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Opel Kapitän und Diplomat im Vergleich

Opel Kapitän Diplomat KAD-Serie
Vier große Opel aus glorreichen Zeiten: Was Opel in den 50er- und 60er-Jahren auch anfasste, es wurde zu einem Riesen-Hit. AUTO BILD KLASSIK vergleicht vier Generationen der legendären Oberklasse-Opel.
Bild: Christian Bittmann
Opel Kapitän Diplomat KAD-Serie
Von links nach rechts: Diplomat A, der größte Opel aller Zeiten. Von 1964 bis 1968 9152-mal gebaut. Kapitän P II 2.6, der meistgebaute große Opel. 145.618 Exemplare in der Zeit von 1959 bis 1963. Diplomat B, von 1969 bis 1977 11.108-mal gebaut. Kapitän P 2.5, wegen der Rücklichter "Schlüsselloch-Kapitän" genannt. 34.842 Stück von 1958 bis 1959.
Bild: Christian Bittmann
Opel Kapitän 2.5
Der im Juni 1958 vorgestellte Kapitän P 2.5 entspricht voll und ganz den Vorbildern aus den USA. Gebogene Panorama-Scheiben vorn und hinten, Haifischmaul, kleine Heckflossen, üppiger Chromschmuck und sechs sprungfederweiche Sitzplätze.
Bild: Christian Bittmann
Opel Kapitän 2.5
Standesgemäßer Auftritt: Im Kapitän saßen keineswegs nur Direktoren und Fabrikbesitzer. Selbstfahrende Metzgermeister waren wohl in der Überzahl.
Bild: Christian Bittmann
Opel Kapitän 2.5
80 solide PS müssen 1340 Kilogramm Leergewicht bewegen. Überfordert? Keineswegs. Anno 1958 zählten Kapitäne mit einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h zu den Herrschern auf der linken Spur. Nur die Windgeräusche ab 100 km/h, die hat Opel nie in den Griff bekommen.
Bild: Christian Bittmann
Opel Kapitän 2.5
Wegen der Form der Rücklichter wurde der Opel Kapitän P 2.5 auch "Schlüsselloch-Kapitän" genannt.
Bild: Karl-August Almstadt
Opel Kapitän 2.5
Umstrittene Coupé-Form: Die Kopffreiheit und die Sicht nach hinten leidet im Kapitän P 2.5 unter dem abfallenden Dach, der Einstieg in den Fond ist knapp geraten.
Bild: Christian Bittmann
Opel Kapitän 2.5
Exklusiver Luxusdampfer: Der sanft säuselnde, 80 PS starke Sechszylinder soll für eine Spitze von 142 km/h gut sein. Doch die sollten heute nicht mehr ausgefahren werden. Zu wertvoll das Blech, zu rar diese Modellvariante. Nur rund 100 Exemplare haben bis heute überlebt.
Bild: Christian Bittmann
Opel Kapitän 2.5
Kapitäne haben ein Patent auf Gemütlichkeit. Wer wird denn da durch die Pylonengasse zirkeln? Logisch, dass ein 58er-Kapitän mit seinem Postkutschenfahrwerk und Diagonalreifen hier nicht bestehen kann. Bremsweg aus 100 km/h? Vier Trommelbremsen bringen das knapp 1,4 Tonnen schwere Schiff nach 68,50 Meter zum Stillstand.
Bild: Christian Bittmann
Opel Kapitän 2.5
Innenraum: Es überwiegen Chrom und Blech, die Nase vernimmt das biologisch nie mehr abbaubare, über fünfzigjährige Geruchs-Gemisch aus welken Gummidichtungen, verrauchten Brasil-Zigarren und wabernden Motor-Dünsten.
Bild: Christian Bittmann
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Der Kapitän ist als Sechssitzer konzipiert, das Federkern-Gestühl erinnert an Omas Sofa. Nur wer die luxuriöse, 750 Mark teure "L"-Version bestellte oder 150 Mark Aufpreis zahlte, erhielt fünf Einzelsitze.
Bild: Christian Bittmann
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Bei rund 100 km/h ist der Kapitän am Steuer mit sich und dem Opel Kapitän im akustischen und seelischen Einklang. Der Sechszylinder schnurrt dann zufrieden, die Windgeräusche halten sich in Grenzen, das Fahrwerk wiegt sanft. Die "Acht-Tage-Zeituhr" rechts unter dem Tacho wird per Kurbel im Handschuhfach aufgezogen.
Bild: Christian Bittmann
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Erste Ansätze von Insassensicherheit, zumindest im Verkäuferhandbuch: Dort spricht Opel von einem "Sicherheitslenkrad mit tiefliegender Nabe".
Bild: Christian Bittmann
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Die Anzahl der Knöpfe ist übersichtlich. Der Kapitän eines Kapitän wusste noch nichts von elektrischen Fensterhebern und Sicherheitsgurten, von Zentralverriegelung, Klimaanlage oder Automatikgetriebe. All das gab es Ende der 50er jedoch schon längst in US-Luxuskreuzern wie dem Cadillac Eldorado.
Bild: Christian Bittmann
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Der Kofferraum hat die Größe eines Doppelbetts. Rechts stehend der 13-Zöller Continental Classic mit Weißwand-Flanke.
Bild: Christian Bittmann
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Der wartungsfreundliche Reihensechszylinder stammt ursprünglich von 1936. Berühmt ist seine Elastizität. Angetrieben werden die Hinterräder, drei Gänge müssen reichen. Doch die genügen vollauf, im dritten Gang kann man bereits aus 10 km/h herausbeschleunigen.
Bild: Christian Bittmann
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Beim deutschen Publikum fällt der Kapitän P 2.5 durch, nach nur einem Produktionsjahr kommt im Juni 1959 bereits der Nachfolger P II 2.6 (rechts). Bei der Technik gibt es vom Opel Kapitän 2.5 (links) zum P II 2.6 (rechts) wenig Veränderungen, die Karosserie wurde jedoch überarbeitet.
Bild: Christian Bittmann
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Größter Unterschied zum Vorgänger: Die Fondtüren wurden um 12,5 Zentimeter breiter, der Zustieg zum Fond damit bequemer. Für beide Kapitän gilt: gleiten statt rasen, den Komfort genießen – solche Nervenschoner brauchen wir heute mehr denn je. Kapitän fahren entspannt, Stress und Hektik sind in solchen Momenten ferner als der Mond.
Bild: Christian Bittmann
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Das neue Flaggschiff: Im August 1959 präsentiert Opel den neuen Kapitän. Fahrgestell und Armaturentafel blieben wie beim Vorgänger, der Sechszylinder mit nun 2,6 Litern Hubraum erstarkte auf 90 PS. Die Änderungen waren gering, aber effektiv: Der P II wurde mit 145.618 Exemplaren zum meistgebauten Kapitän aller Zeiten.
Bild: Christian Bittmann
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Neben der gefälligen Form nach US-Mode überzeugte auch der Preis. 1959 senkte Opel den Kaufpreis des Basis-Kapitäns unter die psychologisch wichtige 10.000er-Grenze auf 9975 Mark. In der ...
Bild: Christian Bittmann
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... Höchstgeschwindigkeit gewinnt der Kapitän P II gegenüber dem Vorgänger acht km/h. Doch die 150 km/h zu fahren wäre Sünde. Das schadet auf Dauer der thermischen Gesundheit des Motors. Dabei gibt es einen natürlichen Drehzahlbegrenzer: die Windgeräusche an der A-Säule, die ab 100 km/h orkanartige Lautstärke erreichen.
Bild: Christian Bittmann
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Ein Schiff auf hoher See: Das Fahrverhalten des P II unterscheidet sich nicht vom Vorgänger. Er benimmt sich bei forcierten Manövern wie ein Schaufelraddampfer auf hoher See bei Windstärke 12. Wer den Kapitän artgerecht gleiten lässt, hat jedoch keine Probleme. Im Gegenteil: Reisen im Kapitän ist ein abhängig machender Hochgenuss.
Bild: Christian Bittmann
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"Opel-Wagen der Prominentenklasse" lautet das Eigenlob im zeitgenössischen Prospekt. Am Prominentenstatus hatten damalige Autofahrer wohl kaum Zweifel, und wenn doch, wurden die mit der nun serienmäßigen Lichthupe schnell zerstreut.
Bild: Christian Bittmann
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Der amerikanische Einfluss auf die deutschen Fahrzeugbauer machte sich immer noch bemerkbar: Alles musste nach Stromlinie aussehen, das Düsenflugzeug-Zeitalter stand beim Kapitän P II 2.6 Pate.
Bild: Christian Bittmann
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Das Coupé-ähnliche Dach des Kapitän 2.5 wurde gestrafft, die hinteren Türen um 12,5 Zentimeter breiter. Schluss mit dem Gemecker über den zu eng geschnittenen Fond. Die Gesamtlänge von 4,83 Meter blieb wie beim Vorgänger.
Bild: Christian Bittmann
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Wohnzimmer konnten Ende der 50er Jahre nicht besser möbliert sein. Die Instrumente stammen vom Vormodell 2.5, auch das Armaturenbrett blieb gleich. Neu zu bewundern: die serienmäßige Scheibenwaschanlage und der "Leitfarbentacho". Bis Tempo 50 zeigt die Anzeigenwalze gelb, danach rot.
Bild: Christian Bittmann
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Kapitäns-Platz: gute Übersicht, sprungfederweiches Sofa, vor dem Steuermann die Lenkung mit Tendenz zum Geradeausfahren, neben ihm die Petticoat-Mieze.
Bild: Christian Bittmann
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Das Handschuhfach ziert ein schicker Schriftzug, dazu schmückt eine zeitgenössische Porzellanvase das Armaturenbrett.
Bild: Christian Bittmann
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Wer mit dem Kapitän auf Reisen geht, bringt in der Heckkajüte des Opel Kapitän 2.6 bei Bedarf auch Überseekoffer unter.
Bild: Christian Bittmann
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Optisch unterscheidet sich der Motor kaum vom Vorgänger-Kapitän 2.5, der Hubraum vergrößerte sich aber auf 2605 ccm und der Sechszylinder leistete nun 90 statt 80 PS. Bei 2500 Touren liegen respektable 186 Nm an – der Kapitän lässt sich schaltfaul bewegen. Das ist auch gut so: Dem Chauffeur stehen eh nur drei Gänge zur Verfügung.
Bild: Christian Bittmann
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Die Hydra-Matic, ein automatisches 3-Gang-Getriebe, kostete im Kapitän 2.6 1300 Mark Aufpreis und löste den Schongang "Overdrive" ab. Die aus dem Oldsmobile F 85 stammende Automatik ließ den Verbrauch auf rund 13 Liter ansteigen. Mit Schaltgetriebe lässt sich der Kapitän mit zehn bis zwölf Litern fahren.
Bild: Werk
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Der Opel Diplomat A ist ein Relikt aus der glücklichen Zeit unbegrenzter Autoträume. Deutschland hat endlich seinen eigenen Straßenkreuzer. Und wie es sich dafür gehört, brabbelt bei den Top-Opel ab 1964 ein Chevrolet-V8 unter der langen Haube. Der Liter Super kostet 1964 so um die 50 Pfennig, Ölkrisen sind noch weit weg.
Bild: Christian Bittmann
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Bis Tempo 100 spurtet der Diplomat heute noch in 11,1 Sekunden, ohne die Fahrstufe zu wechseln. Erst dann schaltet die GM-Powerglide in den zweiten und damit obersten Gang.
Bild: Christian Bittmann
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Für schnelle Kurvenfahrten ist das weiche Fahrwerk des Diplomat A nur bedingt geeignet. Empfindliche Mitfahrer können bei der Seitenneigung seekrank werden.
Bild: Christian Bittmann
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Automobiler Luxus anno 1964: von innen einstellbarer Außenspiegel, Verbundglasfrontscheibe und Heckscheiben-Belüftung (nicht Beheizung!) gegen Beschlagen.
Bild: Christian Bittmann
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Schlichte Instrumente zieren das Cockpit, das Holzfunier ist echt. Lenkrad und Automatikwählhebel wirken sehr filigran. Endlich gibt es Servounterstützung bei Lenkung und Bremsen.
Bild: Christian Bittmann
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Beim Fahren singt der Wind sein lautes Lied, das Fahrwerk eiert pflaumenweich über wellige Straßen, die Servolenkung peilt höchst ungenau, die Sitze bieten den Seitenhalt einer Parkbank. Ganz automatisch stellt sich eine höchst lässige Fahrweise ein: Fenster runter, Arm raus, und dem blubbernden V8 bei mäßigem Tempo bei der Arbeit zuhören.
Bild: Christian Bittmann
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Der waagerechte Walzentacho ist ein feines Detail: bis 50 km/h zeigt er Grün, bis 100 Gelb und danach Rot. Theoretisch endet der Vorwärtstrieb erst bei 200 km/h. Doch das Schnellfahren überlässt man lieber anderen, angesichts eines Bremswegs von über 60 Metern aus 100 km/h sollte man im Diplo eher flanieren als heizen.
Bild: Christian Bittmann
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Mächtige Türgriffmulden beherbergen den Türöffner, die ein tresorähnliches Schließgefühl vermitteln. Rundherum ist viel echtes Leder.
Bild: Christian Bittmann
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Im sauber verkleideten Kofferraum ist Platz ohne Ende. Sogar das Reserverad ist schützend umhüllt.
Bild: Christian Bittmann
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Genügend Platz gibt es für den 4,6-Liter V8 von Chevrolet, der 190 PS leistet. Angetrieben werden die Hinterräder über eine Zweistufenautomatik. Aus den zwei Endrohren brabbelt oder faucht es, je nach Drehzahl. V8-Fans goutieren das mit kollektivem Zwerchfell-Kribbeln, Gegner können ihre Finger ja in die Steckdose ihres Plug-in-Hybriden stecken.
Bild: Christian Bittmann
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Ab 1966 konnten Leistungshungrige auch den 5,4-Liter-Motor mit 230 PS ordern. Damit knackt der V8 die 200 km/h Grenze. Aber fahren mochte das wohl keiner, das simple Fahrwerk mit bockiger Starrachse und Blattfedern war nicht darauf abgestimmt.
Bild: Christian Bittmann
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Mit dem Diplomat B (rechts) ist Opel in der Moderne angekommen. Die Karosserie ist geringfügig geschrumpft, das Design wirkt weniger neureich. Der "B" löst 1969 den "A" ab und wird bis 1977 gebaut. Auch der B-Diplo schafft es nicht, an den Verkaufserfolg des Kapitän in den 50er-Jahren anzuknüpfen – trotz unbestreitbarer Talente.
Bild: Christian Bittmann
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Die neue Sachlichkeit: Gegenüber dem sehr amerikanisch wirkenden Diplomat A wirkt der Diplomat B geradliniger und weniger verspielt, seine Abmessungen sind geringfügig kompakter.
Bild: Christian Bittmann
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Der Diplomat B unterscheidet sich mit den senkrecht stehenden Scheinwerfern und Heckleuchten von seinem Vorgängermodell. Der Chevrolet-V8 mit 5,4 Litern und 230 PS ist geblieben. Alternativ bot Opel auch den 2,8-Liter großen Reihensechser mit 165 PS an.
Bild: Christian Bittmann
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Gegenüber seinem Vorgänger mit hinterer Starrachse fährt sich der Diplomat B mit seiner De-Dion-Hinterachse deutlich komfortabler. Auch die weich schaltende Dreistufenautomatik des B-Modells wirkt im Fahrbetrieb angenehmer als die zweistufige GM-Powerglide.
Bild: Christian Bittmann
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Weiß ist als Autofarbe wieder Mode geworden. Fraglich, ob das Vinyldach auch wiederentdeckt wird. Die Leichtmetallräder in 6x14" sind original. Auch heute noch ist der stattliche Diplomat B eine elegante Erscheinung.
Bild: Christian Bittmann
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Zeitgemäße Rundinstrumente schmücken das kantige Cockpit. Das Dreispeichen-Lenkrad suggeriert einen Hauch Sportlichkeit, die Dreigang-Automatik wird über den filigranen Wählhebel bedient. Fortschrittlich: die Frontscheibe mit integrierter Radioantenne.
Bild: Christian Bittmann
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Die üppigen Sessel mit serienmäßigen Kopfstützen und Velourspolsterung sind äußerst bequem, aber leider nicht in der Höhe verstellbar. Das Platzangebot ist mehr als ausreichend, der rote Stoff und das Holzimitat spiegeln den Zeitgeist der 70er-Jahre.
Bild: Christian Bittmann
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Gute Verarbeitung in allen sichtbaren Winkeln. Wo das Auge nicht hinblickt, durfte hingegen gespart werden. Das Resultat: 1970 war ein Diplomat 5.4 6638 D-Mark günstiger als ein Mercedes 280 SE 3.5 – für die Summe gab es bereits einen nackten B-Kadett.
Bild: Christian Bittmann
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Der Kofferraum reicht für das Reisegepäck, einquartiert ist ein normales Ersatzrad. Es liegt seitlich in der Kofferraummulde, typisch für eine Limousine der 70er-Jahre. Auf Wusch gab es auch ein Falt-Ersatzrad.
Bild: Christian Bittmann
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Unter der Haube ist der Diplomat B nach wie vor sehr amerikanisch. Der Chevrolet-V8 holt 230 PS aus 5,4 Liter Hubraum, bei entspannten 3000 Umdrehungen liegen sagenhafte 427 Nm Drehmoment an. Dezent grollend schiebt der Small Block das Flaggschiff an, nach neun Sekunden steht die Tachonadel bei 100.
Bild: Christian Bittmann
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Mit Sicherheit keine B-Ware: Der Diplomat B hat das mit Abstand sicherste Fahrverhalten aller Oberklasse-Opel dieses Vergleichs. Grund: die De-Dion-Hinterachse. Spur und Sturz bleiben wie bei einer simplen Starrachse in allen Fahrsituationen konstant, auch bei extremen Manövern bleiben die Hinterräder am Boden.
Bild: Christian Bittmann
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Das schwere Differential ist mit dem Wagenboden verschraubt und reduziert so die ungefederten Massen. Ein Wunder, dass die Detroiter GM-Zentrale die aufwändige und teure Konstruktion abgenickt hat.
Bild: Kersten Weichbrodt
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Achtzylindrig blubbern beide Diplomaten. Der "A" liefert den aufregendsten Sound und die chromschwülstige US-Optik. Vor allem hinsichtlich der Fahreigenschaften kann er nicht mit dem vergleichsweise handlichen und leichter beherrschbaren Diplomat B konkurrieren. Keine Überraschung: Das modernste ist auch das beste Auto in diesem Vergleich.
Bild: Christian Bittmann