Kathryn DiMaria aus dem US-Bundesstaat Michigan war zwölf, als sie eines Abends bei ihren Eltern vorsprach: "Mom, Dad, ich möchte mir von meinem Babysitting-Geld ein Auto kaufen." Ein Pontiac Fiero sollte es sein. Kathryn nannte schlüssige Argumente: Der Fiero habe einen guten Verbrauch, sei relativ günstig zu bekommen und verfüge ...
... über nur einen Beifahrersitz. Sie könne also nur eine Person mitnehmen und sei somit weniger abgelenkt beim Fahren. Außerdem würde sie für wenig Geld viel über Automechanik lernen. Und wenn sie mit 16 fertig damit sei, wäre der Fiero ein cooler, sportlicher Oldtimer. Dass sie ihr Traumauto aus eigener Tasche bezahlen wolle, fügte sie wie selbstverständlich noch hinzu. Ihr Traumauto fand sie im Internet. Es war ein Pontiac Fiero SE 2.8 von 1986.
600 Dollar forderte der Verkäufer. "Ich habe ihn auf 450 Dollar runtergehandelt", erzählt Kathryn.
Vater Jerry erzählt: "Ich war mir sicher, die Fiero-Geschichte dauert ein paar Wochen, und dann hat Kathryn keine Lust mehr." Doch heute, zwei Jahre später, ist sie immer noch dabei.
Mittlerweile haben schon CNN und die "Huffington Post" darüber berichtet, wie sie in der Garage ihres Onkels den Fiero auseinandernimmt, repariert und schwarz-gelb lackiert.
"Das Schweißen habe ich mir selbst beigebracht. Meine Mutter lehrte mich neben Geduld das Nähen, während Onkel Bob und Dad mich mit der Flex vertraut machten", verrät sie.
Das Schleifen entpuppt sich als eine schwierige Aufgabe. Kathryn: "Es dauert einfach ewig und ist sooo langweilig." Aber was sein muss, muss ein: Ganz gründlich befreit Kathryn die Karosserie des Pontiac von hässlichen Rostspuren am Radkasten. Viel spannender ...
... findet das Mädchen den Motor. Den 2.8er des Fiero habe sie gerade für Lernzwecke komplett auseinandergenommen. Sie will ihn durch einen 3.4-V6-Turbo aus einem Chevrolet Camaro ersetzen. Kathryn und ihr Vater, der so etwas auch noch nie gemacht hat, ...
... lesen sich ihr Wissen in Büchern oder Internet-Foren an.
Kathryn präsentiert ihren selbst gebauten Sortierkasten, in den sie alle beweglichen Teile des Zylinderkopfs hineingepackt hat. Mittlerweile verfolgt eine große Fangemeinde Kathryns Fiero-Projekt in einem
Forum.
Einige unterstützen sie, indem sie ihr eine neue Wasserpumpe, eine Stereoanlage oder einfach nur Werkzeug zuschicken. Der Reifenhersteller Bridgestone versprach sogar, ihr ein komplettes neues Reifenset ihrer Wahl zu schenken, sobald sie fertig sei.
Auch Universitäten sind auf Kathryn aufmerksam geworden und laden sie ein, ihr College zu besuchen. Schließlich will sie nach der Highschool Maschinenbau studieren.
Nur bei ihren Klassenkameraden stößt Kathryn mit ihrer Leidenschaft meist auf Kopfschütteln. Sie nimmt es gelassen: "Wenn ich mit 16 meinen Führerschein habe und im Fiero vorfahre, werden sie es verstehen."
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