Lass die Sonne rein: Der Mercedes 280 SL, meist schlicht Pagode genannt, durfte natürlich nicht im Starterfeld der Rallye Hamburg-Berlin Klassik fehlen. Ein begehrtes Auto. 1968 – und 2009.
Neben der ehemaligen Eisprinzessin Katarina Witt begeisterte sich nämlich auch ...
... Boris Becker für den feinen Zweisitzer. Sie sitzen da übrigens auf dem ersten Sportwagen mit integralem Sicherheitskonzept, Herr Becker. Das hört man als werdender Papa natürlich ...
... gerne. Eine steife Fahrgastzelle, berechnete Knautschzonen vorn und hinten, Keilzapfenschlösser sowie eine Sicherheitslenkung mit Teleskoplenksäule und Pralltopf sind Mercedes-Entwicklungen.
Und weil es so schön war, ließ sich dann auch Frau Becker mit Mann und Oldtimer fotografieren.
Der Herr im fliederfarbenen Hemd kennt sich übrigens ins Sachen Sicherheit auch ganz gut aus. Wahrscheinlich hat er sich deshalb einen Mercedes 180 "Ponton" ...
... als Rallye-Fahrzeug ausgesucht. Ex-Rennfahrer Klaus Ludwig war lange für die Schwaben in der DTM aktiv und hatte ...
... sichtlich Freude am W 120 – dem ersten Mercedes mit selbsttragender Karosserie und optimiertem Seitenaufprallschutz.
Große Klasse in der Großen Flosse: Luftfederung, Automatik und Servolenkung machten den Mercedes 300 SE zu einem der komfotabelsten Autos seiner Zeit. Der 300 SE (W 112) wurde von 1961 bis 1965 gebaut und galt als Maßstab der komfortablen und schnellen Reiselimousinen (Spitze: 200 km/h).
Unter der modischen Heckflossenform verbirgt sich Hightech der absoluten Spitzenklasse: Leichtmetallmotor (weniger Gewicht, bessere Wärmeableitung), 4-Gang-Automatik mit zwei Ölpumpen (Abschleppen möglich), Luftfederung, Servolenkung, Sperrdifferential, und Scheibenbremsen an allen vier Rädern machen den 300 SE zu einem Technologieträger der frühen 60er Jahre.
Pinonier auf dem Gebiet der passiven Sicherheit: Die Heckflosse kam ab 1959 mit Keilzapfen-Türschloss (verhindert Aufspringen der Türen beim Aufprall), Sicherheitslenkrad mit Prallplatte und gepolstertem Armaturenbrett ohne scharfe Kanten. Berühmt wurde "die Heckflosse" aber als erstes Auto mit berechneten Knautschzonen vorn und hinten.
Das Fahrwerk des 300 SE mit Luftfederung und vier Scheibenbremsen bot hohe Sicherheitsreserven. Die Luftfederung vermindert die Seitenneigung, das Eintauchen beim Bremsen und das Absinken bei hoher Zuladung. Dabei bietet der 300 SE höchsten Federungskomfort – 1961 eine technische Meisterleistung.
Hier schnurrt ein Mercedes 450 SEL 6.9 von der Elbfähre. 1975 setzte der 6.9er zahlreiche Superlative: Dank seines bulligen 6,9-Liter-V8 mit 286 PS und 550 Nm bot er die Fahrleistungen eines Sportwagens, die hydropneumtische Federung ließ die Insassen förmlich über der Fahrbahn schweben. 69.930 D-Mark kostete ...
... der 6.9er bei seiner Markteinführung 1975. Da musste auch ein Herr Direktor lange buckeln. Gegen einen Aufpreis von weiteren 2217,60 D-Mark bekam er ab 1978 im Gegenzug das weltweit erste Serienmodell mit elektronischem ABS.
Ein 190er bei einer Oldtimer-Rallye? Aber sicher! Das Debut war 1982, doch das ist dem "Baby-Benz" kaum anzusehen. Der 190er brachte das hohe Sicherheitsniveau der S-Klasse in die Mittelklasse.
Demokratisierung der Sicherheit: Der 190er ist 1982 das weltweit erste Mittelklasse-Fahrzeug mit konisch zulaufenden Längsträgern und zugfesten Gabelträgern (verteilen Aufprallenergie), die für eine Crashsicherheit garantieren, die bislang nur Oberklasse-Limousinen boten.
Seit Markteinführung im November 1982 war der 190er gegen Aufpreis mit Fahrer-Airbag (Serie ab 1992) und ABS (Serie ab 1991) lieferbar, ab 1984 schützen zusätzlich Gurtstraffer auf den Vordersitzen die Insassen. DFB-Teammanager Oliver Bierhoff fährt zwar privat größere Mercedes-Modelle, fand ...
... aber schnell Gefallen an seinem "Baby-Benz". Nur eine Klimaanlage (gab es gegen Aufpreis) vermisste der Ex-Kicker auf seiner HBK-Tour.
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