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Video: Alfa Romeo Stelvio (2017)

Erste Fahrt im Stelvio

Alfa Romeo. Diese zwei Wörter machen Gänsehaut. Und lassen uns Autofans heulen wie einen Hund vorm leeren Napf. Was da in den letzten Jahren los war? Nix, außer vielleicht einem Trikotsponsoring für die Frankfurter Eintracht (fast) ohne Autos im Showroom. Aber Alfa lebt! Erst die wunderschöne Giulia, jetzt auf dieser Basis das SUV. Der Stelvio misst 4,69 Meter, ist vier Zentimeter länger als die Giulia, aber du sitzt viel höher. Alfa will dem BMW X3 ans Blech! Und womit? Mit Dynamik!

Das hohe Gewicht blenden Motor und Fahrwerk aus

Alfa Romeo Stelvio
Dynamiker: Der 280 PS starke Zweiliter-Benziner bringt 1,7 Tonnen Stelvio in 5,7 Sekunden auf Tempo 100.
Bridgestone-Teststrecke in Italien, die Sonne lacht, wir auch. Mit 150 km/h auf die Spitzkurve, kurz anbremsen, linkes Lenkradpaddel drücken, runterschalten, einmal, zweimal, dreimal, peng, peng, peng, in der Kurve wieder aufs Gas, blitzschnell hochschalten. Freunde, wir sitzen hier in einem 1,7-Tonnen-SUV! Okay, in einem 280 PS aus einem 2.0-Liter-Vierzylinder-Benziner starken, aber die Fuhre hat im Dynamik-Programm so gut wie keine Wankbewegungen, giert nur so nach der nächsten Kurve, aus den beiden Endrohren röhrt dieser Bock mit rauchiger Stimme, dann schalten wir wieder blitzschnell runter, hoch, Gas, mehr Gas. Danke, Alfa. Nach dem Racetrack sind wir auf den rumpeligen Straßen im Süden Roms unterwegs, der Stelvio schluckt Fahrbahnunebenheiten im Komfort-Modus weg, so gut das eben geht mit 20-Zöllern, an den Straßen recken die Leute ihre Daumen in die Luft.
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So ganz frei von Macken ist der Stelvio noch nicht

Alfa Romeo Stelvio
Da muss Alfa nachbessern: Noch sind die Spaltmaße zu groß, und das Gepäckrollo ist extrem unpraktisch.

Was viele Auto-Tifosi nicht wissen: Den Stelvio kann man schon kaufen, der 280-PS-Benziner kostet 49.000 Euro, Leder 1200 Euro, 20-Zöller mit 255er-Puschen 1800 Euro, die Schaltwippen 400 Euro, das Navi 1840 Euro. Die ZF-Achtstufenautomatik ist immer Serie, ebenso der Allradantrieb. Aber leider auch ein paar Alfa-Schrullen an unserem weißen Testwagen. Etwa Spaltmaße, in die ein Portemonnaie passt. Alfa sagt: Vorserie, wird besser. Oder das Gepäckrollo, das viel zu schwergängig rauszufummeln ist, dabei die Plastikverkleidung zerkratzt und keinen Platz im doppelten Ladeboden hat. Alfa sagt: Guter Tipp, danke. Nein, wir haben zu danken. Für das Al-dente-SUV, das 'ne Prise Pfeffer in die immer gleiche Audi-BMW-Benz-Suppe bringt, der das typische Alfa-Feeling in die Hochsitz-Liga transportiert. Ob das klappen wird mit dem Angriff auf den X3? Testen wir. Bis dahin geben wir noch ein bisschen Gas auf dem Track, runterschalten, peng, peng, peng, Gas. Ach, Alfa. That's Amore!

Fazit

Dieses Auto hat uns noch gefehlt zum Glück! Der Stelvio ist der Alfa Romeo unter den SUVs. Nicht perfekt, wir wünschen uns den letzten Schuss Liebe zum Detail, bei der Qualität muss Alfa noch nachlegen. Aber beim Fahren lacht das Herz! Dass ein Mittelklasse-SUV derart kurvengierig sein, so viel Laune machen kann – Respekt, Alfa!