In diesen Tagen feiert Kollege Bulli, Gründer des
VW Bus-Imperiums, seinen 60. Geburtstag. Nach dem Grundriss 1947 und dem Prototyp ein Jahr später lief der T1 zwischen 1950 und 1967 serienmäßig vom Band.
Seine verstärkte Bodenplatte war neu, ansonsten lebte der Bulli von der Käfer-Technik. Das bedeutete für den Bus, dass er zunächst mit überschaubaren 25 PS bis zu 750 Kilo Zuladung bewältigen musste. Eine Herausforderung, vor der der Bulli nicht zurückschreckte.
Der Blick hinter die scheunentorgroße Heckklappe eröffnete lediglich den Blick hinab in den Motorraum inklusive Tank und Reserverad. 1955 wurde das anders. Der Bulli räumte um und wartete nun mit einer befensterten Klappe über dem Motorraum auf, die Zugriff zum Laderaum gewährte.
Insgesamt wurden bis zum Jahr 1967 über 1,83 Millionen T1 produziert.
Die Front mit den V-förmig zulaufenden Sicken, die geteilte Frontscheibe und das große VW-Emblem des Ur-VW Busses sind heute Kult.
Dieses gute Stück ist im VW-Museum in Wolfsburg zu bewundern: eine 52er-Feuerwehr vom Titisee mit 25 PS.
Businessklasse: der legendäre, rundum verglaste Samba-Bus, hier ein Modell von 1964.
Die Lufthansa benutzte den Bulli weltweit als Shuttle-Bus. Hier ein 63er, er bekam damals die großen Blinker.
Dieser 60er Kühlwagen belieferte die Feinkost-Geschäfte rund um Osterode im Harz mit leckerem Eis.
1967 kam die Zeit des T2. Sie währte bis 1979.
1976 kam der T2 mit Panorama-Frontscheibe. Die Post hatte die Idee zum Hochdach-Bulli.
Später T2 im Wintersport: Vorn saßen die Blinker nun oben. Der Wagen wirkt heute noch modern, ein wahres Liebhaberstück.
Die Ära des T3: 1979 bis 1992.
Die Wüste bebt: Der T3 wurde in Graz als Synchro gebaut, das ideale Auto für Weltenbummler.
Noch nicht lange her: Zwischen 1990 und 2003 wurde der T4 produziert.
Anno 2003 trafen sich T4 und T5.
Vor vier Jahren löste der
T5 den bewährten T4 ab. Der universelle Charakter blieb.
Unsere 100.000-km-Dauerprüfung bestand der T5 mit Note Zwei minus.
AUTO BILD-Chefreporter Diether Rodatz erinnert sich: "Dem ersten Bulli begegnete ich als Steppke bei unserem Kolonialwarenhändler. Er brachte damit so exotische Waren wie Apfelsinen, Bananen oder gar Kaugummi in unser Dorf. Wir konnten uns ...
... keinen Bulli leisten. Erst Jahre später reichte es zu einem Bulli mit 44 PS." Wie diesen 65er, rechts mit Klapptür. Die "Rawumms"-Schiebetür kostete Aufpreis.
Neun aalglatte Sitzplätze: Aus dem Rohr unter dem Sitz tritt die meist stinkende Heizluft aus. Überhaupt roch der Typ 2/T1, so die offizielle Bezeichnung, nach Auto-Geschichte(n).
Die Instrumentierung reichte völlig, die Viergang-Schaltung war extrem ungenau. Trotzdem war der Bulli auf Anhieb begehrt und beliebt.
Vorn gab es Schiebe-, hinten zwei Ausstellfenster. Der T1 wurde oft kopiert, aber nie erreicht. Ein schweres, aber auch stolzes Erbe für den Multivan.
Für AUTO BILD-Mitarbeiter Jan Horn begann die Beziehung zum Kultfahrzeug erst 1985, als Volljährigkeit, Führerschein und fortgeschrittene Schrauberkenntnisse auf extrem niedrige Preise für einen T2 trafen. Urgemütlich war vor allem der Platz unterm Klappdach.
Voll im Wind: Die typisch platte Schnauze, die große Panoramascheibe - das bremste den Vortrieb des 78er T2b. "Trotz aller Widrigkeiten ...
... war jeder meiner geliebten T2 goldrichtig für meine Zwecke. Zum Beispiel den Transport von Waschbetonplatten zur Carport-Baustelle oder die Urlaube in Dänemark. Da wurde aus der Dreier-Sitzbank ein großes Doppelbett, auf dem Aufstelltischchen fand das Frühstück Platz."
Nutzwert: Das karge Cockpit sollte informieren, nicht unterhalten – auch in Camping-Modellen. "Für mich ist der T2 beste All-inclusive-Mobilität."
Für AUTO BILD-Redakteurin Daniela Pemöller ist der T3 heute voll Kult. 40 Jahre, nachdem ihre Eltern in einem T2 flitterten, liegt sie in einem nagelneuen T3 "Limited Last Edition" von 1992. Von diesem Traumobjekt wurden nur 2500 Stück produziert.
Dieser ist der letzte, der in Graz vom Band lief. "Mit seinem leuchtend tornadoroten Lack und dem noblen Interieur ist er kein Vergleich zu seinem vier Jahre älteren Bruder, mit dem ich bisher unterwegs war – z.B. zum Hurricane Festival in Scheeßel.
Rief das alte Kultobjekt Assoziationen für Surf, Sun und sexy Hippie-Leben hervor, ist der 92er der allerletzte deutsche Bulli mit Heckmotor. Der sogenannte Wasserboxer leistet 95 PS. Egal, welches Baujahr: Bulli, ich liebe dich!"
Führerschein-Neuling Felix Bunke, Sohn von AUTO BILD-Mitarbeiter Roland Bunke, findet den T4 cool, aber (noch) zu teuer: "Mein Testwagen ...
... war ein Gebrauchter vom Händler mit 151 TDI-PS, Navi, Klima, Standheizung und Vorhängen. Genau richtig, um mit Freunden zum Zelten an den Strand zu düsen. Aber mit 19.950 Euro bei knapp fünf Jahren Alter und 114.000 gefahrenen Kilometern nicht meine Preisklasse."
Insgesamt ist der T4 ein ungewohnt großes Auto, aber erstaunlich leicht zu fahren. Die beiden Einzelsitze lassen sich zur Bank schwenken. An der Wand hängt ein Klapptisch.
Im Cockpit finden sich auch Bulli-Neulinge sofort zurecht. Gut: die Sitze. "Der Preis kommt nicht von ungefähr, ist doch der T4 ziemlich unverwüstlich und damit eine Investition wert. Meint mein Vater."
Für AUTO BILD-Ratgeber Andreas Borchmann und Familie ist der
T5 der ideal Multivan. "Er steckt alle(s) klaglos weg: Mutter und vier Kinder, zwei Hunde, Einrad, Zweirad, Dreirad verschwinden gemeinsam im Bauch des Fahrzeugs. Platznot? Fehlanzeige.
In den Kofferraum passt sogar noch der Großeinkauf fürs Wochenende. In der Stadt bietet die kastige Form viel Übersicht, ...
... im Innenraum Platz für sieben Personen auf einen Streich und mehr. Zur Not stemmt der
T5 sogar noch den Umzug von Freunden.
Der Fahrerplatz ist genauso bequem und sicher eingerichtet wie in einem Pkw. Der Auftritt des T5 passt immer: Ob Baumarkt oder Theater – für mich ist der modernste Bulli Muli und Multi unter den Automobilen dieser Welt."
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