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VW T1 Westfalia, T2 Helsinki und T3 Joker

VW T1 Westfalia VW T2 Helsinki VW T3 Joker
Wer die weite, weite Welt erfahren möchte (oder am Wochenende einfach mal raus will), braucht einen treuen, belastbaren, geräumigen Begleiter – einen wie den VW Bus, der seit nunmehr 62 Jahren und fünf Generationen um den Globus trottet.
VW T1 Westfalia VW T2 Helsinki VW T3 Joker
Wobei vor allem die Heckmotor-Modelle T1 (1950 bis 1967), T2 (1967 bis 1979) und T3 (1979 bis 1992) bis heute tiefe Spuren auf den Pisten dieser Erde und in den Lebensläufen ganzer Generationen von Reisemutigen hinterlassen haben.
VW T1 Westfalia
Der T1 eignet sich heute nur noch für Zeit-, nicht mehr für Weltreisen. Der Charme der Aufbau-Epoche, der Stolz der ersten Touren in fremde Länder, die Legenden der Hippie-Jahre, all das transportiert er heute noch. Allerdings mit einer für aktuelle Verhältnisse kaum mehr genießbaren Langsamkeit und zu sehr hohen Preisen.
VW T1 Westfalia
Es zählt zur Folklore vieler Autos, die heute als Legende gelten, dass ihr Konzept auf Servietten, Tischtüchern oder Notizzetteln gekritzelt wurde. So auch beim VW Typ 2 T1, also der ersten Generation des zweiten VW-Modells.
VW T1 Westfalia
Der niederländische VW-Generalimporteur Ben Pon hatte 1947 die Idee eines praktischen Transporters mit etwa 750 Kilo Nutzlast. Seine Skizze im Notizbuch überzeugte VW-Boss Heinrich Nordhoff. Der beauftragte 1948 Entwicklungschef Alfred Haesner mit der Konstruktion des T1. Serienstart war 1950.
VW T1 Westfalia
Das ganze Leben auf 4,28 Metern – der T1 streckt sich in zwei Schüben, startet mit 4,10 Metern, steigert sich 1955 auf 4,19. Vier Jahre später ist er ausgewachsen. 1967 ersetzt ihn der T2.
VW T1 Westfalia
Ein Tischlein in der einen, ein Schränkchen in der anderen Flügeltür maximieren den nutzbaren Raum und schaffen auf 7,5 Quadratmeter Grundfläche eine Ferienwohnung für die Familie.
VW T1 Westfalia
Die kurze Fahrerkabine bietet Platz für drei Erwachsene, die nicht schüchtern sein sollten. Die Schuhe füßeln auf den stehenden Pedalen, das Kupplungspedal klappt nach unten. Ein Dreh am Schlüssel und hinten im kleinen Motorkabäuschen rappelt sich der 1500er auf.
VW T1 Westfalia
Züchtige Spiele erlebt der T1 in Erstbesitz. Später steht er für die Freiheit nicht nur der Gedanken, die 68er-Kommunardin Uschi Obermaier soll in ihm der Provinz entkommen sein.
VW T1 Westfalia
Die Stehhöhe bleibt auf den kleinen Fleck unterhalb des Ausklappdachs beschränkt. Außer dem Doppelbett lässt sich ein Zweier-Kinderbett über den Vordersitzen einhängen.
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Im Souterrain rumort der 1,5-Liter- Boxer – mit 44 PS die stärkste Motorisierung in 17 Jahren T1. Der fing mit 25 PS an, doch auch das hat noch immer gut gereicht. Mehr als 80 km/h müssen es weder für den Bus noch für den Fahrer sein.
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Der T1 fühlt sich kein bisschen jünger an als die 62 Jahre, die seine Konstruktion nun auf dem Kasten hat. Doch zählt er zu den großen Ikonen, spiegelt die Sehnsüchte und Lebensanschauungen mehrerer Generationen wider.
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Die größten Sympathien fuhr in unserem Praxis-Vergleich der T2 ein. Auf keinen anderen Camper wurden wir während unserer Fotoproduktion häufiger und begeisterter angesprochen. Der T2 verbindet Charme und Solidität der Käfer-Ära mit noch immer zeitgemäßem Komfort, ausreichenden Fahrleistungen und einem recht sorgenfreien Fahrverhalten.
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Die Ferne rückt näher, wenn der energische Zweilitermotor im Heck plätschert. Auch er schnappt nach Luft, doch der große Boxer – seit 1975 im Programm – nimmt es mit dem eineinhalb Tonnen schweren Westfalia Helsinki leichter auf. In der zweiten Generation hat sich die Idee des Campingbusses etabliert.
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Das Ersatzrad trägt der Bus auf der Nase, es ist gleichzeitig wohl auch seine Knautschzone. Schon fünf Jahre vor dem Käfer bekommt der große Bruder die Panorama-Frontscheibe.
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Dem T2-Bus geht zwar der herbere, einfachere und provisorische Charme des T1 ab. Doch seinen Charakter hat er behalten. Auch der T2 wippt über Bodenwellen, federt aber etwas sachter, und sein Motor boxert ihn leis' der Ferne entgegen.
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Große Klappe und Zelt dahinter: Das schafft (Schlaf-)Platz und etwas mehr Bewegungsfreiheit. Der Name Helsinki weist übrigens auf die Westfalia-Städteserie hin (es gab auch die Modelle Oslo, Madrid, Rom und andere). Ab 1968 wurden sie über das VW-Händlernetz vertrieben.
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Hinter der Panoramascheibe reist es sich auf den hohen Vordersitzen noch mit ein wenig T1-Flair, aber fast schon so komfortabel und sorgenfrei wie im jüngeren T3, nicht zuletzt dank der Schräglenker-Hinterachse, die das Drängen des Heckmotors in Kurven und das Drücken des Seitenwinds viel sicherer im Griff hat als die olle Pendelachse des T1
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So klappt's auch mit der Nachbarin – anders als beim T1 geht dem Helsinki-Camper alles Provisorische ab. Eine Mobilie ist er, ein kleines Haus mit Rädern und ständigem Fernweh. Beim Helsinki steht der Küchenblock mit ausklappbarem Zweiflammenherd rechts.
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In der aufklappbaren Maisonette übernachtet es sich luftiger als im fichtenfurnierten und grün-orange gepolsterten T1-Westfalia-Wohnraum. Liege unten: 1,88 x 1,40 m.
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Was aussieht, als sei ein Staubsauger aus der zweiten Etage gefallen, ist der Zweiliter-Boxer. Und der schlabbert auch diesseits von 127 km/h Spitze locker 13 Liter weg.
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Der T2 ist kein Zwischenmodell, verbindet er doch das Beste aus allen drei Generationen – die geglättete Form des T1, mehr Platz innen, ohne zu funktional-kühl zu wirken, dazu energischere Motoren und ein sichereres Fahrverhalten als der T1, ohne den Charme des Heckmotorkonzepts einzubüßen.
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Beim T3 perfektionierte VW das Heckmotorprinzip des Typ 2, verpackt in einer neuen, so ganz anderen Hülle. Manche finden seine kantig-sachliche Form weniger charmant als die seiner Ahnen. Doch mit starken Boxermotoren, sehr gutem Komfort, ein wenig Geländetalent und enorm viel Platz zählt er doch zu den großen Universalgenies auf Rädern.
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Der T3 Joker ist ein Auto für die Reise in Grenzbereiche und darüber hinaus. In geografischer und charakterbildender Hinsicht viel mehr als in fahrdynamischer. Denn in der dritten Generation des VW Typ 2 gelang den Technikern die Vollendung des Heckmotor-Layouts.
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Dafür entwickeln sie eine ebenso brillante wie ruinös teure Schräglenker-Hinterachse mit Miniblockfedern. Die hält nicht nur das – ohnehin schüchterne – Temperament der Boxer- und ab 1981 auch Reihendieselmotoren auf Linie, sondern steigert den Fahrkomfort enorm.
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Weil der T3 zudem über eine Zahnstangenlenkung steuert, erhält der Fahrer nun eine ganz neue Richtlinienkompetenz, die nur starker Seitenwind gefährdet.
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Als Wohnmobil Joker beherbergt der T3 vier Passagiere dabei so heimelig, dass man meint, eine Adresse müsse nicht aus Straße und Hausnummer bestehen, weil ja auch ein Nummernschild ausreicht.
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Den Wert des eigenen Herds scheinen die Joker-Käufer hoch zu schätzen, ebenso die Sachlichkeit des Cockpits.
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Innen richtete VW den T3 im Stil und in der Stabilität eines Massivbau-Bungalows ein, samt Wohnküche. Auch in seinem Oberstübchen ist Platz für ein Matratzenlager.
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Das Runde ist jetzt das Eckige: Der T3 streckte sich in der Länge um 6,5 Zentimeter, sein Radstand übertraf mit 2,46 Metern erstmals das Ur-Käfermaß – um sechs Zentimeter. Auf der Liegefläche wäre auch Platz für drei.
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Den Boxer kühlt ab 1982 Wasser. Durch eine kleine Serviceklappe lassen sich Öl und Wasser checken. Wer richtig an den Motor will, muss die Klappe im Kofferraum anheben.
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Mit dem T3 hat das Heckmotorprinzip tatsächlich seine Vollendung gefunden. Selbst heute, 33 Jahre nach seinem Debüt, fährt sich der letzte Bulli noch modern und komfortabel, aber nie gewöhnlich.
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Wichtiger als alle Sprintwerte oder Höchstgeschwindigkeiten sind die Aufklappzeiten: T2 und T3 heben ihr Zeltdach in einer halben Minute, die T1-Crew lugt schon nach zehn Sekunden ins Freie.
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VW-Busse schaffen Erinnerungen, und die lassen sich kaum in Punkten aufwiegen. Dass der T3 Joker dem konstruktiv 30 Jahre älteren T1 und auch dem T2 Helsinki bei Fahrleistungen, Sicherheit und Komfort überlegen ist, zählt zu den vorhersehbaren Erkenntnissen dieses Vergleichs.
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Der T2 dagegen überrascht uns damit, älter auszusehen, als er sich in Wirklichkeit anfühlt. Aber die Freiheit will teuer erkauft sein: Selbst gute T3 kosten schon 10.000 Euro, ein toll erhaltener T1 auch mal 45.000.