ABS

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ABS ist die Abkürzung für Anti-Blockier-System und gilt als die "Mutter aller elektronischen Fahrhilfen". Unter einem ABS versteht man eine Bremshilfe, die das Blockieren der Räder beim Bremsen verhindert. Das Auto bleibt trotz maximal möglicher Bremswirkung voll lenkfähig, dem Fahrer wird somit ermöglicht, einem Hindernis ausweichen.

Beim ABS überwacht eine elektronische Steuerung die Drehzahlen aller vier Räder, sie erkennt bereits im Ansatz die Neigung zum Blockieren und reduziert die Bremskraft des jeweiligen Rades. Dies geschieht so schnell, wie es auch der beste Fahrer nicht zu leisten vermag: beim Pkw zwischen 8 und 12 Mal pro Sekunde. Blockierende Räder verlängern durch das Rutschen auf der Fahrbahn (Gleitreibung statt Haftreibung) in den allermeisten Fällen den Bremsweg.

Als Nebeneffekt wird somit bei einem Fahrzeug mit ABS fast immer auch der Bremsweg kürzer sein als bei demselben Fahrzeug ohne ABS. Lediglich auf Schnee oder Sand kann der Bremsweg mit ABS systembedingt länger werden: Wenn die Räder nicht blockieren, graben sie sich auch weniger in vorhandenen Schnee oder Sand ein und es kommt zu keiner zusätzlichen Bremswirkung durch den aufgekeilten Schnee- oder Sandberg vor den Rädern.

Das erste Serienfahrzeug mit einem (noch mechanisch geregelten) ABS war der Jensen FF (1966), der allerdings nur in sehr kleiner Stückzahl hergestellt wurde. Der erste Pkw mit serienmäßigem ABS war der Ford Scorpio (1985).

Seit 1. Juli 2004 ist in allen Modellen der europäischen Fahrzeughersteller ein ABS serienmäßig vorhanden.