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SL-Historie: vom 300 SL bis zum AMG GT

Mercedes 300 SL
Großartige Technik, unverwechselbar verpackt: Ein 300 SL lässt keinen Vergleich zu. Wer im März 1952 dabei sein darf, als der 300 SL seinen ersten Auftritt absolviert, staunt über eine seifenglatte Flunder, die Flanken ohne Türen trägt und flacher als ein Porsche ist.
Bild: Michel de Vries
Mercedes 300 SL
Voller Verheißung schwingen die Flügeltüren weit in den Himmel. Sie sind kein Spiel, sondern kompromisslose Konstruktion, weil der hohe Rohrrahmen ordinäre Türen vereitelte. Unbewusst landeten die Schwaben damit einen gigantischen PR-Coup, der bis heute nachhallt. Niemand kann diese Türen vergessen. Sehr clever.
Bild: Michel de Vries
Mercedes 300 SL
Der Weg vom Fahrersitz bis zum Kühlergrill ist aufregend, ja, vollendet. Kann es eine elegantere Motorverpackung geben?
Bild: Michel de Vries
Mercedes 300 SL
Der Aufwand für das Traumauto der 50er-Jahre ist immens: Unterm Blech sitzt ein filigraner Rohrrahmen, der allein auf Zug und auf Druck, aber nirgendwo auf Biegung beansprucht wird. Den Motor, dem schweren Adenauer-300er entlehnt, versorgt eine Benzin-Direkteinspritzung – das ist neu.
Bild: Michel de Vries
Mercedes 300 SL
29.000 D-Mark kostet der 300 SL 1956 in Deutschland, teuer wie ein Haus und schneller als nahezu alles, was sonst so fährt: 230 km/h. Über 50 Jahre später wirkt ein 300 SL schnell, aber nicht leichtfüßig. Er ist kein Tänzer, sondern Stürmer. Ist keine Ferrari-Querflöte, sondern schmetternde Benz-Posaune.
Bild: Michel de Vries
Mercedes 300 SL
Der 300 SL setzt Prioritäten: Ein Ersatzrad ist wichtiger als Gepäckraum. Wie ungelenk und wenig elegant da die ungleich gesetzten Lettern des Kennzeichens erscheinen!
Bild: Michel de Vries
Mercedes 300 SL
Wer einen 300 SL sportlich fahren will, sollte hart im Nehmen sein. Man sollte gut Auto fahren können, gegen Hitze unempfindlich sein – denn die heiße Luft staut sich in der engen, kurbelfensterlosen Kanzel – und über innere Größe verfügen, um diesem unbequemen Auto-Superstar souverän Paroli zu bieten.
Bild: Michel de Vries
Mercedes 300 SL
Technologie-Träger: der erste Viertakter mit Benzin-Direkteinspritzung. Es ist kein filigraner Motor, sondern ein bulliger Charakter. Nur 1400 Exemplare des 300 SL baut  Mercedes-Benz. Und trotz der geringen Stückzahl gibt es nahezu alle Teile, die man braucht, um einen Flügeltürer auf der Straße zu halten.
Bild: Michel de Vries
Mercedes 300 SL Roadster
Der Flügeltürer ist eine Design-Ikone, doch leider wird es beim Fahren unvorstellbar warm im Cockpit. Vor allem auf Druck von US-Käufern hin kontert Stuttgart 1957 mit dem bildschönen 300 SL Roadster.
Bild: Werk
Mercedes 190 SL
Mercedes-Benz 190 SL: Der kleine Bruder des 300 SL erreicht in den 50ern zweifelhafte Berühmtheit durch die Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt, die seit ihrem gewaltsamen Tod 1957 als Symbolfigur der noch jungen Bundesrepublik gilt.
Bild: Privat
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Der exotische SL-Nachfolger: Das wegen der an einen asiatischen Tempel erinnernden Hardtop-Form "Pagode" genannte Cabrio erschien 1963. Die Pagode ersetzt 190 SL wie auch 300 SL. Die intern W 113 genannte Baureihe war nicht so kompromisslos sportlich wie der 300 SL, dafür alltagstauglicher und erheblich komfortabler.
Bild: Werk
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Nachfolger der Pagode: Kein Mercedes war so lange aktuell wie der R 107. Von April 1971 bis zum 4. August 1989 wurde der Roadster 237.287-mal gebaut, ein Riesen-Erfolg. 18 Jahre lang ist der Typ 107 Inbegriff von Solidität, Vertrauen und Geradlinigkeit – und gilt über zwei Dekaden lang als aktuelles Statussymbol.
Bild: Sven Krieger
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Moderne Zeiten: Der SL der Baureihe R 129 wird von 1989 bis 2001 in Bremen gefertigt. Mit 204.940 gebauten Exemplaren ist auch der Zweisitzer überaus erfolgreich. Er ist der erste SL mit vollautomatisch öffnendem Dach, Integralsitzen und automatisch ausfahrendem Überrollbügel.
Bild: Angelika Emmerling
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Der ab 2001 gebaute R 230 (im Bild die modellgepflegte Version ab März 2008) übernimmt das Variodach-Konzept von seinem kleinen Bruder SLK. Weitere Technik-Meilensteine: das ABC-Fahrwerk, die SBC-Bremse und der Airscarf genannte Nackenwärmer. Moderne Zeiten halt.
Bild: Lena Barthelmeß
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Ein weiterer Meilenstein der SL-Historie: der SLS AMG. Der 2009 vorgestellte Renner intern C 197 wagt sich an den Mythos des Flügeltürers. Die Optik ist dem historischen Vorbild entlehnt, Fahreigenschaften und Motortechnik sind das Allerfeinste, was es in der Sportwagenwelt zu kaufen gibt.
Bild: Christian Bittmann
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Die Auto-Evolution bringt 2014 den Nachfolger des SLS AMG hervor: Der heißt Mercedes AMG GT und kommt in den Leistungsstufen 462 PS und als AMG GT S mit brachialen 510 PS daher. Sechs Jahrzehnte nach Vorstellung des 300 SL ist der AMG GT ein mehr als würdiger Enkel des ikonenhaften 300 SL.
Bild: Werk