Video: Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid (2017)

Die schnellste Hybrid-Limousine der Welt

Nichts geringeres als die schnellste Hybrid-Limousine der Welt: Das ist der Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid. Hinter diesem langen Namen verbergen sich 680 PS und unfassbare Fahrleistungen. Eigentlich gehen sie in Zuffenhausen ja eher sparsam mit Superlativen um. Nicht so beim Panamera Turbo S. Nichts weniger als die schnellsten Hybrid-Limousine der Welt hat Porsche da auf die Räder gestellt. BILD durfte bereits mitfahren. Ortstermin Nardo. Porsche hat sich auf dem Hochgeschwindigkeitsrund in Süditalien eingekauft und testet hier regelmäßig. Normalerweise darf hier kein Journalist rein, denn hier ist Erlkönigland. Garage an Garage stehen hier Autos im Tarnkleid. Aston Martin, Mercedes, Range Rover oder eben. Jetzt wundert es mich nicht mehr, dass die Sicherheitsleute mein Mobiltelefon abgeklebt haben wie ein Stromkasten im Bundestagswahlkampf. Am Vorabend raunte man mir schon Eckdaten zu, die mir fast eine schlaflose Nacht bereitet haben. 850, 680 und 8,3 bedeuten Gänsehaut-Gefühl. Das Wiedersehen mit dem Porsche Panamera bringt erst mal in Erinnerung, wie positiv sich die Edel-Limo optisch entwickelt hat. Früher Buckelwal steht hier eine formschöne Limousine mit unverkennbaren 911er-Genen. Gut, das wussten wir schon. Ansonsten bleibt der Turbo S optisch dezent. 21-Zoll-Bereifung, hinten 325er-Gummis, vorne ist die Dimension 275 aufgezogen. Allerdings hat die der Turbo auch. Zwischen den Felgen schimmert die Keramik-Bremsanlage durch, beim Turbo S in Serie. Aber ansonsten gibt es Spektakel eher nebenan bei Aston Martin und Co.Immerhin, das gibt schon mal eine Ahnung, was mir heute bevor steht. Ich darf Platz nehmen und rufe mir die Zahlen in Erinnerung. Auflösung gefällig? 850 Newtonmeter Drehmoment, 680 PS und die Schallmauer von 200 km/h erreicht Porsches neues Spielzeug für Manager und komfortverwöhnte Sportwagen-Fans in 8,3 Sekunden. Da ist sie wieder, die Gänsehaut.Am Steuer sitzt einer, für den solche Zahlen zum Alltag gehören. Timo Bernhard ist nicht nur Porsches dienstältester Werksfahrer sondern auch LMP1-Pilot. Als solcher darf der Langstreckenweltmeister von 2015 den Porsche 919 in der Langstreckenmeisterschaft bewegen und unter anderem die 24 Stunden von Le Mans fahren. Reichlich dicke PS ist allerdings nicht die einzige Parallele zwischen dem Motorsportgerät 919 und dem Spitzenmodell der Panamera-Baureihe. Beides sind Hybrid-Sportler vom Feinsten. Und sie zeigen, wo Porsche hin will. Nämlich nichts weniger als die Hybrid-Technologie auf die Spitze treiben und zu einem heißen Cocktail zusammenrühren. Die Zutaten: Man nehme den V8-Biturbo aus dem Panamera Turbo, gebe eine Batterie von 14,1 Kilowattstunden dazu. Die dort gespeicherte Energie lässt man in einem 136-PS-Strahl wieder raus, rühre das ganze in einem Hybrid-Doppelkupplungsgetriebe mit den 550 PS des Turbo wieder zusammen und verteile es auf alle vier Räder. Heraus kommt ein giftiger Cocktail, der jedem Orthopäden Freudentränen in die Augen treibt. Denn als Timo Bernhard beim Start mit der Launch Control den Fuß von der Bremse nimmt, versetzt die Kraft beider Antriebe den Passagieren einen derart deftigen Schlag ins Kreuz, dass ein Arzt-Besuch unausweichlich erscheint. Zum Glück ist der Panamera eine Limo mit feinem, komfortablem Gestühl, dass den Rücken mehr als ausreichend schont. Außerdem: Wer will schon zum Arzt, wenn er mit dem Turbo S um den Handlingkurs von Nardo flitzen kann? Und sei es auch nur auf dem Beifahrersitz.Bernhard zeigt mir schnell, was die elektrisierte Limo noch so kann. Die Luftfederung mit den drei Kammern bügelt fast jeden Schlag der Piste weg und trotzdem klebt der Panamera auf dem rumpeligen Aspahlt wie die Aufkleber der Security auf meinem Handy. Dank Allrad und Hinterradlenkung lässt sich der Turbo S vom Profi zielsicher auf der engen Linie ums Eck zirkeln und zuckt beim Herausbeschleunigen nur leicht mit dem jetzt hübschen Hinterteil.Ob er viel korrigieren muss, frage ich Timo Bernhard. Bei Profis sieht man meist wenig von den Lenkbewegungen, weil sie im Normalfall minimal sind. Die Gewichtsverteilung sei ziemlich optimal, sagt er. Das wisse man ja aus dem Motorsport, dass die Verteilung der Kilos eines Autos oft mitentscheidend sei. Gernot Döllner, der Baureihen-Leiter des Panamera, erklärt mir später, dass die 50:50-Verteilung über die beiden Achsen von vorneherein als Ziel gesetzt war. Beim Turbo S war das sogar eine leichtere Aufgabe, weil das Auto vollgestopft sei mit Technik. Es sei eher eine Herausforderung gewesen beim Turbo-Hybrid alles reinzubekommen. Tatsächlich bringt der stärkste und schnellste Panamera so gut wie alle fahrunterstützenden Systeme, wie adaptives Fahrwerk, Wankstabilisierung, Doppelkupplungsgetriebe, besagte Keramik-Bremsanlage, variable Drehmomentverteilung und Hinterachslenkung alles mit, was so in Porsches Technik-Regal zu finden ist. Bis auf die Hinterachslenkung sogar alles in Serie.Überhaupt stand der Turbo S eigentlich am Anfang. „Das Ziel war, die Zukunft des Sportwagens zu definieren“, sagt Döllner. Und angesichts der gesellschaftlichen Kritik am Verbrennungsmotor musste die zumindest zum Teil elektrisch sein. Irgendwann wird wohl tatsächlich der Verbrenner auch bei der Leistung hinter den E-Motor zurücktreten. Auf der Abkühlungsrunde erzählt mir Timo Bernhard, wie sich das Fahren mit Hybrid von der vorelektrischen Zeit unterscheidet. „Das Auto zieht linearer aus der Kurve“,  sagt der Rennfahrer. Das Zusammenspiel zwischen dem mächtigen V8-Biturbo und dem E-Motor funktioniert jedenfalls tadellos. Das ist auch auf dem Beifahrersitz spürbar. Porsche arbeitet beim Turbo S mit einem Parallel-Hybrid-System. Bedeutet: Die Kraft  beider Antriebe wird in das Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe geleitet. Der Elektromotor ist im neuen Antriebsstrang des Turbo S, der gemeinsam mit dem Zulieferer ZF entwickelt wurde, bereits integriert. Dort wird elektronisch gesteuert die Kraft gebündelt und über die beiden Achsen verteilt. Ein feines Stück Technik, dass den sonstigen Lösungen – E-Motor an einer Achse, der Verbrenner an der anderen Achse – fahrtechnisch überlegen ist. Aber das lässt sich eben nur bei solch teuren Hightech-Autos wie dem Panamera Turbo S realisieren. Ohnehin ist der Turbo S alles andere als günstig. Mit 185.736 Euro als Basispreis wird er ab Juli bei den Händlern stehen. Immerhin ein Preisunterschied von mehr als 33.000 Euro gegenüber dem normalen Turbo. Für den Aufpreis bekommt der Kunden allerdings einen Plug-in-Hybriden auf dem neusten Stand der Technik. Und einen viersitzigen Sportwagen, der auch für die Urlaubsfahrt taugt. Das Gänsehaut-Gefühl gibt es übrigens gratis dazu. 

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