Alpina-Gründer Burkhard Bovensiepen und Brabus-Boss Bodo Buschmann sind erfolgreiche aber grundverschiedene Persönlichkeiten. Dort der teure Weine liebende Allgäuer, da der auf Autos fixierte Ruhrpottler. Dort der exklusive Kleinserienhersteller, da der größte Veredler der Welt. Bovensiepen meidet das Rampenlicht, sucht lieber das persönliche Gespräch und hat das Tagesgeschäft mit seinen 74 Jahren längst an seine Söhne abgegeben. Buschmann hingegen, um keinen öffentlichkeitswirksamen Auftritt verlegen, ist allgegenwärtiger und stimmgewaltiger Mittelpunkt des Tuning-Universums.

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Alpina B5 Brabus E B63
Sollte jemand einen dieser 300-km/h-Brummer zu Gesicht kriegen, dann aus dieser Warte.
Trotz aller Unterschiede kennen und schätzen sich die beiden Alphatiere seit Jahrzehnten. In direkter Konkurrenz sahen sie ihre Produkte nie. Jetzt jedoch drängt sich ein Vergleich zweier Autos förmlich auf. Den wir trotz zweifelhafter Witterung weltexklusiv im Heft haben. Alpina stellt einen brandneuen B5. Der bedient sich in Grundzügen des 550i-Motors mit 407 PS, wurde jedoch auf 507 PS generalüberholt – mit zwei fetten Ladern samt üppigen Verdichterläufern strömungsoptimierter Ladeluftführung und Hochleistungskolben von Mahle. Alpina will die BMW-Wurzeln nicht verleugnen, sondern die Münchner Vorlage stilsicher verfeinern – mit dem klassischen Vielspeichenrad, der obligatorischen Spoilerlippe mit Alpina-Signatur und Diffusor samt Heckflügel. Im Innenraum stapeln die Allgäuer tief. Unser Testwagen verzichtet auf den klassischen Alpina-Prunk in Form warmer Hölzer und hellen Leders. Blaue Instrumente und Lenkrad signalisieren jedoch: Stangenware gibt's woanders. Nur die Sitze dürften etwas mehr Seitenhalt generieren.
Wer sich hinters Lenkrad des Brabus B63 S auf Basis E 63 AMG Performance Package klemmt, stellt hingegen fest: Hier kommt eine Sportlimo, die sich um das "Sport" im Namen verdient machen will. Das harte AMG-Gestühl bietet weniger Seitenhalt denn Seitenhaft. Bei der Modifikation der Karosserie beschreiten die Bottroper mutig neue Designwege. Hingucker wie die Alu-Kotflügel mit Karbonauslässen und die hinter den Finnen verborgene LED-Beleuchtung polarisieren unverhohlen. Die Leistung erhöht Brabus mithilfe eines per Sportkat optimierten Abgasstrangs und Chiptuning. Damit kitzelt er aus dem AMG-Triebwerk 30 zusätzliche PS und 20 Newtonmeter mehr Drehmoment. Resultat: 555 PS, 650 Newtonmeter. Den Duellverlauf zwischen Alpina und Brabus können Sie in der Bildergalerie verfolgen. Den kompletten Artikel finden Sie in AUTO BILD SPORTSCARS 3/2011 oder als Download im Heftarchiv.

Fazit

von

Ben Arnold
Sieger unter sich: Der nahezu perfekte Brabus gefällt unter sportlichen Aspekten einen Tick besser und kann diesbezüglich am ebenfalls atemberaubend schnellen und formvollendeten Alpina ganz knapp vorbeiziehen. Aufgrund seines exorbitanten Preises muss er sich jedoch auf der Zielgeraden geschlagen geben.