein. Außer einer Grundsympathie für benachteiligte Minderheiten kann man diesem Lack nicht viel abgewinnen. Obwohl, einen Vorteil hat er: Rost sieht man darauf erst sehr spät.
Bild: Werk
Porsche 911 in Rivierablau
Nein, wir sage jetzt nicht Müllsackblau. Das schlichte, aber auch dynamische Blau dcer 90er kommt am besten an Sportlern, die auf das Wesentliche reduziert sind. Achtung: Vor blauem Himmel wird der Wagen beinahe unsichtbar.
Bild: Werk
Porsche 911 Daphnegrün
Wer war zuerst da? Porsches "Daphnegrün" oder der Textmarker? Der Marker. Er kam 1971 auf den Markt. Bezog Porsche die Dinger zwischen 1976 und 1979 kistenweise, um einzelne Fahrzeuge ganzflächig zu markieren?
Bild: Werk
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/1/8/1/1/6/7/Mercedes-280CE-in-Mimosengelb-1200x800-b0bd8949f1fed39d.jpg
Lassen Sie sich vom Namen "Mimosengelb" nicht irreführen. Mimosen sollten einen großen Bogen um diese Farbe machen. Nur charakterfeste Persönlichkeiten mit ordentlich getönten Sonnenbrillen halten diese Farbe, die mit "unreife Banane" optimal beschrieben ist, in allen Gemütslagen aus. Sprachschnörksler sagen jetzt "Grellb"! Kombinierte man Mimosengelb mit Interieur ...
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... in "Moosgrün", war der Grünstich des grellen Gelbs über jeden Zweifel erhaben. Nur ein Kreuz an der richtigen Stelle in der Bestellung gesetzt, schon saß man in seinem Mercedes wie in einem veralgten Tümpel. Toll, nicht? Der heutige Eigner dieses Mercedes W123 beweist durch die harmonische Farbe des Schlüsselanhängers dennoch einen sicheren Geschmack.
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Gold. Ohne irgendwelche Nuancen, in irgendeine Richtung. Ohne Erklärungen und Beschwichtigungen. Der provozierend gestylte Porsche 928 läuft in der Protzfarbe zur Höchstform auf. Am Besten nimmt man einen aus der ersten Serie, die ist wirklich unverfälscht.

Bild: Werk
https://i.auto-bild.de/ir_img/1/1/8/1/1/6/7/VW-Passat-in-Marinogelb-1200x800-ec78168f9a79e111.jpg
"Marinogelb" an der Familienkutsche VW Passat war in den Siebzigern sehr beliebt. Das wurde oft noch kombiniert mit einer moosgrünen Innenausstattung – und auch gekauft. Heute undenkbar: Stellen Sie sich den aktuellen Passat in dieser Farbkombi vor!
Bild: Heimbach
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Klassisches Siebzigerjahre-Orange. Heute heiß begehrt – wohlgemerkt: die Farbe. Der Pseudo-Fünftürer Passat´, dieser hat noch keine Hecktür, sondern eine winzige Kofferraumklappe, hat es da schon schwerer. Er will nicht so recht in die freche, poppige Ära passen. Egal, wie er lackiert ist.
Bild: Uli Sonntag
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Wer Ende der Siebziger "Agavengrün" mit Interieur in "Dattel" orderte, war entweder farbenblind (selten) oder zeitgeisthörig (oft). Sehr häufig zitierte dieses top-modische Farbenspiel die rustikale Wohnzimmer-Einrichtung des Eigners. Die Strafe für solche Fehlgriffe erfolgte später beim Verkauf: Diese Farbkombination bedingte einen deutlichen Preisabschlag auf dem Gebrauchtwagenmarkt.
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Wenn man giftgrün nicht so nennen möchte, ersetzt man das Gift durch eine Giftschlange. Das tat VW beim "Viperngrün-metallic", das den braven Passat tatsächlich etwas giftiger erscheinen lässt. Immerhin züngelt er nicht.
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Anfang der Achtziger wurden die Töne leiser, verhallten dabei auch mal ungehört. So gibt es 600 Nelkenarten, gleichnamig lackierte W126er dürften aber mittlerweile seltener sein. Nur wenige wurden einst bestellt. Das blasse "Nelkengrün" von damals ist heute ein Hingucker.
Bild: Holger Schaper
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Den 123er-Mercedes nehmen wir gern in "Inkarot-Metallic". Das wirkt peppig, aber nicht albern und passt auch als Kontrastfarbe in die freie Natur.
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Das "Coloradobeige" beim Passat Variant 32b schmeichelt dem Wagen kaum, es ist im Grunde eine Hornhautfarbe.
Bild: Werk
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Noch mal "Coloradobeige", diesmal von Mercedes-Benz. Tut man dem US-Bundesstaat nicht unrecht durch das Benennen dieses scheußlichen Leukoplast-Ton? Die Stuttgarter lieferten einst jeden Ton im Farbdreieck zwischen Schlammbraun, Dreckbeige und Fäulnisgrün.
Bild: Aleksander Perkovic
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Die S-Klasse. Die Krönung des deutschen Automobilbaus. Königshäuser und Staatsoberhäupter schwören auf sie – aber doch nicht in Erbsensuppengrün! Sorry, "Kaledoniengrün" lautet die offizielle Bezeichnung. Heute ganz witzig.
Bild: Werk
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Besser oder schlimmer? Cayenne-Orange – eine feine Kompostion aus Orangen-Cremepudding, American Dressing und Krabbensuppe. Und das auf der S-Klasse W 116.
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Was vornehm auf den Namen "Englischrot" hört, kommt optisch eher knallig als gediegen daher. Es gehörte schon ganz viel Mut dazu, den damaligen Technologieträger als Ziegelstein zu verkleiden. Heute kommt's ganz gut.
Bild: Werk
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Feuerwehrbegleitfahrzeug? Nein, S-Klasse! Der Mut der Hersteller damals steht im krassen Kontrast zum Schwarz-Weiß-Denken heute. Signalrot, das steht dem Benz von damals heute gut!
Bild: Privat
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Der Mercedes SLC (C 107) war ein Luxus-Coupé für Arrivierte. Das muss man mit Blick in sein Interieur nochmal betonen. Wer damals schlicht "Rot" bestellte, bekam auch Rot. Und zwar konsequent und überall. Selbst das Armaturenbrett und die A/B-Säulenverkleidungen: rot. Und nicht nur ein paar verschämte Farbapplikationen wie heute.
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Dieses Braun heißt, kaum zu glauben, schlicht "Braun". Noch so ein Rustikal-Ton, der bei Mercedes zwischen 1982 und 1984 zu den aufpreisfreien Serienfarben gehörte – damit die Entscheidung leichter fiel. Für die Nachgeborenen: In solchen Erdfarben waren in den Achtzigern ganze Wohnungseinrichtungen, Restaurants, Büros und Bankfilialen gehalten.
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An "Bornit-Metallic", besser beschrieben als Aubergine-Metallic, scheiden sich die Geister, selbst unter Mercedes W124-Fans. Für die einen ist es die ultimative Farbe, für die anderen ein Ausschlusskriterium. Einige nennen es auch Borniert-Metallic.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
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Wer Anfang der Neunziger clever genug war, seinen Porsche 911 (Modell 964) in "Mintgrün" zu bestellen, kann ihn ein ein Autoleben lang mit dem Hinweis "Mint" annoncieren – ganz unabhängig vom Zustand und ganz ohne rot zu werden.
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Lärmige Knallfarben hielten sich bei Porsche lange. "Hoppla, hier komm ich!" brüllt dieses "Signalgrün" am Porsche 968. Wer Angst hat, zu wenig Aufmerksamkeit zu erregen, ist auch heute hiermit passend angezogen.
Bild: Werk
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Noch ein grüner Porsche! Es grünt so grün ... ideal und herrlich konsequent ist es natürlich, wenn der "signalgrüne" Porsche 924 und sein stolzer Eigner eine Symbiose bilden, die so weit geht, dass sowohl der Herr (Name ist der Redaktion bekannt) als auch der Wagen getönte Gläser tragen.
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"Beryll-Metallic", die Farbe erinnert an Hustenbonbons. Gut geeignet ist sie für Paare: Wenn ER Benz fahren möchte, SIE aber lieber "was Flippiges" hätte, ist "Beryll" der Kompromiss. Die alten Römer fertigten aus dem Halbedelstein Beryll Sehgläser, woraus sich das deutsche Wort Brille entwickelte.
Bild: Thomas Ruddies
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"Sternrubin" heißt dieses zauberhafte Lila, in das Porsche diesen 944 S2 getunkt hat. Die Besitzer fahren gut mit diesem extrem auffälligen, dennoch nicht protzigen Ton.
Bild: Roman Rätzke
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Wenn Sie bei den SLK-Farben "Vivianitgrün" und der roten Innenausstattung "Scarlet" auf "Vom Winde verweht" kommen, kennen Sie sich in Filmgeschichte aus! (Da spielte Vivian Leigh die Scarlett O'Hara.)
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Ein Vernunftauto wie der Passat Variant sieht in dieser dieser Küstennebel-Lackierung etwas schräg aus. Oder doch nicht?
Bild: Werk
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Dieser Diablo VT Roadster im Pinkton "Rosso Roadster" wandelte in den Neunzigern auf den Spuren von Paulchen Panther.
Bild: Roman Raetzke
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Bei diesem Renault Clio Williams mit 150 PS starkem Sechzehnventiler macht vor allem die Mischung aus dunkelblauem Blech und goldfarbenen Felgen die Schockwirkung aus.
Bild: Roman Raetzke
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Typische Einführungsfarbe für ein neues Modell: ein VW New Beetle (Generation I) in "Geckogrün" (hieß wirklich so). Neue Modelle werden vom Hersteller gerne in extrovertiertem Gewand präsentiert, um noch ein Alleinstellungsmerkmal mehr zur Schau zu stellen. Helfen tut's nicht, der Kunde bestellt nachher doch Grau.
Bild: Werk
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In einem grün-metallic-farbenen Mercedes W 210 T-Modell mit V8-Motor verfliegt aller Ärger über Rost oder andere Unannehmlichkeiten für einen schnellen Moment.
Bild: Götz von Sternenfels
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Noch ein schneller Blick nach Schweden, wo Saab den 99 auch in gedecktem Orange auslieferte.
Bild: Werk
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Und auch was Quietschgelbes kommt aus Trollhätan, wie dieses Saab 900 Cabrio. Sein Vorgänger war als seltenes Sondermodell Monte Carlo sogar rar und beliebt. Steht dem dachfreien Charakterkopf gut, oder? Hier kommen die coolsten Autos der 80er.
Bild: Werk