Zweimassenschwungrad

Alle 0 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Z
Weil der in fast jedem Auto eingesetzte Hubkolbenmotor mit seinen Verbrennungs-Takten Schwingungen im Antriebsstrang erzeugt, rasselt normalerweise das Getriebe und die Karosserie dröhnt. Das wollen die Ingenieure nicht, und der Kunde will es aus Komfortgründen schon gleich gar nicht. Um die Drehschwingungen zu minimieren, kam LuK-Entwicklungsvorstand Wolfgang Reik 1985 auf die Idee mit dem ZMS: Die Masse des herkömmlichen Schwungrades wird geteilt. Ein Teil gehört weiterhin zum Motor, der andere zum Getriebe. Verbunden sind beide über ein Feder/Dämpfungssystem, eine Kupplungsscheibe zum Getriebe übernimmt Trennen und Verbinden. Dadurch werden die Schwingungen des Motors gedämpft, das Getriebe entlastet und sogar Kraftstoff gespart. Wegen dieser Vorteile bezeichnete Ex-BMW-Vorstand Wolfgang Reitzle in der frühen Entwicklungsphase das Zweimassenschwungrad als Penizillin für den Antriebsstrang. BMW war auch der erste Kunde: Die Eta-Diesel-Motoren wurden mit einem ZMS ausgerüstet. Heute verbauen alle großen Autohersteller Zweimassenschwungräder.