Weltpremiere für den Audi Q4 e-tron: Mit dem Kompakt-SUV erweitern die Ingolstädter nicht nur ihr Elektro-Portfolio, sie nutzen auch zum ersten Mal den neuen MEB aus dem Volkswagen-Konzern. Der Modulare E-Antriebs-Baukasten bildet das neue Grundgerüst aller Elektro-Modelle mit Wolfsburger Wurzeln. AUTO BILD hat sich den Audi genauer angeschaut!
Der erste Blick fällt auf die äußere Hülle des Q4 e-tron. Die kann sich beim Audi auf jeden Fall sehen lassen. Hier verrät nichts die direkte Verwandtschaft mit VW ID.4 und Skoda Enyaq iV. Typisch für Ingolstädter Elektro-Modelle: der geschlossene Kühlergrill, der auch den Q4 schmückt. Die Audi-Ringe an der Front beherbergen erstmals die Sensorik des Fahrzeugs und sind daher zweidimensional ausgeführt.

Zwei Sondermodelle zum Marktstart des Audi Q4 e-tron

Audi Q4 e-tron
Optisch wirkt der Audi im Vergleich zu den Konzerngeschwistern deutlich eigenständiger.
Das Tagfahrlicht lässt sich mithilfe von vier vordefinierten Grafiken optional nach Wunsch individualisieren. Die Radhäuser werden in Audi-Manier ausgestellt, besonders auffällig ist das an der Hinterachse (zum großen AUTO BILD-Sommerreifen-Test 2021). Das Heck trägt das obligatorische durchgängige Leuchtenband. Die Coupé-Version Sportback erhält ab der B-Säule ein abfallendes Dach und eine zweigeteilte Heckscheibe, die von einem Spoiler getrennt wird. Zum Marktstart im Juni 2021 wird es zwei Sondermodelle geben, die sich durch einen erweiterten Serienumfang und spezielle Anbauteile wie etwa kupferfarbene Felgen vom nichtelektrischen Q4 unterscheiden werden.

Innenraum des Audi Q4 e-tron ist gewohnt technisch

Audi Q4 e-tron Prototypenfahrt
Der Zentralbildschirm ist zum Fahrer gedreht und soll die Bedienung erleichtern.
Innen setzt Audi das technische Design der Karosserie fort. Die Flächen sind scharf gezeichnet, das Cockpit ist hochwertig verarbeitet. Bereits in der Basis gibt es auf Wunsch das neue abgeflachte Sportlenkrad, das im ersten Test absolut überzeugt. Die Mittelkonsole scheint förmlich zu schweben und mausert sich – inklusive Fahrstufenblock aus dem e-tron GT – zum richtigen Eyecatcher. Das digitale Kombiinstrument ist bei allen Q4 e-tron Serie. In der Basis misst das Zentraldisplay 10,1 Zoll, optional sind 11,6 Zoll möglich. Das macht den Touchscreen zum größten in einem Audi. Die Ingolstädter verbinden im Q4 e-tron Zukunft und Gegenwart. Zwar wird im Audi viel über Touchflächen wie am Lenkrad gesteuert, allerdings behalten Funktionen wie die Klimabedienung ihre klassischen Tasten. Sie haben einen exzellenten Druckpunkt, was zum hochwertigen Eindruck des Innenraums passt.

Viele Ablagen und ein Flaschenfach im Audi Q4 e-tron

Audi Q4 e-tron Prototypenfahrt
In den vorderen Türen haben Getränkeflaschen bis zu einem Liter griffbereit Platz.
Neben den Materialien setzt Audi auch auf ein bei Pkw eigentlich unübliches Thema: die Ablagenvielfalt. Ganze 24,8 Liter Stauraum bietet der Innenraum des Q4 e-tron. Neben großzügigen Flächen in Mittelkonsole und Handschuhfach werden allerdings die Flaschenhalter in den Türen im Alltag besonders nützlich sein – hier passen sogar Einliter-Flaschen rein. Die Trinkflaschen werden einfach oberhalb des Türgriffs in die Tür gesteckt und sind somit leicht zu erreichen. Die Idee ist simpel, die Umsetzung wirkt aber durchaus raffiniert.

Im Fond ist so viel Platz wie im Audi Q7

Audi Q4 e-tron Prototypenfahrt
Selbst im Sportback ist hinten massig Platz. Hier hat der 1,80 Meter große Redakteur Platz genommen.
Dank 2,76 Meter Radstand bietet der Q4 e-tron außerordentlich viel Platz im Fond. Hier herrschen Platzverhältnisse wie im Audi Q7. Bei einer Körpergröße von 1,80 Metern gibt es keinen Grund für Platzangst. Der Kopf hat viel Freiraum, und auch die Knie haben mehr als genug Luft zum Vordersitz. Das Raumgefühl ist großzügig. Beim Sportback schrumpft der Platz für den Kopf etwas, allerdings nicht so sehr wie erwartet. Auch hier sitzt es sich für ein Auto der Kompaktklasse hervorragend.
Einziger Kritikpunkt: Durch den im Boden verbauten Akku ist weniger Platz unter der Sitzreihe als in konventionell angetriebenen Fahrzeugen. Das führt zu einem spitzeren Winkel der Knie, der auf Dauer unangenehm werden könnte. Zwar hat Audi deshalb extra die Rücksitzbank höhergelegt, ganz über den Umstand hinwegtäuschen kann dieser Kniff aber nicht. Audi trifft keine direkte Schuld, hier ist die fehlende Aussparung im Akkupaket des MEB verantwortlich. Ansonsten bietet Audi im Innenraum keinen wirklichen Grund zur Beschwerde. Alle weiteren Infos zum Audi Q4 e-tron mit ausführlichen Details zu Motorisierungen, Preisen und Daten wie dem Kofferraumvolumen finden sie hier.

Bildergalerie

Audi Q4 e-tron
Audi Q4 e-tron
Audi Q4 e-tron
Kamera
Audi Q4 e-tron: Sitzprobe

Fazit

Der Audi Q4 e-tron zeigt, dass Konzerntechnik durchaus unterschiedlich interpretiert werden kann. Auch wenn sich die MEB-Modelle VW ID.4, Skoda Enyaq und Audi Q4 unter dem Blech sehr ähneln, trägt der Audi die Ringe an der Front zu Recht.