EcoTest: Die Schmutzigsten und die Saubersten

ADAC EcoTest 2017: Umwelt-Ranking

E-Autos und Hybride sind am saubersten

Wie umweltverträglich sind Autos? Das misst der ADAC im Eco-Test. Besonders gut schneiden E-Autos ab. Hier kommen die saubersten wie auch die schmutzigsten Autos.

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Der Hyundai Ioniq Elektro ist das sauberste Auto, das man derzeit kaufen kann. Dies ist die Erkenntnis aus dem ADAC Eco-Test, bei dem der Klub seit September 2016 unter verschärften Bedingungen knapp 160 Autos aller Antriebsarten auf Verbrauch und Schadstoffemissionen überprüft hat. Der Ioniq Elektro schaffte beeindruckende 105 von maximal 110 möglichen Punkten und setzte sich so vor VW e-Golf und BMW i3 (beide 100 Punkte). Insgesamt sind unter den saubersten zehn Autos sechs Stromer, dazu das Brennstoffzellenauto Toyota Mirai, der erdgasbetriebene Audi A4 Avant g-tron sowie der Toyota Prius als Voll- und Plug-in-Hybrid. Der beste Benziner im ADAC-Umweltranking ist der Suzuki Ignis 1.2 SHVS mit 84 Punkten auf Rang 12, der sauberste Diesel ein Mercedes E 220d auf Rang 15 (80 Punkte). 

Die Ursache für den enorm hohen Partikelausstoß des Benziner-Smarts sieht der ADAC in der Heckmotor-Bauweise.

Elektroantrieb ist laut Eco-Test in Sachen Umweltverträglichkeit also unschlagbar – zumindest solange nur die Emissionen zählen und echter Öko-Strom geladen wurde (bei konventionellem Strom fährt das Auto nur lokal emissionsfrei, bei der Stromproduktion werden aber Schadstoffe in die Luft gepustet). Und: Würde die Gesamtenergiebilanz von Produktion bis Verschrottung berücksichtigt, stünden die Stromer neuesten Erkenntnissen zufolge wohl nicht ganz so positiv da.

Neun von 160 Autos schafften die Bestnote

Das Besondere am Eco-Test: Die Bedingungen sind schärfer, als gesetzlich vorgeschrieben. Zudem müssen Autos, um mindestens vier Sterne zu erhalten, seit September 2016 zusätzlich noch Abgasmessungen bei Straßentests absolvieren. Die Bewertung setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Verbrauch/CO2-Ausstoß und Schadstoffemissionen (Stickoxide, Feinstaub, Kohlenmonoxid u.a.). Nur Autos, die in beiden Disziplinen gut abschneiden und mindestens vier der fünf möglichen Sterne ergattern, werden vom ADAC als "empfehlenswert" in Sachen Umwelt eingestuft. Von den knapp 160 getesteten Fahrzeugen bekamen bislang nur 31 diese Auszeichnung, und nur magere neun Autos schafften die Bestnote (fünf Sterne).

Nur vier von 65 Dieseln "empfehlenswert"

Insgesamt stuft der ADAC nur vier der seit September 2016 insgesamt 65 getesteten Dieseln als "empfehlenswert" ein: Mercedes E 220d Limousine und T-Modell, BMW 118d und BMW 520d schafften vier Sterne. Die Bestnote erreichte keiner, dagegen erhielten 26 der 65 Selbstzünder die schlechteste (ein Stern). Dennoch: Es geht auch sauber, wie Benz und BMW beweisen!

Das NOx-Ranking der Diesel: Importautos sind schmutziger

Betrachtet man lediglich die vom ADAC bei den Dieseln gemessenen Stickoxid-Emissionen, bietet sich ein ganz anderes Bild als beim Gesamtranking, bei dem auch Verbrauch und andere Schadstoffe zählen. Die Erkenntnis: Importautos sind schmutziger. Die zehn saubersten Autos, deren Abgase der ADAC in seinem Eco-Test maß, kommen von Mercedes, BMW, Opel, Seat und VW; der E 220d emittiert als Limousine und auch als Kombi deutlich weniger als 30 Milligramm NOx pro Kilometer. Die zehn größten NOx-Sünder dagegen sind allesamt Importautos, es sind vier Renault, zwei Dacia und jeweils ein Hyundai, Isuzu und ein Jeep. Das Schlusslicht ist ein Subaru: Der Forester schockierte im ADAC-Test mit 2022 gemessenen mg/km NOx. Hier kommt das EcoTest"-Ranking der zehn saubersten und zehn schmutzigsten Diesel!

ADAC "EcoTest" NOx-Ranking

Der Umwelt etwas Gutes tun und für viel Geld einen Hybriden kaufen? Das haut nicht immer hin, zumindest nach ADAC-Erkenntnis. Die Bestnote fünf Sterne schafften lediglich der Plug-in- und Vollhybride Toyota Prius. Ebenfalls noch "empfehlenswert" in Sachen Umweltverträglichkeit (vier Sterne) sind laut Eco-Test zudem Toyota C-HR, Toyota Prius+ sowie der Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid. Die übrigen Doppelherzer, nämlich VW Passat Variant GTE, Kia Optima 2. GDI Plugin-Hybrid, Hyundai Ioniq Hybrid Premium und Kia Niro 1.6 GDI Hybrid, schafften nur drei Sterne, sind aus ADAC-Sicht also nicht empfehlenswert. Der BMW 225xe iPerformane Active Tourer M Sport Steptronic hat zwar einen Hybridmotor, schneidet mit zwei Sternen nach ADAC-Lesart aber schlecht ab.

Am dreckigen Ende: große, schwere Allradautos

Ebenfalls am Ende der ADAC-Umweltliste stehen Autos, die aufgrund hoher Emissionen nur null Punkte erreichen. Sowohl im Schadstoff- als auch im Verbrauchskapitel konnten der Nissan NP300 Navara (Double Cab) und Schlusslicht Isuzu D-Max (er stößt 278 Gramm CO2 und 721 Milligramm NOx pro Kilometer aus) auch nur einen einzigen Punkt machen. Am Ende der Skala reihen sich auch Subaru Forester 2.0D, Renault Koleos dCi 175 und der SsangYong Korando ein – allesamt schwere Autos mit Allradantrieb. Doch auch Leistung geht auf Kosten der Umwelt: Der Ford Focus RS ist mit insgesamt sechs Punkten Fünftletzter im Ranking. 

Wegen Heckmotor-Konstruktion: Smart verpestet Luft

Überraschend fiel das Messergebnis auch beim Smart fortwo aus: Der kleine Stadtflitzer, baugleich mit dem Renault Twingo, blies nach ADAC-Messung pro Kilometer an die 8x1012 (acht Billionen) Partikel in die Luft. Ursache für diesen schlechten Wert ist laut ADAC die Bauweise mit Heckmotor: "Infolge der erhöhten thermischen Belastung aufgrund schlechterer Kühlung steigt der Ausstoß an Feinstaub beim Smart extrem an und liegt mehr als doppelt so hoch als bei den bisher schlechtesten Benzin-Direkteinspritzern", hieß es in der Erläuterung. Der Smart ist nicht der einzige Benziner, der mit seinem Partikelausstoß über dem Grenzwert, der seit September 2017 gilt: Im Eco-Test gab es einige Autos, die sogar deutlich darüber lagen. Davon sind nicht nur stark motorisierte Benziner betroffen, sondern auch Volumenmodelle wie der VW Tiguan 1.4 TSI oder der Opel Corsa 1.0 Turbo. Hier kommen die saubersten Autos auf dem Markt.

EcoTest: Die Schmutzigsten und die Saubersten

 

Autor: Maike Schade

Stichworte:

ADAC Diesel Abgasskandal

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