Der libysche Staatschef und Revolutionsführer Muammar Gaddafi ist unter die Autodesigner gegangen – und hat nach Angaben seiner Marketingexperten nicht irgendeinen Wagen, sondern "die Zukunft der Automobilindustrie" entworfen, berichtet WELT ONLINE. Am Vorabend des 40. Jahrestages seiner Machtübernahme wurden am Montagabend (31. August 2009) in Tripolis zwei Prototypen von "The Rocket" enthüllt. Geformt "wie ein Rennboot, um maximale Sicherheit zu bieten", wurde der Wagen mit libyschem Geld finanziert und von der kleinen italienischen Konstrukteursfirma Tesco TS gebaut.

Ein Prototyp kostet zwei Millionen Euro

230 PS, 5,50 Meter lang, 1,87 Meter breit: So stellt sich Libyens Staatschef Gaddafi die Zukunft der Autoindustrie vor.
Die Tesco-Techniker hätten die "Vision" des Revolutionsführers dabei buchstabengetreu umgesetzt, "um das perfekte Auto zu bauen", hieß es in Tripolis. Ein Tesco-Mitarbeiter sagte, ein Prototyp von The Rocket werde "um die zwei Millionen Euro" kosten. Der Innenraum sei mit Leder und libyschen Teppichen ausgekleidet. Derzeit würden die Möglichkeiten für eine Serienfabrikation in Libyen geprüft. Gaddafis Raketen-Auto hat 230 PS, ist 5,50 Meter lang und 1,87 Meter breit.

Vorbild Dampflokomotive?

Der Wagen wurde mit libyschem Geld finanziert und von der kleinen italienischen Konstrukteursfirma Tesco TS gebaut.
Der Name könnte angelehnt sein an eine frühe Dampflokomotive, die die Brüder Stephenson im Jahr 1829 gebaut und ebenso getauft hatten. Parallel zur Präsentation seines Prototypen hatte der Diktator am Montag einen Sondergipfel der Afrikanischen Union (AU) eröffnet. Gaddafi, der momentan den AU-Vorsitz innehat, war am 1. September 1969 durch einen Putsch an die Macht gekommen. Der Libyer lässt sein Amtsjubiläum heute von der Bevölkerung und ausländischen Gästen feiern. Er ist der momentan dienstälteste Staatschef der Welt.

Von

Michael Volber