Kfz-Versicherung – die wichtigsten Fakten

Wie Sie die Kosten für Ihre Kfz-Versicherung senken, und was beim Kfz-Versicherungsvergleich und Versicherungswechsel zu beachten ist.
AUTO BILD beantwortet die häufigsten Fragen.

Haftpflicht, Vollkasko, Teilkasko: Wie viel Schutz muss sein?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist eine gesetzlich vorgeschriebene Versicherung, die jeder Fahrzeughalter abschließen muss. Sie deckt Ansprüche Dritter ab und greift bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Werden etwa bei einem Autounfall andere Personen verletzt, dann übernimmt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallfahrers die Kosten, die sich aus dem Schaden ergeben (gilt auch für Mitfahrer des Unfallfahrers). Das können Heilungskosten sein, die die Krankenkasse nicht übernimmt, Schmerzensgeld oder Ersatz für Verdienstausfall. Auch Reparaturkosten an Fahrzeugen der Unfallopfer werden von der Kfz-Haftpflicht des Unfallfahrers übernommen, ebenso wie Abschleppkosten, Gutachterkosten oder Ersatz für die Wertminderung.

Im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung ist die Kaskoversicherung eine freiwillige Versicherung. Sie deckt Schäden am Fahrzeug des Versicherten ab. Die Leistungen einer Teilkaskoversicherung sind dabei üblicherweise auf bestimmte Schäden begrenzt. In der Regel sind das Schäden durch Glasbruch, Zusammenstoß mit Haarwild (z.B. Wildschwein, Hirsch, Hase), Hagel, Sturm, Brand und Überschwemmung sowie Diebstahl des ganzen Fahrzeugs oder einzelner Teile. Eine Vollkaskoversicherung deckt darüber hinaus auch selbst verursachte Unfallschäden am Fahrzeug ab sowie Schäden durch Vandalismus.

Zumindest eine Teilkaskoversicherung ist für jedes Auto grundsätzlich zu empfehlen – mit Ausnahme von Fahrzeugen mit sehr geringem Restwert (unter 1000 Euro). Eine Vollkaskoversicherung ist insbesondere für Neuwagen und hochpreisige Autos zu empfehlen. Natürlich kann sich die Vollkasko auch bei einem günstigen Kleinwagen bezahlt machen. Bevor man sich für die eine oder andere Kaskoversicherung entscheidet, sollte man mit einem Vergleichsrechner die Kosten vergleichen: Mitunter kostet die Vollkasko nur einen geringen Betrag mehr oder ist sogar günstiger als die Teilkasko, weil für sie wie bei der Haftpflicht ein sogenannter Schadenfreiheitsrabatt gewährt wird. Dieser Rabatt wird mit jedem Jahr größer, in dem der Versicherte keinen Schaden und damit keine Kosten für die Versicherung verursacht. Für die Teilkasko gibt es einen solchen Rabatt nicht.

Welche Leistungen sollte die beste Kfz-Versicherung enthalten?

Für die Haftpflichtversicherung sind gesetzliche Mindestsummen festgelegt, die eine Versicherung abdecken muss. Für Personenschäden beträgt die Mindestsumme 7,5 Millionen Euro, für Sachschäden bis zu 1,12 Millionen Euro, für reine Vermögensschäden 50.000 Euro. Bei Personenschäden ist es jedoch nicht unrealistisch, dass die Kosten die gesetzliche Mindestsumme überschreiten. Empfehlenswert ist daher eine deutliche höhere Deckungssumme – zum Beispiel in Höhe von 100 Millionen Euro.

Sowohl für die Haftpflicht als auch für eine Kaskoversicherung gibt es eine Anzahl von Zusatzleistungen, die entweder bereits im Tarif enthalten sind oder zusätzlich in den Vertrag aufgenommen werden können. Ob diese Zusatzleistungen sinnvoll sind, hängt vom Bedarf bzw. von den Lebensumständen des Versicherten ab. So gibt es als Ergänzung zur Haftpflicht etwa die sogenannte Mallorca-Police. Sie schützt Versicherte bei zu geringen Deckungssummen einer Mietwagenversicherung im Ausland. Ein empfehlenswerter Bestandteil der Kaskoversicherung ist der „Verzicht auf Einrede grober Fahrlässigkeit“. Das bedeutet, dass die Versicherung die Kosten eines Schadens auch dann in voller Höhe übernimmt, wenn der Versicherte den Unfall infolge grober Fahrlässigkeit verursacht hat. Bei einem Neuwagen ist es wichtig, dass die Kaskoversicherung eine Neuwertentschädigung von ausreichender Dauer (z.B. 24 Monate) enthält. Im Falle eines Diebstahls oder Totalschadens wird dann der Neupreis des Autos unabhängig vom Zeitwert erstattet.

Auch die Frage „Mit oder ohne Werkstattbindung?“ ist ein wichtiger Punkt: Zwar sind Tarife mit Werkstattbindung (also ohne freie Werkstattwahl des Versicherten) günstiger. Beim Leasing oder auch für Kulanzleistungen wird vom Fahrzeughersteller aber oft der Besuch einer Vertragswerkstatt verlangt.

Kfz-Versicherung Kosten: Wovon ist die Beitragshöhe abhängig?

Bei der Kfz-Versicherung wird die Beitragshöhe aus einer Vielzahl von Kriterien ermittelt. Eine Rolle spielt etwa die Typklasse des Autos: Jeder Fahrzeugtyp (Modell und Motorisierung) wird von den Versicherungen in Typklassen eingeteilt – abhängig davon, wie hoch der jährliche Schaden ist, der von dem Fahrzeug. Die Typklasse steht also gewissermaßen für das Schadensrisiko. Daher fallen für Fahrzeuge aus einer hohen Typklasse höhere Kosten an als für Fahrzeuge aus einer niedrigen Klasse. Typklassen gibt es sowohl für die Haftpflicht als auch für die Vollkasko und Teilkasko. Ähnlich wie die Typklasse für einen bestimmten Fahrzeugtyp, drückt die Regionalklasse das Schadensrisiko in einer bestimmten Region aus. Aus diesem Grund ist die Autoversicherung zum Beispiel im Süden Deutschlands (hohe Regionalklassen) aufgrund der häufigeren Unfälle auf verschneiten Straßen teurer als in anderen Regionen. Ein weiterer Faktor ist der Fahrer selbst: Fährt er schon lange unfallfrei, wird er von der Versicherung in eine hohe Schadenfreiheitsklasse (kurz SF-Klasse) eingestuft – das bedeutet, ihm wird ein hoher Schadenfreiheitsrabatt gewährt.

Wird das Fahrzeug von mehreren Fahrern genutzt? Dann hat auch das eine Auswirkung auf die Höhe des Beitrags, ebenso wie die jährliche Fahrleistung. Die Höhe der Selbstbeteiligung an Kaskoschäden kann der Versicherte in der Regel bei Vertragsabschluss selbst wählen. Je niedriger die Selbstbeteiligung, desto höher der Versicherungsbeitrag. Auch die Art der Fahrzeug-Unterbringung beeinflusst die Kosten für die Versicherung. Steht das Auto öffentlich zugänglich an der Straße, fällt der Beitrag höher aus als bei einer Unterbringung in der privaten Garage. Darüber hinaus werden für bestimmte Kriterien weitere Rabatte gewährt. Zum Beispiel Familienrabatte für Familien mit Kindern unter 14 Jahren – Eltern mit Kindern fahren nachweislich vorsichtiger. Sonderkonditionen kann es bei Mitgliedschaft in einem Automobilclub geben oder für die Zugehörigkeit einer bestimmten Berufsgruppe (z.B. Beamtentarife).

Tipp: Benachrichtigen Sie Ihre Versicherung, wenn sich an Ihrer Lebenssituation etwas ändern, das einen Einfluss auf die Höhe des Versicherungsbeitrags haben könnte. Sie haben zum Beispiel Wohneigentum erworben und können Ihr Auto jetzt in einer Garage unterbringen? Dann teilen Sie das der Versicherung mit. Bleiben Sie aber bei der Wahrheit: Wer etwa bei der Angabe der jährlichen Fahrleistung täuscht, fliegt bei einem Schadensfall sofort auf. Die Versicherung kann dann anhand der tatsächlichen Fahrleistung die Beitragshöhe neu berechnen und den fehlenden Betrag rückwirkend einfordern. Kann die Versicherung beweisen, dass der Kunde bewusst getäuscht hat, wird gegebenenfalls auch eine Vertragsstrafe fällig.

Warum lohnt sich ein jährlicher Kfz-Versicherungsvergleich?

Kfz-Versicherungen können in der Regel einmal jährlich zum Abschluss des Versicherungsjahres mit Frist von einem Monat gekündigt werden (Stichtag für die Kündigung ist dann der 30. November). Ausnahmen sind Verträge mit unterjährigen Fristen, wenn etwa pro Halbjahr abgerechnet wird. Versicherte sollten eine anstehende Kündigungsfrist zum Anlass nehmen, um einmal die Kosten und Leistungen ihrer Versicherung mit anderen Angeboten am Markt zu vergleichen – insbesondere dann, wenn eine Beitragserhöhung ansteht. Viele Autofahrer sind im Glauben, bei einer besonders günstigen Kfz-Versicherung versichert zu sein, weil das vielleicht ein früherer Vergleich so ergeben hat. Tatsächlich ist der Markt der Kfz-Versicherungen aber sehr dynamisch – die Versicherungsgesellschaften bringen jedes Jahr neue Tarife heraus. Für viele Autofahrer findet sich unter diesen neuen Tarifen ein Angebot, das bei vergleichbaren Leistungen deutlich günstiger ist als der laufende Vertrag. Das Sparpotential liegt dabei oft im Bereich von 100 Euro oder sogar noch deutlich höher.

Kfz-Versicherung wechseln – worauf ist zu achten?

Wichtig ist es, beim Kfz-Versicherungsvergleich neben den Preisen immer auch die Leistungen zu vergleichen. So sollte man etwa gut abwägen, ob es sich lohnt, für eine geringe Ersparnis auf wichtige Leistungsdetails der Kasko zu verzichten (zum Beispiel keine Werkstattbindung). Wer schon lange bei ein und derselben Gesellschaft versichert ist und in Verbindung mit einer hohen Schadenfreiheitsklasse die Option auf einen Rabattretter hat, sollte ebenfalls gut abwägen, ob sich der Wechsel zu einem nur geringfügig günstigeren Anbieter tatsächlich anbietet. Der Rabattretter verhindert, dass der Versicherte bei einem Schadensfall in der SF-Klasse so weit zurückgestuft wird, dass sich eine Beitragserhöhung ergibt. Bei neuen Verträgen wird ein Rabattretter kaum noch angeboten – stattdessen wird ein sogenannter Rabattschutz als Zusatzleistung angeboten, für den jedoch ein Aufschlag bei der Prämie fällig wird.

Bei der Kündigung einer Autoversicherung gilt es, die Fristen zu beachten. Stichtag ist in den meisten Fällen der 30. November, das heißt, bis zu diesem Datum muss das Kündigungsschreiben bei der Versicherung eingetroffen sein. Erhöht eine Versicherung die Beiträge, so hat der Kunde ein Sonderkündigungsrecht. Die Frist dafür beträgt mit Erhalt der Benachrichtigung (Jahresbeitragsrechnung) einen Monat.

Über die erforderliche Form der Kündigung (Brief, Fax, E-Mail) geben die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Versicherungsgesellschaft Auskunft. Wer auf Nummer sicher gehen will, versendet die Kündigung als Brief per Einschreiben mit Rückschein – dann jedoch rechtzeitig vor dem 30. November, also etwa spätestens am 26. November. Vor der Kündigung sollte jedoch bereits ein konkretes Angebot einer anderen Versicherung vorliegen.

Versicherungsvergleich von autobild.de

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Als Autoversicherung bzw. Kfz-Versicherung werden allgemein Versicherungen bezeichnet, die Schäden im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Autos abdecken. Zu unterscheiden ist dabei vor allem die Kfz-Haftpflichtversicherung und die Kaskoversicherung (Vollkasko und Teilkasko). Die Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und deckt Schäden der Unfallopfer ab (Personenschäden, Sachschäden an anderen Fahrzeugen). Eine Kaskoversicherung kann freiwillig abgeschlossen werden und sichert Schäden am eigenen Fahrzeug ab: Die Teilkasko greift etwa bei Schäden durch Diebstahl, Brand, Glasbruch oder Haarwild, die Vollkasko sichert zusätzlich auch selbstverursachte Schäden am eigenen Fahrzeug ab. Weitere Versicherungsleistungen, die freiwillig abgeschlossen werden können, sind etwa Verkehrsrechtsschutz, ein Kfz-Schutzbrief (bietet Pannenhilfe) oder eine sogenannte Mallorcapolice (gleicht unzureichende Haftpflichtdeckung bei Mietfahrzeugen im Ausland aus).
Die Höhe der Versicherungsprämie ergibt sich aus einer Vielzahl verschiedener Kriterien – so spielt etwa die Schadenfreiheitsklasse eine Rolle (ergibt sich aus der Anzahl  unfallfreier Jahre eines Versicherten) oder auch die Schadensbilanz des Fahrzeugtyps (Typklassen-Einstufung) sowie der Standort des Fahrzeugs (Regionalklassen). Da nicht alle Kriterien von den Versicherungen einheitlich bewertet werden, ergeben sich von Anbieter zu Anbieter recht unterschiedliche Tarife. Welcher Anbieter individuell den günstigsten Tarif bzw. das günstigste Verhältnis von Preis und Leistung bietet, kann mit einem Kfz-Versicherungs-Vergleichsrechner online ermittelt werden. Der kostenlose Vergleichsrechner von AUTO BILD basiert auf dem Vergleichsrechner von Testsieger Check24, der mehr als 240 verschiedenen Kfz-Versicherungstarife vergleicht. Durch einen Versicherungsvergleich und anschließenden Wechsel der Kfz-Versicherung lassen sich oft mehrere Hundert Euro Versicherungskosten im Jahr sparen.
Haben sich bei einem Kfz-Versicherungsvergleich Sparmöglichkeiten ergeben, ist zu beachten, dass beim Wechseln der Kfz-Versicherung die Kündigungsfristen berücksichtigt werden. In den meisten Fällen ist es zum Jahresende möglich, die Autoversicherung zu wechseln – mit Frist von einem Monat. Daraus ergibt sich der 30. November als Stichtag für die Kündigung der Kfz-Versicherung.