Populär, gut aussehend, ohne große Allüren: Der Opel Manta A, Superstar der 70er-Jahre. Die erste Generation des Opel Manta kommt 1970 auf den Markt. Das zweitürige Sportcoupé mit fünf Sitzen machte dem
Ford Capri Konkurrenz.
Volltreffer: Die markante Optik des Manta A mit Doppelscheinwerfern, rahmenlosen Seitenfenstern und sportlich-flacher Sportwagen-Silhouette traf voll den Zeitgeist der 70er-Jahre. Wie überhaupt alles, was Opel in den 70ern vom Stapel lies:
Opel GT,
Ascona,
Commo: alles Volltreffer, die Opel damals vom Spießer-Image befreiten.
Verleiht Flügel: Fotos des Meeresforschers Jaques-Yves Cousteau dienten dem Rochen-Enblem als Vorlage.
Von wegen Schlusslicht: Der Manta A steht für goldene Zeiten bei Opel. Allein im ersten Verkaufsjahr 1970 setzte Opel 56.000 Manta ab, bis zum Produktionsende 1975 498.453 – ein durchschlagender Erfolg!
Eigentlich gab es den Manta ja nur, weil Erzfeind Ford seit 1969 mit dem
Volks-Coupé Capri im neu entstandenen Segment den Rahm abschöpfte. Opel reagierte umgehend auf die Bedrohung aus Köln: Aus dem bereits in der Entwicklung befindlichen Kadett C wurde der
Ascona A – und aus dem Kadett Coupé erwuchs mit neuer Front der eigenständige Manta.
Die eigentliche Überraschung des Opel Manta: Er gefiel dem jung-dynamischen Feuilleton-Redakteur ebenso wie der lustigen Witwe in ihrem Schleiflack-Bungalow. Sie fuhr den citrusgelben Manta Automatik mit kleiner 1,2-Liter-Nähmaschine, er den Manta SR in Monzablau mit optionalen 185er-Reifen.
Einer der schönsten Opel der letzten 50 Jahre, ausgerüstet mit millionenfach produzierter Technik eines soliden Baukastens, gepaart mit einer Menge Nutzwert. Alltagstauglichkeit schreibt der Manta ganz groß: Vier Personen samt Gepäck finden problemlos Platz.
Leider ein Thema geworden: Original-Ersatzteile für Blech, Chrom und Zierrat sind rar geworden. Deshalb beim Kauf unbedingt darauf achten, dass das Auto komplett ist.
Kontrast-Programm: Furnier-Folie um die Rundinstrumente, knallrote Sitze im mattschwarzen Interieur – so schräg waren die 70er. Gern genommen wurde die Kombination aus sportlicher Manta-Optik und kommoder Dreistufenautomatik, rasant auf dem Tunnel geschaltet.
Ganz klar: Besonders schräge Details wie die Holzimitatfolie im Cockpit sind es, die einen Klassiker wie den Manta A heute so liebenswert machen.
Schräg und schrill: Wer heute Teile für das knallrote Interieur seines Sondermodells Manta Swinger sucht, sollte viel Geduld aufbringen. Häufig kann der Autosattler weiterhelfen.
Millionenfach bewährtes Aggregat: Der kurzhubige 1,9-Liter-Vierzylinder mit seitlich im Kopf liegender Nockenwelle kam auch in
Ascona, Rekord und GT zum Einsatz. Er prägte Opels Ruf, besonders zuverlässige Autos zu bauen. Seine 90 PS schieben den Manta auch recht schwungvoll an.
Der Manta Swinger verfügte serienmäßig über Stahl-Sportfelgen. Mit Rädern der Größe 165 SR 13 auf 5,5x13 war man in den frühen 70er-Jahren sportlich unterwegs!
Wo sind sie alle hin? Manta A aus dem Mittelfeld (Zustand 3: 3500 bis 6500 Euro) sind derzeit ausverkauft, es bleiben Reste-Rochen (Zustand 4: 1700 bis 3000 Euro) und restaurierter Edel-Fisch (Zustand 2: 6500 bis über 10.000 Euro).
"Nur Fliegen ist schöner", texteten die Werber vor über 40 Jahren und setzten damit dem
Opel GT ein sprachliches Denkmal. Kein anderes Sportcoupé sah so sehr nach Traumwagen aus, kein anderes ließ sich so lustvoll in Kurven werfen und ähnlich problemlos am Laufen halten als ein Opel GT (1968 bis 1973).
In der GT/E-Auführung hatte der Manta A 105 PS, er war der erste Opel mit elektronischer Benzineinspritzung.
Die zweite Generation des Opel Manta kam 1975 auf den Markt, erst nach 13 Produktionsjahren war 1988 Schluss. Der Manta B entwickelt sich schnell zu einem Kultobjekt. Er ist 16 cm länger als sein Vorgänger – und ist damit nicht nur ein sportliches, sondern auch familientaugliches Coupé.
Als Manta-Erbe blieb der Calibra ohne Nachfolger. Der
Opel Calibra wird auf der IAA 1989 vorgestellt und kommt im Juni 1990 in den Handel. Angesichts des Rekord-Cw-Werts von 0,26 und seiner Sportwagen-Shilouette kommt der Calibra sehr gut an, er wird zum meistverkauften Auto seiner Klasse. Bis 1997 werden 238.647 Coupés gebaut.
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