AdBlue: Wo befindet sich der Tank?

AdBlue: Preis, Verbrauch, nachfüllen

AdBlue – was Sie dazu wissen müssen!

Moderne Diesel haben zwei Einfüllstutzen: einen für Kraftstoff, einen für AdBlue. Die Harnstoffeinspritzung soll dafür sorgen, dass unsere Autos sauberer werden. AUTO BILD bringt Sie auf den neuesten Stand.
AdBlue ist eine Harnstofflösung, die bei Dieselautos in den Abgasstrang gespritzt wird, um die Abgase von Stickoxiden zu befreien. In der Regel wird der Gehalt von Stickoxiden (NOx) im Abgas dadurch um etwa 80 bis 90 Prozent verringert. Die Fahrzeuge haben für den Harnstoff einen extra Tank, der bei der regulären Fahrzeug-Inspektion aufgefüllt wird. Da die Wartungsintervalle bei modernen Autos aber immer größer werden und der AdBlue-Verbrauch auch maßgeblich von der Fahrweise abhängt, kann die Meldung "AdBlue leer" oder "AdBlue nachfüllen" aber auch mal ganz unerwartet im Cockpit erscheinen. Was dann zu tun ist.

Wann muss ich AdBlue nachfüllen?

Wenn sich der AdBlue-Vorrat dem Ende neigt, sendet das Auto frühzeitig eine Warnung im Display und zeigt an, für wie viele Kilometer der Harnstoff noch reicht. Die restliche Reichweite ist in der Regel üppig und liegt meist bei über 2000 Kilometern. Die Warnung darf man allerdings nicht ignorieren, denn sobald der AdBlue-Tank leer ist, wechselt der Wagen ins Notlaufprogramm. Er bringt dann nicht mehr die volle Leistung. Ist der Wagen aus, springt er ohne AdBlue nicht mehr an. Zwar ist technisch gesehen alles in Ordnung, allerdings funktioniert ohne AdBlue die Abgasnachbehandlung nicht vorschriftsmäßig.

Wie wird der AdBlue-Tank aufgefüllt?

Bei älteren Autos wie diesem Passat, Baujahr 2009, sitzt der Füllstutzen noch im Kofferraum.

Meist befindet sich neben dem regulären Tank-Einfüllstutzen eine zweite Öffnung für den AdBlue-Tank. Bei älteren Dieseln, bei denen die Abgasnachbehandlung nicht ganz oben stand im Lastenheft, wird entweder über eine Öffnung im Kofferraumboden "nachgetankt" oder im Motorraum. Im Zweifelsfall hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung. Einige Tankstellen bieten mittlerweile spezielle AdBlue-Zapfsäulen für Pkw. Hier kann der Harnstoff wie regulärer Kraftstoff einfach nachgetankt werden. Apps wie "Find AdBlue" können helfen diese Tankstellen zu finden. Aber Vorsicht: Es darf kein AdBlue in den Kraftstofftank eingefüllt werden. Ist es versehentlich doch passiert, drohen ähnlich schlimme Folgen wie bei einer Fehlbetankung mit Benzin. Deswegen: Den Wagen nicht starten und die Werkstatt benachrichtigen.

Mittlerweile gibt es an einigen Tankstellen AdBlue-Zapfsäulen für Pkw.

Einige Autofahrer versuchen ihren AdBlue-Tank an den Lkw-Zapfsäulen zu füllen – davon ist aber in mehrfacher Hinsicht abzuraten. Damit die Zapfpistole bei vollem Tank abschaltet, ist an den Einfüllstutzen der Lkw-Tanks ein Magnet. Bei Pkw gibt es diesen Magneten nicht – der Tank kann überlaufen. Mittlerweile gibt es zwar AdBlue Adapter für Autos zu kaufen, die dieses Problem lösen sollen, trotzdem sind die kleinen Tanks der Pkw sind nicht auf die Durchflussgeschwindigkeit des AdBlue für Lkw ausgelegt. Selbst wenn man sehr vorsichtig tankt, endet der Tankvorgang an der Lkw-Zapfsäule nicht selten in einer Sauerei. Alternativ zur Zapfsäule bekommt man AdBlue auch in Kanistern im Handel (z.B. in Baumärkten) oder online. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass ein geeigneter Einfüllstutzen oder Trichter dabei ist. Der Harnstoff wird dann einfach aus dem Kanister direkt in den Tank gekippt.
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Was kostet AdBlue und gibt es günstigere Alternativen?

Die Preise von AdBlue variieren stark. An der Zapfsäule kostet ein Liter meist zwischen 50 und 60 Cent. Online zahlt man für einen Zehn-Liter-Kanister etwa zehn Euro, also einen Euro pro Liter. In den meisten Fällen zahlt man für eine Tankfüllung maximal 20 Euro. Auf dem Markt tauchen ab und zu auch günstigere Alternativ-Produkte auf, die einfach als "Harnstofflösung" bezeichnet werden. Aber hier gilt: Finger weg! AdBlue ist durch den VDA (Verband der Automobilindustrie) geschützt. Nur bei Produkten mit dem offiziellen AdBlue-Schriftzug ist sichergestellt, dass sie den Normen ISO 22241/1 und DIN 70070 entsprechen. Wer hier vermeintlich Geld sparen will, indem er auf günstigere, nicht zertifizierte Ersatzstoffe zurückgreift, riskiert Schäden am Katalysator, ggf. auch am Steuergerät und verliert seine Garantieansprüche.

Warum ist AdBlue überhaupt nötig?

Weil die Abgasnormen strenger werden, sind die Autobauer gezwungen den Stickoxidausstoß ihrer Fahrzeuge zu senken. Ein wichtiger Schritt in dieser Entwicklung war die Einführung der Euro-6-Norm, die seit September 2014 für alle Typzulassungen und seit September 2015 für alle Neuzulassungen gilt. Sie schreibt einen Grenzwert von maximal 80 Gramm NOx auf 100 Kilometern für Diesel-Pkw vor, der ohne Abgasnachbehandlung kaum einzuhalten ist. Hinzu kommt, dass moderne Motoren besonders viel Stickoxide ausstoßen. Sie sind auf Effizienz getrimmt und sollen möglichst wenig Kraftstoff verbrauchen. Um das zu erreichen, läuft die Verbrennung deutlich "magerer" und wärmer ab und damit gilt: je besser die Verbrennung, desto höher die Temperatur und desto stärker die NOx-Bildung. Eine Lösung, um den EU-Grenzwerten trotzdem zu entsprechen, ist der sogenannte SCR-Kat, der schon deutlich länger in Nutzfahrzeugen verwendet wird. 

Wie funktioniert die Abgasnachbehandlung mit AdBlue?

Damit die Abgasreinigung im SCR-Kat funktioniert, wird AdBlue benötigt. Dabei handelt es sich um eine Harnstofflösung, die zu 32,5 Prozent Harnstoff und 67,5 Prozent demineralisiertem Wasser besteht. Die Lösung wird über eine Dosierpumpe in den Abgasstrang eingespritzt. Die Menge ist von Drehzahl und Fahrzeuglast abhängig. Im Katalysator findet dann eine chemische Reaktion statt. Das Abgas-AdBlue-Gemisch wird erhitzt, wodurch Ammoniak freigesetzt wird. Das Ammoniak reagiert mit den Stickoxiden und wandelt sie in unschädlichen Stickstoff und Wasserdampf um.

Wie viel AdBlue verbrauchen Autos?

Das kommt ganz auf das Auto und letztlich auch auf die Fahrweise an. Die meisten Autos verbrauchen 1 bis 1,5 Liter AdBlue auf 1000 Kilometern. Der AUTO BILD-Dauertester Mercedes E 220 d T-Modell gab sich auf 1000 Kilometern mit 1,5 Litern des Harnstoffs zufrieden. Auch der Seat Alhambra meckerte etwa alle 11.000 Kilometer über einen leeren AdBlue-Tank (ca. 1,5 Liter/1000 Kilometer). Der Audi A6 Avant gönnte sich im Schnitt unter einem Liter auf 1000 Kilometer.

Ist AdBlue schädlich?

Für den Menschen ist AdBlue ungiftig. Allerdings kann der Harnstoff bei Kontakt Augen, Atemwege und Haut reizen. Er sollte deswegen schnell mit Wasser abgespült werden. Das gleiche gilt auch, wenn etwas AdBlue auf den Autolack oder Kunststoffteile des Wagens kommt: Nach längerer Zeit kann AdBlue diese Teile schädigen, deswegen am besten direkt mit Wasser abwaschen.
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