Seien wir ehrlich: Schon seit der neue A3 im April 2020 vorgestellt wurde, warten wir sehnsüchtig auf den RS. Jetzt gibt es endlich einen Vorgeschmack auf den Neuen, den es wieder als Sportback und Limousine geben wird. Audi zieht sogar ein bisschen was von der Tarnfolie ab, sodass wir die ersten Details erkennen können. Wenig überraschend bekommt der Kompaktsportler neue Scheinwerfer und einen größeren Grill, beides kennen wir aber schon von A3 und S3. Auch die seitlichen Lufteinlässe wirken größer als beim Vorgänger. Ganz sicher neu ist aber das ziemlich grobmaschige Wabengitter, das alle Lufteinlässe verschließt und das so nur die RS-Version hat.
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Weil es so schön ist, wird es in der Heckschürze direkt noch einmal aufgenommen, dieses Mal aber natürlich verschlossen und lediglich als Designelement sowie zum Kaschieren der Parksensoren. Darunter sind wieder die beiden ovalen Endrohre untergebracht, natürlich mit Diffusor dazwischen. Bleiben wir noch kurz am Heck: Die neuen Rückleuchten hier sind ebenfalls von den schwächeren Varianten bekannt. Eine Neuerung gibt es dafür an der Seite. Hinter den Vorderrädern ist ein neuer Lüftungsschlitz zu erkennen. Außerdem gibt der abgeklebte Prototyp einen Hinweis auf seinen Antrieb. Die Zahlen 1-2-4-5-3 sind nämlich die Zündreihenfolge des 2,5-Liter-Fünfzylinders und damit dürfte jetzt auch den letzten die freudige Botschaft erreichen: Audi hält beim neuen RS 3 am TFSI mit fünf Pötten fest – Downsizing wurde erst einmal abgesagt, der Motor lieber überarbeitet.

Audi RS3 Limousine  Audi RS3 Sportback
Neben dem Sportback bietet Audi den RS 3 auch weiterhin als Limousine an.

Leistung des Motors bleibt im RS 3 gleich

Anders als erwartet, haben die Ingenieure jedoch nichts an der Leistung verändert; wie der Vorgänger hat auch die neue Generation 400 PS. Die maximale Leistung ist nun aber früher und länger abrufbar, zwischen 5600 und 7000 Umdrehungen. Und es gibt etwas mehr Drehmoment. Mit zusätzlichen 20 Nm hat der Einstiegs-RS jetzt insgesamt 500 Nm. Und die tragen dazu bei, dass der Kompaktsportler mit Siebengang-DSG den Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,8 Sekunden hinter sich bringt, ganze drei Zehntel schneller als das aktuelle Modell! Vielleicht noch wichtiger: Auch ein Zehntel schneller als der schärfste Konkurrent Mercedes-AMG A 45 S , der braucht nämlich 3,9 Sekunden und hat 21 PS mehr. Und auch bei der V-Max ist der Audi vorn: In Verbindung mit der Keramikbremse und dem RS-Dynamikpaket wird die Höchstgeschwindigkeit ab Werk auf 290 km/h angehoben. Der Mercedes schafft 20 km/h weniger.

Audi RS3 Sportback
Driften im RS 3? Das klappt mit dem Prototypen bereits sehr gut. Ans Steuer wurden wir aber noch nicht gelassen.

Audi-Sportler erstmals mit Drift-Modus

Ein Feature, das der AMG bereits an Bord hat, bekommt der neue RS 3 als erster Audi und zwar den Driftmodus. Möglich macht das ein neues Hinterachsgetriebe, das im Konzern auch schon beim neuen Golf R und dem Tiguan R Anwendung findet. Es verteilt die Antriebskraft der Hinterachse einzeln zwischen den Rädern, abhängig vom Fahrmodus und der Fahrsituation. Torque Splitter nennt Audi das System, anderswo heißt die Technik auch Torque Vectoring. Damit sind kontrollierte Drifts möglich, indem einfach die gesamte Power auf ein Rad geleitet wird. Das führt uns Renn- und Entwicklungsfahrer Frank Stippler direkt mal im Prototyp vor, selber fahren dürfen wir leider noch nicht. Dazu stellt er den neuen Fahrmodus "RS Torque Rear" ein und schon geht es quer durch die passenden Kurven auf dem Handlingkurs oder Runde um Runde auf der (trockenen) Kreisbahn. Das wirkt ziemlich mühelos, laut Stippler sind bloß hin und wieder leichte Korrekturen notwendig, um das Auto im Drift zu halten.

Audi RS3 Sportback
Unterschiedliche Fahrmodi verändern den Charakter des Allrad-Antriebs.

Audi RS 3 auf der Rennstrecke hecklastig

Auf der Rennstrecke dient das System noch einem weiteren Zweck: Als Allradler neigt der RS 3 im Grenzbereich zum Untersteuern, das mildert die Technik ab, indem mehr Last auf die Hinterachse geschickt wird. Umgekehrt wird natürlich auch Übersteuern abgefangen. Damit das alles so sportlich vonstattengehen kann, gibt es speziell für Fahrten abseits öffentlicher Straßen Extra-Fahrmodus, der "RS Performance" heißt und auf die neuen Semi-Slicks ausgelegt ist, die es jetzt optional gibt. Das speziell abgestimmte Sportfahrwerk und die Progressivlenkung dagegen sind natürlich genauso Serie wie die Tieferlegung ab Werk. Mit 25 Millimeter weniger Bodenfreiheit als der A3 sinkt auch der Schwerpunkt weiter in Richtung Fahrbahn.

Audi RS3 Limousine  Audi RS3 Sportback
Zur IAA in München könnte der Komapktsportler gezeigt werden, zum Händer kommt er frühestens im Winter.

RS 3 mit spezifischem Innenraum

Noch ein paar Worte zum Innenraum. Weil wir es mit einem Prototypen zu tun haben, ist der von den Materialien her noch nicht final, aber der Aufbau entspricht wie erwartet dem des A3. Bedeutet, dass der Infotainment-Bildschirm jetzt nicht mehr aufgesetzt ist, sondern in das Armaturenbrett integriert. Die runden Lüftungsdüsen weichen einem konventionelleren Design und natürlich sitzt man im RS auf Sportsitzen. Aber jetzt heißt es wieder warten: Wie lange es dauert, bis wir das fertige Auto sehen dürfen, verrät Audi leider noch nicht. Wahrscheinlich ist es spätestens im Herbst auf der IAA in München so weit, bei den Händlern könnten die ersten RS 3 dann noch Ende 2021 stehen. Preislich ist davon auszugehen, dass die neue Generation etwas weniger als 60.000 Euro kosten wird. Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsvergleich.)

Fazit

Wie schön, dass Audi sich gegen Downsizing und für den Fünfzylinder entschieden hat! Bei den Fahrleistungen ist der RS 3 jetzt vor der Konkurrenz von Mercedes-AMG ­– beim Fahrspaß dürften sie dank des neuen Driftmodus mindestens gleichauf liegen.